1. Startseite
  2. Lokales
  3. Miesbach
  4. Miesbach

Nachhaltigkeit im Tourismus: „Kein Produkt, sondern eine Haltung“

Erstellt:

Von: Sebastian Grauvogl

Kommentare

Eröffnete den Abend: Landrat Olaf von Löwis (l.) bezeichnete einen nachhaltigen Tourismus als entscheidend für die weitere Entwicklung des Landkreises.
Eröffnete den Abend: Landrat Olaf von Löwis (l.) bezeichnete einen nachhaltigen Tourismus als entscheidend für die weitere Entwicklung des Landkreises. © Thomas Plettenberg

Rund 100 Teilnehmer haben bei einer Konferenz im Waitzinger Keller in Miesbach über Nachhaltigkeit im Tourismus diskutiert. Die Botschaft: Gefragt ist jeder Einzelne.

Landkreis – Was sich so manches Unternehmen als Modewort in Zeiten des Klimawandels nur allzu gern auf die Fahnen pinselt, ist beim Naturhotel Tannerhof in Bayrischzell Teil des Grundsteins: Nachhaltigkeit. Von Generation zu Generation werde dort die Bedeutung des Erhalts und der Wertschätzung der Natur weitergetragen, teilt das Kommunalunternehmen Regionalentwicklung Oberland (REO) im Bericht über die Nachhaltigkeitskonferenz „NK22“ im Waitzinger Keller in Miesbach mit. Dort stellte Betreiberin Burgi von Mengershausen am praktischen Beispiel ihres Hauses vor, wie sich Energieversorgung, (bio)regionale Produkte und Materialien und sogar die Einstellung ihrer Mitarbeiter in ein nachhaltiges Gesamtkonzept integrieren lassen. Nicht umsonst ist der Tannerhof Teil der Gemeinwohlökonomie und hat 2018 den Nachhaltigkeitspreis erhalten.

Rund 100 Akteure aus dem Tourismus und weitere Interessierte waren auf Einladung der REO, des Tegernseer Tal Tourismus, des Wirtschaftsforum Oberland und des Tölzer Land Tourismus in den Waitzinger Keller gekommen, um sich über das Thema Nachhaltigkeit im Tourismus auszutauschen (wir berichteten). Die zentrale Botschaft des Abends fasste REO-Vorstand Harald Gmeiner zusammen, indem er jeden einzelnen Teilnehmer in die Pflicht nahm: „Jeder von uns ist verantwortlich und kann seinen Teil dazu beitragen, damit wir das Thema bei uns weiterentwickeln können“, sagte Gmeiner. Nachhaltigkeit im Tourismus solle kein Produkt sein, sondern eine Haltung. Ziel müsse es sein, Lebensgefühl und -qualität für Einheimische und Gäste zu bewahren, betonte der REO-Vorstand.

Landrat: Nachhaltiger Tourismus entscheidend für Entwicklung des Landkreises

Dass dies nicht nur für die touristischen Leistungsträger von entscheidender Bedeutung sei, sondern auch für die gesamte Entwicklung des Landkreises, stellte Landrat Olaf von Löwis bei seiner Begrüßung heraus. Als Diplom-Forstwirt sei ihm nachhaltiges Wirtschaften auch ein ganz persönliches Anliegen, sagte Löwis.

Danach leiteten die Moderatoren, Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagerin Christine Busch und Stefan Drexlmeier als Vorstandsvorsitzender der Energiewende Oberland (EWO) zu den Experten über. Anne Scheffold vom Holzkirchner Büro Realizing Progress, das aktuell unter anderem die Bayern Tourismus Marketing GmbH (BayTM) sowie den Tourismusverein Oberbayern München (TOM) berät, wies in ihrem Vortrag darauf hin, dass „gute Zusammenarbeit und Netzwerken“ entscheidend seien, um beim Thema Nachhaltigkeit voranzukommen. Andreas Koch, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens blueContec, teilte Erfahrungen aus seinen Kursen mit Hotelbetreibern, Reiseveranstaltern und Destinationen mit den Konferenzteilnehmern. Sein Appell: „Wenn wir Tourismus richtig machen, zeigen wir der Welt, wie es geht.“

Klimadinner mit (bio)regionalen Produkten

Bei allem fachlichen Input konnten sich die Gäste im Waitzinger Keller jedoch nicht einfach nur zurücklehnen und sich berieseln lassen. Immer wieder eingestreute interaktive Umfragen regten sie zum Mitmachen und Nachdenken an. Die Belohnung wartete zum Abschluss im Culinaria, dem Restaurant des Waitzinger Kellers: ein Klimadinner mit ausschließlich regionalen Produkten. Dieses bot zugleich Gelegenheit, die eine oder andere Erkenntnis der Konferenz beziehungsweise des gesamten Nachhaltigkeitssommers in gemütlicher Runde zu vertiefen.

Auch wenn sich mit der Konferenz dieser Kreis nun geschlossen habe, ist das Thema laut dem Leiter des Tölzer Land Tourismus, Andreas Wüstefeld, längst nicht abgeschlossen: „Wir wollen die Nachhaltigkeit in unseren beiden Landkreisen weiter gemeinsam vorantreiben.“

sg

Auch interessant

Kommentare