BRB, Zug, Bahnhof Tegernsee
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Von wegen „nicht einsteigen“: Weit über 90 Prozent der Fahrgäste der Bayerischen Regiobahn (BRB) sind zufrieden mit den neuen Lint-Zügen. Unser Foto zeigt Ausflügler am Bahnhof Tegernsee.

Diskussion um Lärm und Barrierefreiheit

Nach heftiger Kritik: Fahrgastbefragung zu neuen Zügen der BRB bringt überraschende Ergebnisse

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Geht es nach manchen Kritikern, sollte für die neuen Lint-Züge der BRB bald Endstation sein. Doch was sagen eigentlich die Fahrgäste? Die Ergebnisse einer Umfrage überraschen.

Landkreis – Mitte Oktober 2020 hatte die Bayerische Regiobahn (BRB) eine groß angelegte Fahrgastbefragung zu den seit Mitte Juni verkehrenden Lint-Triebwagen gestartet. Mehr als 700 Personen machten mit. Freizeitreisende und Pendler, Vielfahrer und Gelegenheitsnutzer, Neu- und Stammkunden. In Fragebögen und Interviews, die im gesamten Netz im Oberland verteilt beziehungsweise durchgeführt wurden, konnten sich die Fahrgäste zu Pünktlichkeit, Fahrgastinformation, Sitzkomfort, Fahrgeräusche, Sauberkeit, Service und weiteren Themen äußern. Da die Befragungen sowohl unter der Woche wie auch am Wochenende stattgefunden haben und die Teilnehmerzahl hoch sei, könne man von einer repräsentativen Umfrage sprechen, betont die BRB.

Das sagen die Kunden

Dementsprechend zufrieden ist der Zugbetreiber mit den Ergebnissen. 95 Prozent der Stammkunden finden den Lint besser oder mindestens genauso gut wie den Integral, Gesamteindruck ist bei 94 Prozent der Stammkunden und 97 Prozent der Neukunden sehr gut bis neutral. Als größte Kritikpunkte tauchen bei den Stammkunden die WLAN-Stabilität (46 Prozent schlecht) und die Fahrgeräusche (19 Prozent schlecht) auf. Zumindest in letztgenanntem Punkt zeigt sich also durchaus eine –wenn auch kleine – Überschneidung zu den von der Bürgerinitiative „Endstation Lint“ vorgebrachten Mängeln. 14 Prozent der Stammkunden stören sich ferner am Service (Fahrgastinformation, Gepäckablagen und Beschilderung).

Interessant ist dafür: Bei den Neukunden schneidet der Lint in allen Punkten deutlich besser ab. So finden hier nur sieben Prozent die Lautstärke schlecht, 26 Prozent das WLAN. Eine Ursache dafür könnte sein, dass die (offenbar eben teilweise enttäuschte) Erwartungshaltung in Sachen Verbesserung bei den Stammkunden eine Rolle gespielt hat. Letztere fanden den Integral immerhin zu 15 Prozent bei Fahrgeräuschen und zu 14 Prozent beim Sitzkomfort sogar besser als den Lint.

Das sagt die BEG

Einen regelrechten Aufwärtsschub hat die BRB bei den fortlaufenden Qualitätsmessungen der BRB erfahren. Seit dem Start der neuen Lint-Flotte im vergangenen Jahr ist ein deutlicher Aufwärtstrend zu verzeichnen. „Das Oberlandnetz erreicht historische Höchstwerte», sagt Amini erfreut. So stieg der allgemeine Qualitätsindikator von knapp unter 40 Punkten im Jahr 2020 auf über 80 im Jahr 2021. Parallel sind die Zugausfallkilometer durch Triebfahrzeugstörungen gesunken, der Winterbetrieb wurde stabiler. Die Pünktlichkeit ist trotz eines dichteren Takts im Ausflugs- und Berufsverkehr zum Fahrplanwechsel im Dezember sukzessive gestiegen.

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„Unsere Pünktlichkeitsrate von 94 Prozent in den letzten Monaten ist schon recht ordentlich, ohne Infrastrukturstörungen lägen wir bei über 98 Prozent“, betont der technische Geschäftsführer der BRB, Arnulf Schuchmann. „Das ist ein Spitzenwert.“

sg

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