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Total kaputt: Münchner Straße in Miesbach.

Sanierungs-Irrsinn

Münchner Straße in Miesbach: 270 Meter kosten 1,17 Millionen Euro

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Tiefbaumaßnahmen im Wert von zwei Millionen Euro hat die Stadt Miesbach heuer vor. Große Sprünge sind damit aber nicht drin. Das wurde nun bei der Bürgerversammlung deutlich.

Miesbach – Hätte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz die Miesbacher im Bräuwirtsaal gefragt, welche Straßen zuerst saniert werden sollen, wären viele Hände nach oben gegangen. Wohl jeder Auto- oder Radfahrer in der Kreisstadt hat seinen ganz persönlichen „Favoriten“. Im Rathaus seien die Rüttelpisten dokumentiert, versicherte Pongratz nun bei der Bürgerversammlung. „Und wir werden sie alle nach und nach abarbeiten.“ Für 2018 habe der Stadtrat ein zwei Millionen Euro dickes Tiefbau-Paket geschnürt.

Wer meint, davon könnte die Stadt einen Großteil der Schlaglochpisten entschärfen, irrt jedoch. Alleine der 270 Meter lange Abschnitt der Münchner Straße zwischen der B 472 und dem Sportplatz werde 1,17 Millionen Euro verschlingen, sagte Pongratz. „Da muss man sich erst mal hinsetzen.“ Weil der Boden unter der Straße, der bis in einer Tiefe von 1,10 Meter durch frostsicheres Material ersetzt werden muss, mit Schadstoffen belastet sei, müsse er teuer entsorgt werden. Kostenpunkt: 370 000 Euro. Auch die Wasserleitungen und Kanäle würden im Sommer in einer Bauzeit von circa vier Monaten erneuert.

Ein paar Meter weiter in der Grundschule ist das Thema Brandschutz akut. Alle Treppenhäuser müssten ertüchtigt werden, auch eine Fluchttreppe sei notwendig, erklärte Pongratz. Nur den Kopf schütteln konnte sie ob der Vorschrift für selbstschließende Klassenzimmertüren. „Wie sollen Erstklässler die denn alleine öffnen?“

Erklärte den Miesbachern, was 2018 geplant ist: Rathaus-Chefin Ingrid Pongratz (r.) bei der Bürgerversammlung im Bräuwirtsaal.

Den letzten Schliff erhält hingegen das Umfeld der im vergangenen Jahr neu gebauten Johannisbrücke. Aktuell werde an den Außenanlagen gearbeitet, dann werde die noch fehlende Feinschicht auf die Bergwerk-, Albert Schweitzer- und Tölzer Straße aufgebracht. Laut Tiefbautechniker Jürgen Brückner wird es vom 22. bis 24. Mai zu Vollsperrungen kommen. Aufgehübscht wird heuer ferner der noch nicht sanierte Bereich im Umfeld des Rathauses und der Stadtbücherei. Damit der Festzug zum Doppeljubiläum von Stadt und Feuerwehr nicht beeinträchtigt wird, sollen die Arbeiten laut Pongratz erst Mitte Juli beginnen.

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Bereits ab dem Frühsommer ist im Bereich der Altstadt mit Baugruben zu rechnen. Hier lasse die Stadt die teils mehr als 70 Jahre alten Schmutzwasserkanäle erneuern. Durch ein neues Verfahren seien dafür aber nur ein paar Bohrlöcher notwendig. Gewissermaßen vor der Tür steht die Umgestaltung des Marktplatzes nach dem Plan der fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe, kündigte Pongratz an. „Im Mai geht es los.“

Bei aller Dynamik: Es gab auch eine Reihe von Projekten, bei denen die Bürgermeisterin keine großen Fortschritte vermelden konnte. Etwa für die 22 Wohnungen, die die Regierung von Oberbayern nördlich des AWO-Seniorenzentrums für anerkannte Flüchtlinge und bedürftige Einheimische bauen will. Aktuell werde der Bergwerksschacht im Hangbereich geprüft, berichtete Pongratz. Erst danach könne man abschätzen, wie es mit dem Vorhaben weitergeht. Auch bei der Sanierung des Warmfreibads ist Abwarten angesagt. Trotz des angekündigten Sonderfonds seitens der Staatsregierung sei unklar, mit wie viel finanzieller Unterstützung Miesbach tatsächlich rechnen kann. Eines stehe aber fest: „Unser Bad muss erhalten bleiben“, sagte Pongratz.

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Offen sei hingegen, wie es mit dem Kloster weitergehe. Die Entscheidung, ob man dem Museum oder einem Kinderhaus den Vorzug gebe, müsse der Stadtrat treffen, so die Bürgermeisterin. Sie erinnerte aber daran, dass die Kinderbetreuung eine Pflichtaufgabe sei. Nicht nur die Krippe der kleinen Klostergeister, sondern auch der Hortverein brauche weitere Räume. Die Nachfrage sei groß. Ob das auch für ein Heimatmuseum gilt, stellte Pongratz zumindest in Frage. „Kommen tatsächlich die in der Machbarkeitsstudie vorhergesagten 10 000 Besucher pro Jahr?“ Demgegenüber stünden Kosten von bis zu 150 000 Euro pro Jahr.

Dem Geld bereits zum Opfer gefallen ist die Sanierung der Von Vollmar Straße. Sie wird erst 2019 angepackt. Die Schlaglöcher werde der Bauhof aber bald flicken. Hoffentlich nachhaltiger als zuletzt, merkte Pongratz schmunzelnd an: „Wir haben ein neues Verfahren.“

Brandschutz, Hochwasserschutz, Staatsstraße: Die Themen in Parsberg

Viele Zuhörer hatte Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (hinten r.) bei ihrem Sachvortrag bei der Bürgerversammlung im Parsberger Trachtenheim.

Auch in Parsberg sind heuer einige kostspielige Projekte geplant. Und auch hier hat die Stadt mit Auflagen zu kämpfen, wie Bürgermeisterin Ingrid Pongratz bei der Bürgerversammlung im Trachtenheim informierte. So bereite der Brandschutz in der Grundschule Parsberg einiges an Arbeit. Nachdem 2017 mit dem Bau eines zweiten Fluchtwegs begonnen wurde, steht heuer die Erneuerung der Deckenverkleidungen samt Elektroinstallationen in den Fluren und Treppenhäusern an. Auch die Heizungsrohre müssen ausgetauscht werden. Die Arbeiten sollen weitgehend in den Ferien durchgeführt und bis Ende 2019 abgeschlossen werden. 

Nicht im Zuständigkeitsbereich der Stadt liegt die Staatsstraße 2010, die das Staatliche Bauamt von Parsberg bis zum Fuß des Leitzacher Bergs sanieren lässt. Drei Monate Bauzeit seien für die bereits 2017 geplante Maßnahme angesetzt, eine längere Vollsperrung inklusive. „Das wird für die Betroffenen eine sehr unangenehme Zeit“, sagte Pongratz. Nicht viel neues konnte sie zum Hochwasserschutz berichten. Der Bypass am Aubach sei gebaut, derzeit stelle ein Fachbüro die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren für das HQ 50-Gebiet in Bergham und das HQ 100-Gebiet in Kleinthal zusammen. Mit einem Baubeginn vor Herbst 2019 sei nicht zu rechnen.

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