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Ingrid Pongratz: Miesbachs Bürgermeisterin stellt sich der Kritik.

Interview mit Ingrid Pongratz zur Stadtentwicklung

Nach Fauxpas im Stadtrat: Bürgermeisterin erklärt sich

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Miesbach - Nicht nur die Fraktionen, auch die Geschäftsleute fühlten sich von Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) in Sachen Stadtentwicklung vor den Kopf gestoßen. Jetzt erklärt sie sich.

Wie berichtet, hatte Pongratz verkündet, den Stadtentwicklungsausschuss mangels Themen und verfügbarer Termine vorerst nicht mehr einzuberufen. Parallel gab sie bekannt, dass sich ein neues Konzeptbüro vorstellen werde. Für viele Beobachter ein völlig unverständlicher Kurswechsel. Im Gespräch mit unserer Zeitung geht die Bürgermeisterin auf die Kritik ein und erklärt, wie sie sich die künftige Zusammenarbeit vorstellt.

Frau Pongratz, überraschen Sie die heftigen Reaktionen auf Ihren Strategiewechsel bei der Stadtentwicklung?

Pongratz: Erst einmal möchte ich klarstellen, dass es sich nicht um einen Strategiewechsel handelt. Man darf die Aufgaben von Herrn Danner (Citymanager Schorsch Danner – Anm. d. Red.) und des Büros Nonkonform – sollte sich der Stadtrat für eine Beauftragung entscheiden – nicht in einen Topf werfen. Herr Danners Funktion war es, die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Geschäftsleuten sowie der Geschäftsleute untereinander zu verbessern. Da hat er in meinen Augen wertvolle Dienste geleistet. Nonkonform würde sich hingegen ausschließlich auf den Marktplatz konzentrieren. Hier ginge es darum, einen Prozess zu starten, an dem sich alle Bürger beteiligen können. Diese zu aktivieren, war nicht Auftrag an Herrn Danner und wäre von ihm als Einzelkämpfer wohl auch nicht leistbar.

Hätten Sie das nicht zuerst mit den Geschäftsleuten oder dem Stadtentwicklungsausschuss diskutieren müssen?

Pongratz: Die Idee, den Prozess „Marktplatz“ professionell zu begleiten, stammt ja von der Initiative Marktplatz. Ich habe diesen Wunsch aufgenommen und mich umgesehen. Als ich dann bei der Städtebauförderungstagung das Büro Nonkonform erlebt habe, war ich sofort begeistert. Dieses Team hat es zum Beispiel geschafft, das in Kolbermoor höchst umstrittene Thema Hochwasserschutz in lockerer Art und Weise anzugehen. So etwas könnte bei uns am Marktplatz auch gut funktionieren. Trotzdem möchte ich nochmals betonen: Es ist bislang nichts entschieden.

Das heißt, auch Herr Danner ist noch nicht aus dem Rennen?

Pongratz: Genau. Weil sein Vertrag ausgelaufen ist, stellt er im Oktober im Stadtrat seinen Abschlussbericht vor. Sollte das Gremium mehrheitlich eine weitere Verpflichtung trotz ausgelaufener Mitfinanzierung durch die Städtebauförderung wünschen, steht dem nichts im Wege. Herr Danners Arbeit steht nicht im Konflikt mit der eines möglichen Konzeptbüros für den Marktplatz. Wir wollen ja nichts bisher Erreichtes verschenken, sondern gezielt darauf aufbauen.

Wobei sich dann die Frage stellt, ob sich Miesbach zwei Berater gleichzeitig leisten kann.

Pongratz: Das muss der Stadtrat entscheiden. Sollte das Votum gegen einen neuen Vertrag mit Herrn Danner sprechen, könnten sich die Geschäftsleute zum Beispiel überlegen, ob sie sich an der Finanzierung beteiligen möchten. Mir ist einfach wichtig, dass wir gerade beim Marktplatz auch die Bürger einbinden. Ich hoffe, dass wir dabei auf einen Nenner kommen, in dem sich der überwiegende Teil der Miesbacher wiederfindet. Dann können wir schauen, was wir wann umsetzen.

Das Gespräch führte

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