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Kommt der Alpenbus? Ministerpräsident Markus Söder hat jedenfalls davon gesprochen.

„Jetzt ist die Zeit für Nägel mit Köpfen“

Nach Söders Nahverkehrs-Ansage: Landrat lädt Ministerin zum Runden Tisch

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100 Millionen Euro sollen laut Ministerpräsident Markus Söder in den öffentlichen Nahverkehr fließen. Landrat Wolfgang Rzehak will die Staatsregierung darauf festnageln.

Landkreis – Zündende Ideen, wie sich der Öffentliche Nahverkehr im Landkreis verbessern lässt, gibt es viele. Was bislang fehlt, ist der finanzielle Treibstoff, diese tatsächlich auf Straße und Gleis zu setzen. Die 100 Millionen Euro, die der neue Ministerpräsident Markus Söder für den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel freimachen will (wir berichteten), könnten genau die Quelle sein, nach der man im Landkreis schon seit Jahren bohrt. Nun ist es an der Zeit, diese auch tatsächlich anzuzapfen, teilte das Landratsamt am Freitag mit.

„Jetzt ist die Zeit für Nägel mit Köpfen“, schreibt Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) in einem persönlichen Brief, in dem er der CSU-Stimmkreisabgeordneten Ilse Aigner zur Ernennung zur Bayerischen Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr gratuliert. Aigners Ressorts seien „komplexe Schlüsselthemen“ für den Freistaat und den Landkreis Miesbach. Vor allem in der Verkehrspolitik bestehe „große Einigkeit“ über die Schwerpunkte. „In der aktiven Zeit vor der Landtagswahl sehen wir viel Momentum, da zu erwarten ist, dass gerade dann keine Partei als Bremser dastehen möchte.“

Söder habe in seiner Erklärung im Landtag eine lange bestehende Forderung der Landkreise aufgegriffen, die man auch schon im Planungsverband Region Oberland vorgebracht habe. Gerade vom Landkreis Miesbach seien bereits viele Initiativen in der Verkehrspolitik ausgegangen. Als Beispiel nennt Rzehak die Entwicklung eines neuen Nahverkehrsplans, den die Zukunftswerkstatt Mobilität angestoßen hat und der bis Ende 2019 vorliegen soll. Und der Grünen-Politiker weist die CSU-Ministerin darauf hin, dass die Investitionen in den ÖPNV „von allen Parteien und Gruppierungen“ im Landkreis unterstützt würden.

Ein Schwerpunkt der Bemühungen lag zuletzt auf einer Elektrifizierung der Bahnstrecken, der Ausweitung des 30-Minuten-Takts bei der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) sowie der Stärkung der Ost-West-Querverbindungen im Busverkehr. Söders Vorschlag einer Alpenbus-Linie von Rosenheim über Miesbach, Gmund, Bad Tölz, Penzberg und weiter nach Weilheim und Garmisch-Partenkirchen stößt dabei auch im Landkreis auf Interesse. Rzehak begrüßt die Idee, weist jedoch darauf hin, „dass eine solche Buslinie nur dann eine Entlastung erreicht, wenn der Takt attraktiv genug ist“. Die Kernfrage für den Landrat ist aber, wie der Freistaat das Projekt finanziell und organisatorisch vorantreibe.

Fundierte Aussagen erhofft sich Rzehak von einem Runden Tisch, zu dem er die neue Verkehrsministerin mit seinem Brief eingeladen hat. Bei dem Treffen sollen zudem die Fraktionsvorsitzenden aller sechs im Kreistag vertretenen Parteien teilnehmen. Einen konkreten Termin gibt es noch nicht, teilt Landratsamtssprecher Birger Nemitz auf Nachfrage unserer Zeitung mit. „Wir warten noch auf eine Antwort.“

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