Das Obdachlosenheim an der Frauenschulstraße ist sanierungsbedürftig, auch über einen Neubau wird diskutiert.  Foto: Thomas Plettenberg
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Das Obdachlosenheim an der Frauenschulstraße ist sanierungsbedürftig, auch über einen Neubau wird diskutiert.

Untersuchung beauftragt

Neubau oder Sanierung: Obdachlosenheim von Miesbach kommt auf den Prüfstand

  • Dieter Dorby
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Mehrfach hatte die Miesbacher SPD zuletzt versucht, das sanierungsbedürftige Obdachlosenheim auf die öffentliche Bühne zu heben, um über das weitere Vorgehen zu diskutieren – ohne Erfolg. Nun hat es im Stadtrat geklappt. Auch die Option eines Neubaus steht im Raum, doch konkret ist bislang wenig.

Miesbach – Der Startschuss ist bereits gefallen. Im November hat die Stadt Miesbach das Planungsbüro EAP in München damit beauftragt, das Obdachlosenheim an der Frauenschulstraße auf seinen Zustand hin zu untersuchen. Am 7. Dezember folgte eine Besprechung mit Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU), den stellvertretenden Bürgermeistern Astrid Güldner (Grüne) und Franz Mayer (CSU) sowie den Fraktionssprechern Erhard Pohl (CSU), Markus Seemüller, Manfred Burger (Grüne) und Paul Fertl (SPD). „Das war der Kickoff“, berichtete Braunmiller nun im Stadtrat.

Das Projekt läuft, seitdem der Finanzausschuss grünes Licht für die Beauftragung eines Planungsbüros gegeben hat. Jedoch die Richtung ist noch ungewiss: Reicht eine Sanierung? In welchem Umfang? Oder ist ein Neubau die sinnvollere Alternative? Dann stellt sich die Frage wo: am bisherigen oder an einem neuen Standort?

Gebäude ist sanierungsbedürftig

Dass das Haus zumindest sanierungsbedürftig ist, sei unbestritten, stellte Braunmiller fest. Aber der weitere Weg sei offen: „Das soll die Untersuchung ergeben.“ Er wolle ergebnisoffen an das Thema herangehen.

Aktuell seien 22 der 24 Wohneinheiten nutzbar, berichtete der Bürgermeister und komplettierte damit noch Fragen, die die SPD zuletzt gestellt hatte. Familien seien dort nicht untergebracht, ebenso wenig Kinder. Die Verweildauer variiere zwischen drei Tagen und mehreren Jahren.

Wegen Corona: Mit Desinfektionsspender ausgestattet

Im Zuge der Corona-Pandemie sei das Haus mit einem Desinfektionsspender ausgestattet worden. Zudem wurden die zu beachtenden Hygieneregeln ausgehängt und ein zweiter Hausmeister eingesetzt. Das Ordnungsamt der Stadt kontrolliere die Situation weiterhin wie gehabt.

Braunmiller sprach sich dafür aus, einen „strukturierten Weg“ zu gehen: „Wir müssen klären, was wir brauchen.“ Allein die Frage, ob es Wohnungen oder Unterkünfte sind, bedeute Qualitätsunterschiede. Ebenso werde man über den Raumbedarf, gegebenenfalls auch über die Bauweise sowie den Kostenrahmen diskutieren.

Fertl verteidigt Engagement

Für Fertl, der zuletzt moniert hatte, dass das Thema nicht öffentlich behandelt worden war – zudem fand die Novembersitzung coronabedingt nicht statt –, sprach erneut von einem „desolatem Zustand“. Die Kritik der SPD habe in der Vergangenheit immerhin eine Feuerbeschau zur Folge gehabt, bei der 27 Defizite festgestellt worden waren.

Als mögliche neue Standorte brachte Fertl drei Flächen ins Spiel: den Hang am Volksfestplatz, das freie Gelände des Berufsbildungszentrums an der Fraunschulstraße und das Gewerbegebiet Nord. Dabei sollten Standards wie Zentralheizung, Nasszelle und eine „belastbare Elektrik“ beachtet werden.

Dass man im Gremium mit Fertls Darstellung nicht so ganz glücklich war, lässt die anschließende Feststellung von Markus Seemüller erahnen: „Wir machen heute einen Grundsatzbeschluss, aber damit sollten wir das Thema aus dem öffentlichen Teil herausnehmen und die Leute in Ruhe arbeiten lassen.“ Der Grundsatzbeschluss für die Untersuchung fiel einstimmig aus.

(ddy)

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