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Alles unter Kontrolle: Franz Braun, Wassermeister der Stadt Miesbach, am Schaltkasten der Wasserversorgung.

Hochbehälter am Harzberg

Nach Rohrbrüchen: Alles im Trockenen

Miesbach - Reihenweise hat es vor gut einem Jahr die Wasserrohre in Miesbach zerrissen. Eines davon flutete den Sitzungssaal des Kreistags. Nun hat sich herausgestellt, wer den entstandenen Schaden bezahlen muss.

Viel Ärger hat der neue, 3,2 Millionen Euro teure Hochbehälter am Harzberg der Stadt Miesbach beschert. Vor gut einem Jahr ging er ans Netz und musste gleich wieder abgeschaltet werden. Vom Stadlberg über Bergham, den Friedhofs- und den Kreuzberg bis hin zur Riezlerstraße – reihenweise platzten die Leitungen im Stadtgebiet, sie waren dem erhöhten Druck nicht gewachsen.

Wassermeister Franz Braun war daher Anfang November 2012 beinahe rund um die Uhr im Einsatz. „Es hat am Anfang schlimmer ausgeschaut, als es war“, sagt er heute. „Schlimm war’s nur die ersten drei Tage.“ Da Probleme erwartet wurden, hatten die städtischen Bauhof-Mitabeiter frühzeitig Unterstützung von Fremdfirmen beantragt.

Wie berichtet, war aber nicht nur der um 4,5 Bar höhere Druck Schuld an der Kettenreaktion, sondern auch Pfusch am Bau des Wassersystems. Die Rohre wurden in den 1980er-Jahren statt auf Sand einfach auf Geröll verlegt, was sie rosten ließ. In Regress konnte dafür niemand mehr genommen werden. Der Schaden liegt zwischen 200 000 und 230 000 Euro, sagt Braun. „Das war einkalkuliert“, betont er. 30 bis 40 gebrochene Rohre waren es am Ende.

Eines davon flutete Mitte November den Sitzungssaal des Kreistags im Gewerbegebiet Ost (wir berichteten). Hauseigentümer ist die Kreissparkasse. Diese hätte den Schaden eigentlich nicht bezahlen müssen, da die Leitung noch vor dem Abschnitt geborsten ist, für den der Hauseigentümer zuständig ist. Aber: „Die Leitung war unter der Bodenplatte entgegen unserer Satzung verlegt“, erklärt der Wassermeister. Also ist das Kreditinstitut haftungspflichtig.

Wie hoch der Schaden ist, kann Sparkassen-Sprecher Peter-Friedrich Sieben nicht sagen. „Wir haben es der Versicherung gemeldet, aber noch keine Endabrechnung bekommen.“ Diese dürfte jedoch höher ausfallen. Die Türen sogen das Wasser auf und waren dadurch verzogen, die Teppiche mussten ausgewechselt und die darunter liegenden Fliesen erneuert werden, berichtet Sieben. Auch die Technik nahm Schaden und die Holzvertäfelung musste ausgetauscht werden. Immerhin ist nun klar, wer dafür aufkommt.

Julia Pawlovsky

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