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Problemfall: Seit März 2018 ist der Waitzinger Bräu am Miesbacher Stadtplatz geschlossen. Ein neuer Wirt ist seitdem nicht in Sicht. 

Eigentümer hatte andere Pläne...

Nein zu Umnutzung: Stadt hält an Waitzinger Bräu fest

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Fünf erfolglose Versuche, einen neuen Wirt zu finden: Deshalb hatte der Eigentümer des Waitzinger Bräu in Miesbach eine Umnutzung beantragt. Doch die Stadt ist dagegen.

Miesbach – Der Waitzinger Bräu soll erhalten bleiben. Diese Botschaft sendete der Miesbacher Stadtrat mit der Änderung des Bebauungsplans „Brauereigebiet“, die unter anderem eine soziale, kirchliche oder verwaltungsorientierte Nutzung von Flächen im Erdgeschoss untersagt. Büronutzung soll nur in Ausnahmefällen möglich sein. Dass die Stadt damit auch aus Sicht der Miesbacher auf dem richtigen Weg ist, belegt die vorgezogene Bürgerbeteiligung: Es gab keine Einwendungen, dafür aber einzelne positive Rückmeldungen.

Nein zu Umnutzung: Stadt Miesbach hält an Waitzinger Bräu fest

Wie berichtet, will Eigentümer Korbinian Kohler die Gaststätte umnutzen und an eine soziale Einrichtung verpachten, die dort eine Kontakt- und Begegnungsstätte für Suchtkranke und -gefährdete sowie deren Angehörige einrichten möchte. Dies hätte aber zur Folge, dass die Traditionswirtschaft endgültig Geschichte wäre.

Stadtplatz soll belebt werden

Nicht nur deshalb sprach sich der Stadtrat im März dieses Jahres dafür aus, den Bebauungsplan dahingehend zu ändern, dass in den Erdgeschossräumen künftig keine Nutzung mehr erlaubt werden soll, die reizarme Schaufenster mit sich bringt. Ziel müsse es sein, gerade den Stadtplatz möglichst gut zu beleben.

Wie Bauamtsleiter Lutz Breitwieser nun im Bauausschuss, der für das weitere Änderungsverfahren des Bebauungsplans zuständig ist, berichtete, habe es zwischenzeitlich ein Gespräch zwischen Kohler und Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) gegeben. Dabei habe der Eigentümer erklärt, dass es bereits fünf Versuche gegeben habe, die Wirtschaft zu betreiben, aber ohne dauerhaften Erfolg. Alle Konzepte seien an den Standortvoraussetzungen gescheitert, habe Kohler festgestellt und betont: Weitere Versuche könne er sich nicht leisten.

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Eine Aussage, die die Mitglieder des Bauausschusses mit Blick auf Kohlers Hotelbetriebe – das Bachmayr Weissach in Rottach-Egern und das Bussi Baby in Bad Wiessee – nicht glauben mochten. Dass die Stadt trotz Kohlers Argumente am eingeschlagenen Kurs festhält, erklärte Breitwieser so: „Die Gesamtumstände für die Wirtschaft können sich ändern, die Umnutzung weg vom Waitzinger Bräu lässt sich dagegen nicht rückgängig machen.“

Zweiter Bürgermeister empfiehlt Eigentümer Kohler niedrigere Pacht

Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD), der die Sitzung vertretungsweise leitete, merkte dazu mit Blick auf die Pachthöhe an: „Ich empfehle einen sechsten Versuch, der monetär niedriger angesetzt werden sollte.“ Insgesamt sprach sich auch Fertl dafür aus, beim eingeschlagenen Kurs zu bleiben. Der Waitzinger Bräu habe als Teil des geschützten Ensembles und als Einzeldenkmal am Stadtplatz eine besondere Bedeutung, die es zu beachten gelte.

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Eine Ausnahme gewährte der Bauausschuss dann doch. Der Eigentümer des Gebäudes am Habererplatz zwischen Moserpassage und Habererschupf bat darum, seinen Komplex von der Regelung zu befreien. Seine Begründung: Er wolle dort umbauen und die Fläche für Wohnungen nutzen. Dies sei jedoch mit einem geänderten Bebauungsplan nicht mehr möglich.

Die Ausschussmitglieder zeigten dafür Verständnis. Es herrschte Einigkeit, dass das besagte Gebäude für das Ziel, den Stadtplatz lebendig zu halten, keine Rolle spiele. „Von der Lage her gehört es mehr zur dahinter verlaufenden Schmiedgasse“, stellte Franz Mayer (CSU) fest.

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Der Herausnahme wurde vom Gremium zugestimmt. Damit geht der Bebauungsplan ohne dieses Gebäude ins weitere Verfahren. Nach der freiwilligen frühzeitigen öffentlichen Beteiligung folgt jetzt die eigentliche Beteiligungsrunde.

ddy

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