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im Waitzinger Bräu ist seit fast zwei Jahren kein Wirt mehr. Im Mai eröffnet nun ein Ristorante

Am Miesbacher  Stadtplatz 

Nach zwei Jahren Leerstand: Romolo übernimmt Waitzinger Bräu

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Es zieht wieder ein Wirt ins Waitzinger Bräu am Miesbacher Stadtplatz. Der Italiener Romolo Marchetti, bekannt durch sein Lokal in Schaftlach, wird dort ein Ristorante eröffnen. 

Miesbach/Schaftlach – Eigentümer Korbinian Kohler ist mehr als zufrieden. „Es gibt nur wenige, denen ich zutraue, das hinzukriegen“, meint der Unternehmer. Aber Romolo Marchetti, der seit neun Jahren in Schaftlach ein Ristorante führt, traut er die Aufgabe zu. „Für mich ist das der beste Italiener im Landkreis“, sagt Kohler. Er gehe dort selbst gerne mit seiner Frau zum Essen.

Die Aufgabe allerdings ist keine leichte. Immer wieder warfen Wirte als Pächter des Waitzinger Bräu nach recht kurzer Zeit das Handtuch, zuletzt im Frühjahr 2018 der Franzose Tanguy Doron. Sein Traum von der bayerischen Brasserie war an mangelnder Resonanz gescheitert.

Nach Pleitenserie hatte Kohler die Suche nach einem Wirt schon aufgegeben

Kohler, dem unter anderem auch das Hotel Bachmair-Weissach und das Hotel Bussi Baby in Bad Wiessee gehören, wollte nach der Pleiten-Serie schon keinen neuen Wirt mehr für sein Gasthaus in bester Lage suchen. Wie berichtet, verhandelte Kohler mit einer Einrichtung, die in den großzügiger Erdgeschoss-Räumen eine Begegnungsstätte für Suchtkranke und - gefährdete sowie deren Angehörige schaffen wollte. Dies scheiterte an der Ablehnung des Miesbacher Stadtrats. Der lehnte eine Umnutzung entschieden ab, verhängte eine Veränderungssperre und gab Kohler eine Empfehlung auf den Weg: Er möge einen sechsten Versuch mit einem Wirt wagen und die Pacht „monetär niedriger“ ansetzen. Ein Vorhalt, der Kohler heute noch ärgert. Gerade einmal sechs Euro pro Quadratmeter habe er verlangt, berichtet Kohler. „Ein lächerlicher Preis.“ Überhaupt hadert er mit der Politik. Darum wolle er sich jetzt selbst engagieren und kandidiere auf der CSU-Liste für den Gmunder Gemeinderat, setzt Kohler hinzu.

Ristorante im linken Teil des Waitzinger Bräu

Von seiner Ankündigung, den Waitzinger Bräu dauerhaft leer stehen zu lassen, ist der Gmunder aber doch abgerückt. „Weil ich jetzt einen hochkarätigen Wirt habe.“

Der ganze Gastraum ist allerdings zu groß für Marchettis Ristorante. Darum wird er nur den linken Teil mit etwa 70 Plätzen und den Biergarten nutzen. Den rechten Teil will Kohler als Büroraum vermieten – und hofft für die dafür notwendige Nutzungsänderung auf ein Entgegenkommen der Stadt.

Tage des Schaftlacher Romolo sind gezählt

Romolo Marchetti (64) freut sich auf den Start in Miesbach. Die Tage seines Ristorantes in Schaftlach sind gezählt. Die Eigentümer des Hauses haben sich den Abriss des Hauses schon genehmigen lassen. Zwar sollen auf dem Grundstück in der Nähe des Bahnhofs nicht nur Wohnungen, sondern auch wieder ein Lokal entstehen, doch darauf kann Marchetti nicht warten. An Ruhestand denkt er nicht, sein Team besteht aus acht Angestellten. „Mein Beruf ist meine Liebe“, sagt er. In Miesbachs Mitte, davon ist er überzeugt, ist noch gut Platz für ein italienisches Restaurant, trotz der Konkurrenz in der Nachbarschaft. An seinem Konzept und seiner Speisekarte will Marchetti in Miesbach nichts ändern.

Wann in Schaftlach Schluss ist, darüber will Marchetti zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen, mit Verweis auf laufende Gespräche mit den Hauseigentümern. Sicher ist eines: Er wird sehr vermisst werden. Das Romolo ist Schaftlachs letztes Lokal.

Lesen Sie auch: Aufs Romolo soll wieder eine Gaststätte folgen 

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