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Der kürzlich prämierte Siegerentwurf sieht einen z-förmigen Ersatzbau fürs Landratsamt und dahinter die Wohnbebauung (Bildmitte oben) vor.

Neubau am Landratsamt

Günstige Wohnungen stehen früher zur Verfügung

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Auf die Miesbacher kommt am Landratsamt eine Großbaustelle zu – aber nur ein Mal. Ersatzbau, Wohnungen und Tiefgarage werden in einem Schwung errichtet.

Miesbach – Es ist eine Kosten- und Zeitfrage. Lässt der Landkreis den Ersatzbau des Landratsamts zusammen mit den an der Riezlerstraße geplanten Wohnungen und der Tiefgarage errichten, verkürzt sich die Bauphase nicht nur von fünf bis sechs auf zweieinhalb bis drei Jahre. Es sind auch Einsparungen zu erwarten. „Die Kosten für die erforderliche Baustelleneinrichtung würden sich fast halbieren, die Baugrubensicherung wäre nur einmal erforderlich, und es wären bessere Ausschreibungsergebnisse aufgrund der größeren Massen zu erwarten“, berichtete Kreiskämmerer Gerhard de Biasio im Kreisausschuss. Die Verwaltung schlug deshalb vor, die Maßnahme in einem Zug zu realisieren. Ursprünglich waren zwei Bauabschnitte geplant.

Den Kreisräten leuchtete die Vorgehensweise ein – zumal die Gesamtmittel in Höhe von rund 30 Millionen Euro in der Finanzplanung für die nächsten Jahre berücksichtigt sind. „Es muss halt umgeschichtet werden“, sagte Paul Fertl

(SPD). Ihn aber überzeugte, dass die Wohnungen, die günstig vermietet werden sollen, früher zur Verfügung stehen. „Wir brauchen den Wohnraum so schnell wie möglich“, stellte er klar. Überdies sei wohl auch in den nächsten Jahren mit einer weiteren Preissteigerung auf dem Bau zu rechnen.

Was die Verwaltung zunächst nicht wusste: Ersatzbau auf der einen und Wohnungen und Tiefgarage auf der anderen Seite müssen in getrennten Verfahren an die Architekten vergeben werden. Denn der Realisierungswettbewerb, den es für den Ersatzbau gegeben hat, verpflichtet den Landkreis zur Auftragsvergabe. Für Wohnungen und Tiefgarage, für die es einen Ideenwettbewerb gab, besteht keine Verpflichtung. „Es ist nicht ganz nachvollziehbar, aber wir haben uns rechtlich beraten lassen und könnten schadensersatzpflichtig werden, wenn wir die Verfahren nicht trennen“, berichtete de Biasio. „Theoretisch ist es natürlich möglich, dass am Schluss ein Architekt beide Aufträge bekommt.“

Norbert Kerkel (FWG) war es wichtig, dass gewährleistet ist, dass trotz getrennter Vergabe gemeinsam gebaut wird. Das sicherte der Kreiskämmerer zu. Nach Abschluss der Vergabeverfahren würden beide Maßnahmen wieder zusammengeführt, sodass die Bauausführung gleichzeitig und aus einer Hand erfolge. „Und es muss sichergestellt sein, dass die Planer – sofern es mehrere gibt – dann gut kooperieren“, merkte Josef Bichler (CSU) an.

Sein Fraktionskollege Jakob Eglseder konnte angesichts der Vorgaben nur noch den Kopf schütteln. „Bei allem Verständnis – es wird immer schlimmer mit diesen Vergabeverfahren“, klagte der Otterfinger Bürgermeister, der aus dem Handwerk kommt. „In der Praxis ist das nicht mehr nachvollziehbar.“

sh

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