Viele gute Wünsche: Neben Landtagspräsidentin Ilse Aigner würdigten viele Wegbegleiter Rainer Dlugosch und dessen Engagement als Schulleiter.
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Viele gute Wünsche: Neben Landtagspräsidentin Ilse Aigner würdigten viele Wegbegleiter Rainer Dlugosch und dessen Engagement als Schulleiter.

RUHESTAND

Mit Hartnäckigkeit und Charme viel erreicht: Gymnasium Miesbach verabschiedet Schulleiter Dlugosch

  • Dieter Dorby
    VonDieter Dorby
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Miesbach – Wer Profil hat, bietet auch einiges an Angriffsfläche. Und davon profitieren jene, die diese Person beschreiben wollen. Rainer Dlugosch gilt als zielstrebig, hartnäckig, sportlich, musikalisch, engagiert, charmant und humorvoll.

Also eine gute Bandbreite für die Redner, die den Leiter des Gymnasiums Miesbach gestern in der Aula verabschiedeten und ihm alles Gute für den anstehenden Ruhestand wünschten. Das Ergebnis war launig, launig, launig.

Schon die Bigband der Schule spielte mit dem „Pink Panther“-Thema einen Steilpass für den stellvertretenden Schulleiter Markus Gamperling, der Parallelen zu Dlugosch aufzeigte. Der „Pink Panther“ sei ein Diamant, der rosa schimmere, und schon allein deshalb passe er gut zum scheidenden Schulleiter, der selbst gern auf Rosa setze und den Satz geprägt habe: „Nur starke Männer können Rose tragen.“ Ein Diamant sei er aber auf jeden Fall – „nicht perfekt geschliffen, aber sehr wertvoll“.

Viel Lob zum Abschied

Dies bekräftigte Landtagspräsidentin und Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner, die betonte, dass sie bei diesem Termin unbedingt dabei sein wollte. Dlugosch habe sich in vielen Bereichen ausgezeichnet – angefangen mit seinem Einstieg während der Umbauphase der Schule. Mit den Einführungsklassen für Quereinsteiger aus Real- und Wirtschaftsschule habe er einen großen Beitrag im Sinne der Durchlässigkeit an Schulen geleistet, und mit der Teilnahme am Pilotprojekt Mittelstufe Plus, den Weg für die Rückkehr zum G9 mit bereitet. Es sei ein „engagierter Schulleiter mit Beharrungskräften“, die er sich zusammen mit seinem Elan auch für den Ruhestand bewahren solle.

Bewegte Vita

Was Dlugosch alles auf die Beine gestellt hatte, beleuchtete Ministerialbeauftragter Richard Rühl mit einem Blick in die Vita des 64-Jährigen und verriet, dass der gebürtige Münchner sein Abitur am Tegernsee gemacht hatte – also in der Schule, in die er 2003 als Vize-Schulleiter zurückgekehrt war. Dazwischen lagen Uni, Examen und die erste Station in Bad Aibling, wo er mit seinem Organisationstalent auffiel. „Man war voll des Lobes.“ Tatkraft, Ausdauer, Improvisationstalent und der richtige Ton hätten Dlugosch ausgezeichnet, dessen Weg 1995 in die Staatskanzlei und zur Technischen Universität München führte. 2001 kehrte der Sport- sowie Wirtschaft-und-Recht-Lehrer über das Klenze-Gymnasium in München in den aktiven Schuldienst zurück.

Goldene Krone für Rex Rainier

Führen durch Delegieren – so stellte Rühl fest – das zeichne Dlugosch aus. Das Miteinbeziehen seiner Kollegen, der Eltern und des Fördervereins bestätigten auch Elternbeiratsvorsitzender Alexander Manz, Fördervereinsvorsitzender Uwe Dietrich sowie Personalratsvorsitzende Veronika Walther zusammen mit ihrem Kollegen Nicolas Klöcker, die Dlugosch zum Abschied eine goldene Krone mit der Aufschrift Rex Rainier aufsetzten. Eine Anspielung auf die Bezeichnung Bildungskönigreich in Dlugoschs Antrittsrede.

„Man hat mich gewarnt“

Kein Blatt vor den Mund nahm Landrat Olaf von Löwis, der unumwunden mit Blick auf den Bald-Ruheständler zugab: „Man hat mich vor Dir gewarnt. Der Rainer Dlugosch ist anstrengend – wofür hartnäckig nur das schönere Wort ist. Aber ich schätze das unheimlich.“ So verdeutliche der Bau der Kletterwand nebst Boulderhöhle in der Turnhalle dank eines Spenders Dlugoschs Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Viel habe er erreicht, nicht aber die Realisierung des Schülerforschungszentrums – „das haben wir nicht ganz hingekriegt“, sagte Löwis. Jedoch werde man am Thema dranbleiben – gerne mit Dlugoschs Unterstützung. Die sagte dieser gerne zu.

Der scheidende Schulleiter nutzte die Gelegenheit seinerseits zum Dank – vor allem an sein Kollegium. Zudem brach er eine Lanze für mehr Lehrer, „denn Bildung ist durch nichts zu ersetzen“.

Bürgermeister Gerhard Braunmiller stellte zusammenfassend fest, dass das Schulschiff sehr gut auf Kurs liege. Dass Dlugosch einen bleibenden Eindruck hinterlässt, bekräftigte Schülersprecher Leonhard Beugel: „Sie sind jetzt Teil der Tradition des Gymnasiums Miesbach.“

ddy

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