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Lesen beflügelt den Geist: Der Pegasus des Miesbacher Gymnasiums legte bei seiner Rückkehr an die Schule einen Zwischenstopp beim Miesbacher Merkur ein. 

Gymnasium Miesbach holt sein Wappentier zurück

Nächtliche Rettungsaktion: Der Pegasus kehrt heim

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Miesbach – Das geflügelte Pferd steht wieder im heimischen Stall. In einer Nacht- und Nebelaktion hat eine Rettungstruppe des Gymnasiums Miesbach den verschollenen Pegasus zurück an die Schule geholt.

Der stellvertretende Schulleiter Markus Gamperling und drei Ex-Schüler des Gymnasiums Miesbach befreiten den Pegasus in der Nacht von Donnerstag auf Freitag aus seinem unwürdigen Exil und holten ihn zurück an die Schule. Wie berichtet, hatte ein Spaziergänger die über Jahre verschollene und mittlerweile beschädigte und verwitterte Aluminium-Skulptur zuvor auf dem Waldboden hinter der Salzlagerhalle des Landkreises in Thalham entdeckt.

Die Rettung geschah – passend zur abenteuerlichen Geschichte des Pegasus – in einer Nacht- und Nebelaktion. Um Mitternacht hievten Gamperling und seine drei Helfer – mit Stirnlampen und Taschenlampen ausgerüstet – die 100 Kilo schwere Skulptur auf einen Anhänger und fuhren sie nach Miesbach – natürlich nach vorheriger Absprache mit dem Landratsamt. Noch länger wollten sie das stolze Wappentier nicht im frei zugänglichen Gelände lassen. „Durch den Zeitungsartikel wusste ja jeder, wo er ist“, sagt Gamperling. Quasi als Dank für den Bericht legten die Retter einen kurzen Fotostopp vor der Redaktion des Miesbacher Merkur ein. 

Der stellvertretende Schulleiter hatte nicht als einziger der Rettungstruppe eine persönliche Bindung zum Pegasus entwickelt. Auch die drei ehemaligen Schüler hatten ihn in guter Erinnerung. Einer von ihnen war in den 1990er-Jahren am Gymnasium, als das Symbol des geflügelten Pferds erstmals an der Schule auftauchte. Ein zweiter kümmerte sich bei der Enthüllungsfeier 1996 um die Beleuchtung der Figur. Offenbar ein Schlüsselmoment, wie Gamperling schmunzelnd erzählt: „Heute ist er Veranstaltungstechniker.“ Der dritte Ex-Schüler hatte den Pegasus schon einmal in der Nacht aufgesucht, als er ihn beim Abi-Streich 2004 mit den anderen Absolventen vom Vordach klauen wollte.

Damit dem heldenhaften Tier solch unfreiwillige Ausflüge künftig erspart bleiben, haben es Gamperling und seine Helfer in einer Garage der Schule verwahrt. „Sicher hinter Schloss und Riegel“, sagt Gamperling. Bevor der Pegasus wieder einen ehrenhaften Platz bekommt, braucht er aber erst eine Frischzellenkur. „Ein Dampfstrahler reicht da nicht“, sagt der stellvertretende Schulleiter schmunzelnd. Erste Spendenangebote habe das Gymnasium aber schon erhalten. Es deutet also alles darauf hin, dass der Pegasus bald wieder auferstehen könnte. Wie einst Phönix aus der Asche.

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