+
Weiteres Opfer des Sturms: Eine Linde ist auf die steinerne Ruhebank am Stadlberg in Miesbach gestürzt. 

Miesbacher Heimatfreunde geschockt

Nach Sturm: Weiteres Denkmal beschädigt

  • schließen

Die Miesbacher Heimatfreunde stehen unter Schock: Während des Sturms am vergangenen Freitag stürzte eine Linde auf die steinerne Bank zu Ehren Theodor von Zwehls. 

Miesbach – Ziemlich genau zehn Jahre ist es her, dass die Heimatfreunde Miesbach eine Erinnerungstafel an einer der Linden hinter der Steinbank auf dem Stadlberg montiert haben. Jetzt ist das kleine Schild zu Ehren von Theodor von Zwehl weg, und die Sitzfläche halbiert. Der Unwettersturm am Freitagabend hat einen der stattlichen Bäume gefällt. Der Stamm stürzte auf das Denkmal aus dem Jahr 1875 – und schlug es quasi in zwei Teile. Nach der Miesbacher Klostergrotte das zweite historische Bauwerk in der Kreisstadt, das den Orkanböen zum Opfer gefallen ist. 

Ulf Antretter war der erste, dem das „Tohuwabohu“ auf dem Stadlberg auffiel. Er war am Sonntag zur Ruhebank geradelt, um das Schild zu fotografieren. „Wir würden so eines gerne auch an der Gunetzrhainer-Kapelle anbringen“, erklärt das Mitglied der Heimatfreunde. Antretter war geschockt, als er sah, was der Sturm mit dem steinernen Werk angerichtet hatte. Die Sitzfläche war auseinandergebrochen, die kleine Säule mit dem Marterl obendrauf vom Sockel gestürzt. 

Die 14 Kinder von Theodor von Zwehl hatten das Denkmal damals an dem Aussichtspunkt über das Leitzachtal aufgebaut. Der frühere Staatsminister des Inneren und Regierungspräsident von Oberfranken sei in die Miesbacher Gegend verliebt gewesen und habe seinen jährlichen Urlaub stets hier verbracht, weiß Antretter. 

Heute ist die Bank ein beliebter Rastplatz für Spaziergänger, berichtet Bürgermeisterin Ingrid Pongratz. Sie war selbst erst am Freitagmittag am Stadlberg unterwegs. „Da war noch alles gut“, sagt Pongratz. Umso trauriger war sie, als sie von den Heimatfreunden über den Sturmschaden informiert wurde. „Das tut mir in der Seele weh“, sagt die Bürgermeisterin. Wie viele Miesbacher habe sie eine besondere Verbindung zu dem Bankerl gehabt. 

Am Montag begutachtete Pongratz den Schaden vor Ort. Der Bauhof habe die losen Teile bereits gesichert. Von einem Steinmetz werde die Stadt nun die Kosten für einen Wiederaufbau des eingetragenen Kleindenkmals schätzen lassen. „Vielleicht“, hofft Pongratz, „gibt es ja einen Zuschuss dafür.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Achtung Lawinengefahr: Sprengungen und Sperrungen im Landkreis
Große Lawinengefahr herrscht derzeit in den Bergen im Landkreis. Mit ersten Folgen: An der Spitzingstraße wurden Sprengungen durchgeführt, die B307 bei Wildbad Kreuth …
Achtung Lawinengefahr: Sprengungen und Sperrungen im Landkreis
Nun kommt der Einstieg in die Fläche
Gute Nachricht für die Internet-Nutzer, die etwas abseits angesiedelt sind: Die Stadt Miesbach steigt in das zweite Förderverfahren zum Breitband-Ausbau ein.
Nun kommt der Einstieg in die Fläche
Unfall am Sudelfeld: Polizei sucht Zeugen
Nach einer Kollision im Skigebiet Sudelfeld bei Bayrischzell sucht die Polizei dringend Zeugen. Ein Skifahrer wurde bei dem Unfall auf der Piste so schwer verletzt, dass …
Unfall am Sudelfeld: Polizei sucht Zeugen
Auf dem Bundesparteitag: Darum erteilt der SPD-Kreisverband der GroKo eine Absage
Christine Negele fährt für den Kreisverband Miesbach zum SPD-Bundesparteitag. Dort wird sie gegen  Koalitionsverhandlungen mit der Union stimmen. Warum, erklärt sie im …
Auf dem Bundesparteitag: Darum erteilt der SPD-Kreisverband der GroKo eine Absage

Kommentare