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Zu Zuständen wie in Essen ist es bei der Miesbacher Tafel noch nicht gekommen.

Kein Unterschied zwischen Ausländern und Deutschen

Nach Tafel-Ärger in Essen: So geht das BRK in Miesbach mit Engpässen um

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Die Entscheidung der Essener Tafel, keine Ausländer mehr aufzunehmen, hat für viele Diskussionen gesorgt. Auch in Miesbach gab es mal einen Engpass. Der wurde aber anders gelöst.

Landkreis – Darf man Bedürftige nach ihrer Herkunft klassifizieren? Nach der Entscheidung der Essener Tafel, wegen des großen Andrangs vorerst keine Ausländer mehr aufzunehmen, wird diese Frage in ganz Deutschland heftig diskutiert. Zumindest was den Engpass an Waren anbelangt, kann Isolde Besel, stellvertretende BRK-Kreisgeschäftsführerin und Leiterin der Tafel-Ausgabe in Miesbach und Hausham, die Situation in Essen durchaus nachvollziehen. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle Anfang 2016 sei es auch im Landkreis Miesbach zu Kapazitätsproblemen gekommen, berichtet Besel. „Da sind wir schon geschwommen.“

Um die Lage wieder in den Griff zu bekommen, habe man entschieden, kurzfristig keine Tafel-Ausweise mehr auszustellen. Weder an Flüchtlinge, noch an einheimische Bedürftige. Ganz bewusst habe das BRK hier keine Unterscheidung vorgenommen. Da sich der Engpass aber bereits nach 14 Tagen wieder entspannt habe, sei aber faktisch niemand abgewiesen worden, so Besel. „Die Ausweise werden eh nur im Halb-Jahres-Rhythmus ausgegeben.“

Seitdem laufe der Tafel-Betrieb wieder ganz normal und harmonisch ab. Besel führt dies in erster Linie auf das Fingerspitzengefühl der Helfer zurück. Diese würden den Spagat einer möglichst gerechten Verteilung sehr gut hinbekommen. Wenn sich Warteschlangen bilden – regelmäßig suchen zwischen 40 und 60 Menschen die Tafeln auf – entscheide das Los, wer zuerst bedient wird. „Unsere Helfer kennen ihre Leute“, sagt Besel. Das erleichtere ihnen die Planung.

Dass sich Deutsche und Ausländer bei den Lebensmitteln ins Gehege kommen, sei ohnehin nicht oft der Fall, meint Besel. „Die Essgewohnheiten unterscheiden sich doch erheblich.“

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