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Hofft weiter auf Unterstützung: Bernhard Heidl, Vorsitzender des Fördervereins Warmbad Miesbach, mit der Unterschriftenliste zur Online-Petition.

„Damit können wir noch besser Druck aufbauen“

Nach Zuschuss für Luxus-Spa: Förderverein will Aufschrei nutzen

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Eine Zuschuss für ein Luxus-Spa am Tegernsee: Auch der Förderverein Warmbad Miesbach hat sich darüber gewundert. Statt sich zu ärgern, nutzt er den Aufschrei für seine Petition.

Miesbach – Die einen kämpfen um Geld für die Zukunft eines öffentlichen Schwimmbads, die anderen bauen eine Luxus-Wellness-Oase für ihre Gäste – und werden dafür auch noch vom Freistaat gesponsert. Bernhard Heidl, Vorsitzender des Warmbad-Fördervereins Miesbach, gehört zur ersten Gruppe, Korbinian Kohler, Chef des Hotels Bachmair Weissach am Tegernsee, zur zweiten. „Beide Einrichtungen haben ihre Berechtigung“, sagt Heidl. „Aber dann müssten auch beide staatlich gefördert werden.“ Für ihn eine Frage der Gleichberechtigung.

Anstatt sich aber über die öffentlichen Gelder für das Luxus-Spa in Weissach zu ärgern, denkt Heidl lieber an seine Online-Petition für einen Sonderfonds für sanierungsbedürftige, kommunale Bäder in Bayern. 761 Unterstützer haben am 15. November bereits unterschrieben. Das sind zwar nur drei Prozent der für ein Quorum erforderlichen 24 000, doch Heidl ist zufrieden mit der Resonanz.

Die Unterstützer kommen nicht nur aus Miesbach, sondern aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus. Ihre Kommentare zeigen, dass Heidl nicht allein ist mit seiner Einschätzung. „Es braucht leistbare Schwimmbäder und nicht nur überteuerte Wellnessoasen“, schreibt eine Haushamerin. Für einen Münchner ist es „Teil unserer Kultur, öffentlich geförderte Schwimmbäder zu haben, die für jeden zugänglich sind“. Und eine weitere Haushamerin meint, dass das Miesbacher Bad dank seines geringen Eintrittspreises allen offen stünde und nicht nur einem „auserwählten Kreis von Besserverdienern“.

Interessant ist für Heidl, dass sich auch Bürger aus anderen Gemeinden Bayerns gemeldet haben und von ähnlichen Schicksalen berichten. Mit den dortigen Kommunalpolitikern werde der Förderverein in Kontakt treten. „Gemeinsam können wir unser Problem besser an die Politik herantragen“, sagt Heidl.

Auch den Aufschrei über den Zuschuss für das Bachmair Weissach will der Miesbacher nutzen. „Damit können wir noch besser Druck aufbauen“, sagt er. Spätestens nach Ablauf des Petitionszeitraums Anfang Februar will Heidl bei Ministerin Ilse Aigner vorstellig werden – und ihr die Unterschriftensammlung „publikumswirksam überreichen“.

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