VW Golf, Autohaus Weingärtner, Miesbach, Werkstatt
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Bestandsaufnahme: Serviceleiter Andreas Humer begutachtet den wieder aufgetauchten VW Golf.

10.000 Kilometer mehr auf dem Tacho

Mit Leihwagen untergetaucht: Verschwundener Golf wieder da - Reaktion des Kunden überrascht

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Er ist wieder da: Der verschwundene VW Golf 8 des Autohauses Weingärtner in Miesbach wurde bei einer Polizeikontrolle sichergestellt. Und auch der Kunde ist wieder aufgetaucht...

Miesbach – Er ist wieder da: Der verschwundene VW Golf 8 des Autohauses Weingärtner in Miesbach wurde bei einer Polizeikontrolle im Landkreis Traunstein entdeckt und umgehend sichergestellt. Am Steuer: der Kunde, der das Fahrzeug ausgeliehen hatte und dann untergetaucht war.

Kunde taucht mit Leihwagen unter: Polizei entdeckt Golf bei Kontrolle in Traunstein

Der rief zwischenzeitlich sogar selbst im Autohaus an. „Er wollte wissen, wann er seine Sachen aus dem Auto holen kann“, berichtet der nach wie vor fassungslose Serviceleiter Andreas Humer. Ansonsten habe der Mann ziemlich entspannt geklungen. Die Unterschlagung des Golfs habe er nicht weiter kommentiert. Die ohnehin schon skurrile Geschichte geht also noch weiter.

Miesbach: Autohaus bedankt sich für viele Hinweise auf verschwundenen Golf

Humer aber ist erst mal froh, dass der vermisste Wagen wieder da ist. Bereits in der Nacht auf Samstag sei dieser Beamten ins Netz gegangen, berichtet der Serviceleiter. Nicht zuletzt dank der zahlreichen Hinweise, die auf den Suchaufruf des Autohauses und die Berichterstattung im Miesbacher Merkur hin eingegangen seien, habe man den Bewegungsradius des Fahrzeugs auf den Großraum Chiemsee, Rosenheim und Traunstein eingrenzen können. „Wir sind wirklich begeistert, welche Dynamik unser Aufruf genommen hat“, schreibt das Autohaus bei Facebook und bedankt sich für die „super Unterstützung“.

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Zum Erfolg führte dann aber eine Kontrolle der Bundespolizei, berichtet die Leiterin der Polizeiinspektion Miesbach, Katharina Schreiber, auf Nachfrage unserer Zeitung. Die hätten den Golf aufgrund des Fahndungshinweises sichergestellt. Der Tatverdächtige hingegen wurde nicht festgenommen, da die Staatsanwaltschaft keine unmittelbare Fluchtgefahr erkennen konnte und daher keinen Haftbefehl erlassen habe. Was den Mann nun strafrechtlich bevorsteht, würden die weiteren Ermittlungen zeigen.

Verschwundener Golf 10.000 Kilometer weit gefahren: Serviceleiter schockiert

Beim Autohaus kümmert man sich derweil um eine Bestandsaufnahme, den man nach der Sicherstellung bei einem Abschleppunternehmen abgeholt hat. Der Zustand des Golfs sei überraschend gut, berichtet der Serviceleiter. Lediglich der rechte Außenspiegel sei beschädigt, der Kunde haben diesen dann provisorisch geflickt.

Was Humer aber geschockt hat, ist der Kilometerstand. „Er ist fast 10.000 Kilometer weit gefahren.“ Wohin, könne man mangels Ortungsdaten nicht rekonstruieren. „Wir schauen uns aber die Ziele an, die er im Navi eingegeben hat“, erklärt Humer. Weitere Hinweise könnten sich aus Strafzetteln ergeben, sollte der Mann diese kassiert haben. Daraus werde das Autohaus dann die Schadenshöhe durch die unerlaubt verlängerte Fahrzeugmiete berechnen.

Wie es mit dem Golf weitergeht, steht laut Humer noch nicht fest. Bis auf Weiteres bleibe er aber abgemeldet. Das Kennzeichen MB-GO-4444 ist erst mal negativ besetzt. sg

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