Ein Birkhuhn ziert das T-Shirt aus dem „Sauba bleim“-Shop. Maximilian Arnhold unterstützt mit einem Teil des Erlöses Umweltprojekte.
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Ein Birkhuhn ziert das T-Shirt aus dem „Sauba bleim“-Shop. Maximilian Arnhold unterstützt mit einem Teil des Erlöses Umweltprojekte.

Förderung von Umweltprojekten

Gründer im Interview: Online-Shop spendet für Naturschutz - Projektpartner willkommen

  • Jonas Napiletzki
    vonJonas Napiletzki
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Max Arnhold hat gemeinsam mit seiner Kollegin Stefanie Raschke einen Online-Shop mit Textilien eröffnet. Die Motive sollen Menschen für mehr Naturschutz in den Alpen sensibilisieren.

Landkreis – 50 verkaufte Textilien in zwei Monaten – der Start seines nebenberuflichen Online-Shops „Sauba Bleim“ ist Gründer Maximilian Arnhold gelungen. Um Profit geht es dem 29-Jährigen aber nicht. Die nachhaltigen Shirts und Pullover mit aufgedruckten Umweltmotiven sollen vor allem eines: Menschen für die Natur sensibilisieren. Nebenbei spendet Arnhold einen Teil des Erlöses an Umweltprojekte. Was hinter dieser Idee steckt, welche Ziele Arnhold verfolgt und wie er seine Kunden für den Umweltschutz begeistern will, verrät der Münchner im Gespräch.

Herr Arnhold, Sie wohnen in München, engagieren sich aber im Oberland. Ein Widerspruch?

Arnhold: Ich bin begeisterter Bergsportler. Beim Klettern und Wandern bin ich oft im Garmischer oder Miesbacher Landkreis anzutreffen. Viele der anderen Tagestouristen hinterlassen Müll, verschmutzen die Berge und missachten die Regeln in der Natur. Das ist mir persönlich ein großer Dorn im Auge. Seit Jahren nehme ich Mülltüten mit auf meine Ausflüge und nehme so viel mit, wie ich kann. Aber auf lange Sicht will ich mehr erreichen, das Problem an der Wurzel bekämpfen.

Was können Sie als Privatmann gegen die Regelverstöße tun?

Arnhold: Genau das ist die Herausforderung. Ich beobachte Regelverschärfungen, die mangels Kontrollen aber wenig bringen. Das Ziel meiner Kollegin Stefanie Raschke und mir ist es, das Unterbewusstsein der Menschen anzusprechen. Wir wollen Menschen begeistern, verbieten können wir ihnen nichts. So kam ich im Juni beim Wandern auf die Idee mit den nachhaltigen Textilien mit Umweltmotiven. Stefanie kümmert sich neben dem Design der Motive um das Marketing und die Social Media Kanäle. Ich übernehme den Vertrieb und die Spendenverteilung. Wir geben fünf Prozent des Netto-Verkaufspreises an sorgsam ausgewählte Umwelt-, Natur- oder Artenschutzprojekte in der Alpenregion ab. Zusätzlich haben die Kunden die Möglichkeit, direkt zu spenden – auch ohne Einkauf. Unsere Priorität ist nicht der Gewinn, sondern die Unterstützung der Projekte. Stefanie und ich sind beide berufstätig – den Onlineshop „Sauba Bleim“ machen wir bisher in unserer Freizeit.

Welche Projekte unterstützen Sie derzeit?

Arnhold: Über einen Zeitraum von sechs Monaten sammeln wir Geld für zwei Projekte. Zum einen unterstützen wir den „Tag der Naturdetektive“ an der Grundschule Bayrischzell. Der Organisator Florian Bossert, Gebietsbetreuer für das Mangfallgebirge am Landratsamt Miesbach, kann damit beispielsweise die beteiligten Natur- und Umweltpädagogen mitfinanzieren. Zeitgleich fördern wir den Wildtierwaisen-Schutz-Verein aus München. Im nächsten Jahr planen wir, den Landesbund für Vogelschutz zu unterstützen. Ein Steinadler als Motiv könnte auf den Herrscher der Lüfte aufmerksam machen. Ziel wird es sein, mit den Spenden die Adlerhütte im Allgäu und Projekte für den Erhalt des Adler-Lebensraums mitzufinanzieren. Vor Adlern habe ich selbst große Ehrfurcht, das Projekt ist eine Herzensangelegenheit. Für den Verein Wildes Bayern erstellen wir zudem ein Gams-Motiv, das wir in unsere Kollektion aufnehmen wollen, um die Aktion „Rettet die Gams“ zu unterstützen.

Nach welchen Kriterien suchen Sie die Projektpartner denn aus?

Arnhold: Wir suchen kleine Projekte über lokale Vereine. Dann treten wir in persönlichen Kontakt mit den Initiatoren. Wenn das Projekt in unsere Philosophie passt, nehmen wir es auf. Für den Anfang haben wir auch die Landratsämter Traunstein, Bad Tölz, Garmisch-Partenkirchen und Miesbach angeschrieben und bieten Unterstützung an. Manche – wie Herr Bossert aus Miesbach – haben sich zurückgemeldet. So kamen wir auf die Grundschule Bayrischzell.

Also Unterstützung, die gerne angenommen wird?

Arnhold: Herr Bossert beispielsweise war sofort begeistert von unserer Idee. Auf seine Initiative hin haben wir auch das vom Aussterben bedrohte Birkhuhn als Textil-Motiv aufgenommen. Eine super Möglichkeit, um Leute dafür zu sensibilisieren, dass diese Vögel im Mangfallgebirge einen ihrer letzten Rückzugsorte haben. Der Gebietsbetreuer hat noch mehr Ideen, bei deren Realisierung er uns künftig einbeziehen kann. Daraus entsteht eine Win-Win-Situation. Wir verkaufen Textilien zur Sensibilisierung der Menschen, spenden für Bosserts Projekte, und er macht auf uns aufmerksam. Das Ziehen an einem Strang ist bei solchen Projekten ausschlaggebend.

Die Textilbranche steht häufig wegen ökologischer Aspekte in der Kritik. Wie lösen Sie diesen Spagat?

Arnhold: Tatsächlich sind unsere Produkte durchgängig nachhaltig. Das bedeutet, dass wir auf Hersteller zurückgreifen, die Naturfasern wie Bio-Baumwolle und Recycling-Materialien verwenden. Umweltfreundliche und faire Herstellung ist ebenso Pflicht. Die Farben für den Druck sind vegan, also tierversuchsfrei, biologisch abbaubar und basieren auf Wasser. Wir versenden klimaneutral und plastikfrei zum Kunden. Wenn wir etwas machen, dann gscheid (lacht). Restware gibt es bei uns auch nicht. Die Kleidung wird erst nach Bestellung bedruckt.

Das Gespräch führte: Jonas Napiletzki.

Der Shop ist unter www.saubableim.de erreichbar. Neben den Spendenmöglichkeiten sind dort auch Informationen zu den Projekten veröffentlicht. Vereine, die Projektpartner werden möchten, dürfen sich unter Telefon 01 60 / 94 90 87 00 melden.

Lesen Sie auch, wie Florian Bossert versucht, die Regeln im Mangfallgebirge durchzusetzen.

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