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Mit eleganter Leichtigkeit und choreografisch witzig angelegt eröffnete das Vokalquintett Nostalphoniker das Neujahrskonzert im Waitzinger Keller.

Neujahrskonzert der Nostalphoniker und des Freien Landesorchesters Bayern in Miesbach

Mit nostalgischem Schwung

Er war ein Pilotprojekt, eine Feuertaufe, dieser nostalgische musikalische Ausflug zurück in die gute, alte Zeit mit ihren herzerfrischenden Melodien. Das Vokalensemble Nostalphoniker und das Freie Landesorchester Bayern haben mit ihrem Neujahrskonzert das Publikum in Miesbach verzaubert. 

Miesbach – Wenn sich zwei so hochklassige Formationen aus der Welt des Gesangs und der Orchestermusik zusammentun, kann eigentlich nichts schiefgehen. Aber mehr noch: Es war ein gepflegtes, heiteres Neujahrskonzert im Miesbacher Waitzinger Keller, das die Münchner Gesangsgruppe Nostalphoniker und das renommierte Freie Landesorchester Bayern erstmals zusammen auf die Bühne brachten. Eine gelungene Melange aus Schwung, nostalgischer Wehmut, gewürzt mit einer Extraprise Humor und Ironie – und trotzdem der zu diesem Anlass gebotenen Festlichkeit.

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Geschickt in drei Blöcke aufgeteilt, gestaltete das Vokalquintett Nostalphoniker mit Marco Cilic (Tenor I), Marc Megele (Tenor II), Peter Cismarescu (Tenor III), Benedikt Eder (Bariton) und Markus Scharpf (Bass) den ersten Teil dieser „Nacht der Nostalgie“ ohne Orchester, von Jan C. Golch souverän am Klavier begleitet. Die Sänger widmeten ihn den Frauen, sangen das neapolitanische Lied „Oi Marie“, „Schöne Isabella von Kastilien, pack deine ganzen Utensilien und komm zurück zu mir nach Spanien!“ oder „Wenn die Sonja russisch tanzt“ von den oder im Stile der Comedian Harmonists. Immer mit eleganter Leichtigkeit, choreografisch witzig angelegt und manchmal mit einem charmanten Ausflug ins Publikum, der auch mal mit einem Tänzchen endet.

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Den Mittelteil bestritt das Freie Landesorchester Bayern alleine, mit 18 Musikern in Tanzorchesterformation. Beschwingt und lässig erklangen etwa das unverwüstliche „Hallo kleines Fräulein“, der „Blue Tango“, das legendäre „The Typewriter“ mit der Schreibmaschine oder der stimmungsvolle „Second Waltz“ von Dmitri Schostakowitsch. Dabei dirigierte Max Fraas, der auch die ausgefeilten Arrangements beisteuerte, so ganz nebenbei vom Kontrabass aus.

Dann natürlich noch alle zusammen. Ein schönes Bild gaben sie ab, die festlich gekleideten Akteure unter den fünf großen Sternen auf der Bühne. „Veronika, der Lenz ist da“, „Lebe wohl, gute Reise“ oder „Ein Freund, ein guter Freund“ stehen exemplarisch für gepflegte Unterhaltung, humorvolle Arrangements – stimmgewaltig und klangschön. Schade, dass nur 100 Besucher das werthaltige Angebot nutzten. Die aber hatten ihren Spaß und ihre Freude an einer überaus gelungenen Veranstaltung am bis dahin heftigsten Wintertag.

Reinhold Schmid

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