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Die Landkreisvertreter strahlen bei der Preisverleihung in die Kamera.

„Große Chance für den ländlichen Raum“

Modellregion Naturtourismus: Bis zu 70.000 Euro für den Landkreis  

Die Sieger des Wettbewerbs Modellregion Naturtourismus sind am Mittwoch in München ausgezeichnet worden. Unter den Preisträgern ist auch der Landkreis Miesbach. 

Landkreis Um Anreize für naturtouristische Angebote zu schaffen, hatten Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf sowie Wirtschafts- und Tourismusministerin Ilse Aigner den Wettbewerb Modellregion Naturtourismus initiiert (wir berichteten). „Naturtourismus ist der Tourismus der Zukunft“, sagte Scharf bei der Preisverleihung im Schloss Fürstenried. „Eine nachhaltige touristische Wertschöpfung schützt unsere Naturheimat und ist eine große Chance für den ländlichen Raum.“

Die zahlreichen kreativen Bewerbungen hätten gezeigt, dass es starke Förderinstrumente für touristische Angebote in Einklang mit der Natur brauche. „Mit dem Wettbewerb fördern und ermöglichen wir tolle regionalspezifische Konzepte“, betonte die Umweltministerin. „Die Ideen aller 15 Wettbewerbsbeiträge beweisen: Durch Kreativität und Engagement lassen sich nachhaltiger Naturtourismus und Ökonomie miteinander verbinden.“

Ministerin Aigner als Stimmkreisabgeordnete war gestern nicht selbst dabei, weil sie Ministerpräsident Horst Seehofer bei der Eröffnung des Roche-Ausbildungszentrums in Penzberg vertreten musste. Anlässlich der Preisverleihung stellte sie in einem schriftlichen Statement aber klar: „Natur und Tourismus sind heutzutage kein Widerspruch mehr: Im Gegenteil, der moderne Tourismus lebt von Angeboten, bei denen das Erlebnis der Natur im Mittelpunkt steht.“

Ziel des Wettbewerbs ist es, naturtouristische Angebote verschiedener Träger und Einrichtungen besser zu vernetzen, innovative Angebote zu entwickeln und gezielt zu vermarkten. Das Umweltministerium fördert die drei Gewinner jeweils mit bis zu 70 000 Euro. Mit den Wettbewerbssiegern – neben dem Landkreis Miesbach sind das der Landkreis Kelheim sowie das digitale „Natur-Navi“ des Oberpfälzer Waldes – hat die Fachjury Projekte ausgewählt, deren besonderer Modellcharakter Impulse auch für andere bayerische Naturtourismusregionen geben kann. Die Jury setzte sich aus Vertretern der beteiligten Ministerien, der Bayern Tourismus Marketing GmbH, der Fakultät Tourismus der Hochschule Kempten und der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege zusammen.

Das Miesbacher Konzept war für die Jury „beispielgebend für eine natursensible Angebotsgestaltung in stark frequentierten Destinationen und die Einbindung regionaler Gruppen bei der Entwicklung von Besucherlenkungsmaßnahmen“. Bekanntermaßen zielt es in einem Raum, der vor allem von Tagestouristen stark frequentiert ist, vor allem auf eine qualitätsorientierte Angebotsverbesserung ab. Zentrales Ziel sind hochwertige Naturerlebnisangebote, die die lokale Wertschöpfung steigern und Nutzungskonflikte begrenzen.

Land- und Forstwirte, Almwirtschaft, Naturschutz, Alpenverein, Jagd, Tourismusakteure und viele weitere Gruppen beteiligen sich in einem Kooperationsnetzwerk. Sie unterstützen die Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags und tragen ihn weiter in die Fläche. „Maßnahmen zur Optimierung der Angebote werden gleichzeitig durch ein durchdachtes Monitoring flankiert“, so die Jury. „Eine wirkungsvolle Kommunikation wird durch Naturtourismustagungen und eine Online-Marketing-Kampagne unterstützt.“ Zusätzlich gebe es eine „Naturerlebnis-Plattform“, auf der Angebote buchbar sind, die aber auch einen direkten Austausch mit den Gästen ermöglicht.

Jury-Mitglied Martin Spantig, Geschäftsführer Marketing der Bayern Tourismus Marketing GmbH, berichtete am Rande, dass sich die Miesbacher Bewerbung in ihrer Zielsetzung und Ausgestaltung deutlich von den anderen unterschieden und anfangs nur Außenseiterchancen gehabt habe. Gerade der Ansatz, dass es nicht um die Steigerung von Touristenzahlen, sondern die richtige Lenkung von Besuchern gehe, sei äußerst interessant. Spantig: „Das Ergebnis dieser Maßnahmen könnte für andere Regionen wichtige Erkenntnisse liefern.“

Landrat Wolfgang Rzehak, der am Vormittag mit einer rund 20-köpfigen Delegation nach Fürstenried gefahren war, zeigte sich am Nachmittag im Kreisausschuss erfreut über die Auszeichnung. Gewürdigt worden sei aber nur die Bewerbung. „Jetzt“, sagte der Landrat, „fängt die Arbeit erst richtig an.“ 

mm / sh

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