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„Jetzt kannst du dein müdes Haupt auf ein Kissen legen“: Inge Jooß (l.), Integrationsbeauftragte der Stadt Miesbach, überreichte Lisa Braun-Schindler zum Abschied aus der Arbeiterwohlfahrt einen Geschenkkorb.

„Du bist ein Vorbild für mich“

Nach über 25 Jahren im Dienst: Lisa Braun-Schindler verabschiedet

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Über ein Vierteljahrhundert prägte Lisa Braun-Schindler die Migrationsarbeit im Landkreis. Jetzt wurde sie in der Ruhestand verabschiedet.

Miesbach – Lisa Braun-Schindler schluckt. Immer wieder versagt ihr die Stimme. „Das ist kein einfacher Tag für mich“, sagt sie. „Diese ganze Wertschätzung hat mich sehr berührt, aber auch gefreut.“ Eine Wertschätzung, ausgedrückt in den zahlreichen Dankesreden ihrer Kollegen und Wegbegleiter, die die Sozialpädagogin gestern offiziell in den Altersruhestand verabschiedet haben.

26 Jahre lang organisierte Braun-Schindler die Migrations- und Aussiedlerberatung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Landkreis. Gleichzeitig leitete sie das Netzwerk Integration. Wie übermäßig groß ihr Engagement in den vergangenen Jahren war, und wie sehr sie die Arbeit mit und für Flüchtlinge geprägt hat, betonte jeder, der das Wort während der Verabschiedung ergriffen hat.

„Wegen dir mache ich das so gerne“, sagte Max Niedermeier, Integrationsbeauftragter des Landkreises. „Du bist ein Vorbild für mich.“ Und auch Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz verlor nur gute Worte über die Sozialpädagogin: „Sie hat so unglaublich viel für unseren Landkreis getan“, sagte sie auch in Vertretung für den Landkreis als stellvertretende Landrätin. „Sie ist so eine wunderbare Person und hat so viel geleistet.“

Die Kreisrätin und städtische Integrationsbeauftragte Inge Jooß betonte die besondere Liebenswürdigkeit, das außergewöhnliche Interesse für die Menschen, die Suche nach immer wieder neuen Ideen, Mitarbeitern und Hilfe sowie das hohe Arbeitspensum Braun-Schindlers in ihrer Rede. Mit den Worten „jetzt kannst du dein müdes Haupt auf ein Kissen legen“, verabschiedete Jooß Braun-Schindler mit einem Geschenkkorb, inklusive Eulenkissen, in den wohlverdienten Ruhestand.

Als abschließend Lisa Braun-Schindler selbst das Wort ergriff, war sie sichtlich ergriffen aufgrund der vielen lobenden und wertschätzenden Worten für sie und ihre Arbeit. „Das berührt mich sehr“, sagte sie. „Das zeigt die Verbundenheit, die wir viele Jahre hatten.“ Dabei betonte sie vor allem auch die gute Zusammenarbeit mit ihrem gesamten Team, den Behörden, Verbänden, der Stadt und dem Landkreis. „Es gab immer Menschen, die konnte ich jederzeit ansprechen“, lobte Braun-Schindler die Zusammenarbeit in allen Bereichen. „Ich hatte das Glück im Landkreis immer Unterstützung zu bekommen, auch finanziell.“

Ob sich die Sozialpädagogin nach ihrem Abschied aus dem Hauptamt ganz aus den Tätigkeiten in der Migrationsberatung zurückzieht, darüber hat sie kein Wort verloren. Bürgermeisterin Pongratz gab dazu in ihrer Rede eine Einschätzung: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie alles ganz aufgibt“, meinte sie. „Sie wird vielleicht nur etwas kürzer treten.“ Darauf setzt auch Walter Sedlmayer, Vorsitzender der AWO Miesbach: „Ich denke, dass wir einen Weg finden, dass Lisa mit ihrem Engagement erhalten bleibt.“

tas

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