Klassenzimmer
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Die Klassenzimmer in Bayern sollen flächendeckend mit Lüftungsanlagen ausgestattet werden.

Aufrüstung von Schulen

Nach Söder-Ansage: Landkreis fürchtet Lieferengpässe für Lüftungsgeräte

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Lüftungsgeräte in allen Klassenzimmern bis nach den Sommerferien: Dieses Ziel hat der Freistaat ausgegeben. Im Landkreis Miesbach hält man die Umsetzung für schwierig.

Landkreis – „Beim Lüften Dampf machen“ will Ministerpräsident Markus Söder an den Schulen in Bayern. Und auch Kultusminister Michael Piazolo (FW) macht deutlich, dass das Ziel, jedes Schulhaus bis nach den Ferien mit mobilen Lüftungsgeräten auszustatten, „deutlich mehr als eine Bitte“ sei. Das ist insofern eine Ansage an die Kommunen und Landkreise, als dass diese 50 Prozent der Anschaffungskosten tragen sollen.

Wie genau dies alles vonstattengehen soll, dazu hat das Landratsamt Miesbach als Sachaufwandsträger der weiterführenden Schulen im Landkreis bislang noch „keinerlei Informationen“, teilt Sprecherin Sophie Stadler auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Weder wisse man, unter welchen Rahmenbedingungen die Beschaffung erfolgen soll, noch sei klar, welche Schulräume überhaupt mit den Lüftungsgeräten ausgestattet werden sollen. Auch zu etwaigen Förderprogrammen oder möglichen Sammelbestellungen habe man keine Auskünfte.

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Dennoch war der Landkreis in den vergangenen Monaten nicht untätig, teilt Stadler mit. So hätten etwa das Gymnasium Tegernsee, das Berufliche Schulzentrum Miesbach und das Förderzentrum Hausham schon zu Beginn des Jahres Lüftungsanlagen erhalten. Dies aber nur für die Räume, die problematisch zu lüften seien. Das Gymnasium und die Fachoberschule Holzkirchen sowie die Realschule Tegernseer Tal in Gmund, die allesamt erst in den vergangenen zehn Jahren in öffentlich-privater Partnerschaft errichtet wurden, seien bereits „werksseitig“ mit geregelten Lüftungssystemen samt entsprechender Filter ausgestattet.

Landratsamt fürchtet lange Lieferzeiten

Bislang habe man sich bei der Beurteilung der Notwendigkeit einer solchen Investition an den Empfehlungen des Umweltbundesamtes orientiert, erklärt Stadler. Infektiologisch sei die allgemeine Auffassung bis dato so gewesen, dass nur schlecht zu belüftende Räume einer technischen Ausrüstung bedürfen. Sollten nun alle bayerischen Kommunen für ihre Schulen Luftreinigungsgeräte bestellen, sei mit langen Lieferzeiten zu rechnen. Aufgrund der Höhe der zu erwartenden Auftragssummen seien wohl obendrein europaweite Ausschreibungen notwendig.  

sg

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