Mitarbeiterin erlitt schwere Verbrennungen

Nach Betriebsunfall im Landratsamt: Ermittlungen eingestellt

  • schließen

Der Fall erregte im Sommer einiges Aufsehen. Bei der Vernichtung des explosiven Stoffs Nitrocellulose wurde eine Mitarbeiterin schwer verletzt. Jetzt ist das Verfahren eingestellt.

Der Vorfall ereignete sich am 28. Juli 2016. Mitarbeiter des Landratsamts wollten Gefahrenstoffe vernichten. Das gehört zum Aufgabenbereich der Behörde. Die Stoffe werden dabei kontrolliert abgebrannt. Normalerweise reine Routine. Doch in jenem Fall ging etwas gehörig schief. Eine Stichflamme, ausgelöst durch Nitrocellulose, verletzte eine Mitarbeiterin (37) des Landratsamts schwer. Sie erlitt Verbrennungen zweiten Grades im Gesicht und an den Armen und musste ins Krankenhaus.

Ungewöhnlich war damals vor allem der Umstand, dass die Öffentlichkeit nicht durch die Behörde informiert wurde - genauso wenig wie die Polizei. Eine Quelle unserer Zeitung wies uns auf den Vorfall hin. Die Polizei erfuhr erst durch unseren Anruf davon. Das Landratsamt konnte diesen Umstand schließlich aufklären. Die Kripo leitete Ermittlungen ein, was in so einem Fall aber wohl Routine ist.

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft München II die Verfahren eingestellt, teilt Pressesprecher Ken Heidenreich mit. Ermittelt wurde unter anderem gegen den Mitarbeiter des Landratsamts, der seine Kollegin mit der Vernichtung der Gefahrenstoffe beauftragt hatte - und zwar wegen Körperverletzung im Amt. Er musste eine Geldauflage zahlen. Weitere strafrechtliche Folgen gibt es nicht für die Behörde.

„Wir hatten nichts anderes erwartet“, sagt Birger Nemitz, Pressesprecher des Landratsamts. Das Landratsamt zieht eigene Konsequenzen aus dem Fall. „Wir haben die Entsorgung dieser Gefahrenstoffe ausgelagert.“ Das übernimmt nun ein Experte des Landeskriminalamts, der die Mitarbeiter auch in Sachen Waffenhandhabung schult. Oft komme es aber sowieso nicht vor, dass derartige Stoffe beim Landratsamt aufschlagen. Nemitz: „Das ist vielleicht ein Werktag pro Jahr.“

kmm

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wegen Sturm: Blutbuche zerschmettert Klostergrotte
Nach und nach werden auch abseits der Straßen die Sturmschäden vom Freitagabend bekannt. Besonders schlimm hat es in Miesbach die Lourdes-Grotte auf der Klosterwiese …
Wegen Sturm: Blutbuche zerschmettert Klostergrotte
Rumpelkammer mit Geruch: Ein Blick ins geschlossene Heimatmuseum 
Seit zehn Jahren geschlossen, kaum einer hat es seither betreten. Wir haben einen Blick ins Miesbacher Heimatmuseum geworfen - oder was davon übrig ist. Schätze in der …
Rumpelkammer mit Geruch: Ein Blick ins geschlossene Heimatmuseum 
Radweg mitten im Nirgendwo: Hatte der Staat zuviel Geld?
Der neue Geh- und Radweg an der B 472 in Schwaig bei Irschenberg stößt auf Unverständnis bei den Radlern. Kein Wunder, endet er doch in beiden Richtungen im Niemandsland.
Radweg mitten im Nirgendwo: Hatte der Staat zuviel Geld?
Kuhglocken-Hasser verklagt jetzt auch Gemeinde
Seine Frau leidet unter Depressionen, er kann nicht mehr schlafen. Der Grund: Kuhglocken auf der Weide. Aber es geht ihm auch um die Kühe selbst - die seien …
Kuhglocken-Hasser verklagt jetzt auch Gemeinde

Kommentare