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Eva Maier ist im Alter von 68 Jahren gestorben.

Sie war der Motor der Bürgerstiftung

Nachruf auf Eva Maier: Die einfühlsame Kämpferin

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Ohne sie hätte es die Bürgerstiftung Miesbach nicht gegeben - und die Klosterwiese wäre heute bebaut. Nun ist Eva Maier im Alter von 68 Jahren gestorben. Ihr Lebenswerk ist groß.

Miesbach – Im strömenden Regen marschieren 200 Miesbacher mit Transparenten durch die Kreisstadt. Sie gehen für den Erhalt ihres Klosters auf die Straße. Auch Eva Maier ist dabei. An vorderster Front und mit einem strahlenden Lächeln unter ihrem Hut. „Eine einfühlsame Kämpferin mit unerschütterlichem Optimismus“ – so beschreibt Ferdinand Huber, Vorsitzender des Stiftungsrats der Bürgerstiftung Miesbach, seine langjährige Mitstreiterin.

Den Kampf gegen ihre schwere Krankheit konnte Maier nicht gewinnen. Am 31. Oktober ist die ehemalige Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung und Witwe des früheren Miesbacher Bürgermeisters Gerhard Maier im Alter von 68 Jahren gestorben. „Sie war der Motor“, schwärmt Huber. Ohne Maiers Engagement würde es die 2010 gegründete Bürgerstiftung nicht geben – und auf der Klosterwiese stünden heute vermutlich Wohnblöcke.

So setzte sich Maier dafür ein, dass das finanzielle Vermächtnis ihres Mannes an die Stadt in den Kauf des Klosterareals fließt. Auch bei den unzähligen Aktionen der Bürgerstiftung zum Sammeln von Spendengeldern half sie mit. Als „Mutter der Kompanie“, wie Huber die ehemalige Vorsitzende liebevoll bezeichnet, backte sie Schneeballen und Schmalznudeln. Beizeiten habe sie aber auch so manch Uneinsichtigem „de Wadl fiere gricht“. Mit ihrer Leidenschaft habe sie den Miesbachern klargemacht, über welchen Schatz sie mit dem Klosterensemble verfügen.

Überhaupt habe Maier immer zu ihrer Meinung gestanden, erzählt Tochter Katharina. „Sie war eine Kämpferin für Gerechtigkeit.“ 30 Jahre war die examinierte Krankenschwester als ehrenamtliche Richterin am Bayerischen Verwaltungsgericht tätig. Sogar 40 Jahre war sie beim Roten Kreuz, wo sie die Kleiderkammer und die Tafel in Miesbach mitgründete. Für diese und weitere Verdienste erhielt Maier 2001 das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten.

Doch die gebürtige Haushamerin und begeisterte Hobby-Gärtnerin bewegte auch vieles im Stillen. So pflegte sie kranke oder sterbende Verwandte, Freunde und Bekannte. „Für sie war das ein Akt der Nächstenliebe“, sagt die Tochter. Als ihre Mutter selbst erkrankte, durfte auch sie eine liebevolle Betreuung bei der Domicilium Hospizgemeinschaft in Weyarn erfahren. Bei jener Einrichtung, die sie stets als „Segen im Landkreis“ bezeichnet habe.

In den Erinnerungen ihrer drei Kinder und vier Enkel lebt Maier weiter – genauso wie ihr Lebenswerk in der Kreisstadt. „Sie war ein Vorbild für uns alle“, sagt Andreas Brünner, der im Frühjahr Maiers Nachfolge bei der Bürgerstiftung angetreten hat. Aus gesundheitlichen Gründen war die damals 67-Jährige nicht mehr zur Wiederwahl angetreten. Nur ein halbes Jahr später müssen sich ihre Weggefährten nun für immer von Maier verabschieden. Sie tun dies in Dankbarkeit.

Der Trauergottesdienst

für Eva Maier beginnt am heutigen Samstag um 10 Uhr in der Stadtpfarrkirche Miesbach.

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