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Der Habererplatz und der im Hintergrund angrenzende AOK-Parkplatz sind ein interessanter Standort für eine Wohnbebauung. Die Autos könnten in einer mehrgeschossigen Tiefgarage untergebracht werden.

Investoren klopfen in Miesbach an

Neue Chance für Häuser und Tiefgarage am Habererplatz?

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Seit dem Scheitern der Pläne einer Tiefgarage am Habererplatz im Jahr 2006 wurde in Miesbach kein weiterer Versuch in diese Richtung unternommen. Doch aktuell gibt es sogar konkretes Interesse von Investoren.

Das Thema bezahlbarer Wohnraum drängt zunehmend auf die politische Agenda im Miesbacher Stadtrat. So gibt es derzeit Überlegungen, zwei stadteigene Häuser an der Münchner Straße aufzustocken. Doch der große Wurf ist das nicht.

Der könnte vielleicht ein Stück entfernt gelingen – im Bereich Habererplatz/AOK-Parkplatz. Wie Bürgermeisterin Ingrid Pongratz auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt, gibt es derzeit „Anfragen“, dieses Areal zu bebauen – „aber die bewegen sich im Interessenbereich“, berichtet die Bürgermeisterin. Für eine Diskussion im Stadtrat sei das Thema aber noch nicht weit genug.

Im Mittelpunkt des Interesses stehen neben einer Wohnbebauung auch eine Tiefgarage, die Pongratz schon 2004 als dringend notwendig erachtet hatte. Damals scheiterten die über mehrere Jahre laufenden Verhandlungen mit der Moser Hausbau GmbH nicht zuletzt an einem fehlenden Stellplatzablösevertrag für das Haus der Gesundheit (wir berichteten).

Ad acta gelegt war die Idee trotzdem nicht. So stellte Stadtplaner Otto Kurz im Oktober 2013 bei der Präsentation seines Stadtentwicklungskonzepts fest, dass das Areal Habererplatz/AOK-Parkplatz zu wertvoll sei, um nur als Abstellfläche für Autos zu dienen. Vielmehr regte er an, dort Wohnungen mit integrierten Grünflächen und einer mehrgeschoßigen Tiefgarage zu wagen. Der Vorteil der Tiefgarage: Per Lift könnte der Höhenunterschied zum Marktplatz ausgeglichen werden. Dies sei eine mittelfristig zu realisierende Möglichkeit. „Doch dazu braucht es Investoren“, stellte er fest.

Diese scheinen nun vorhanden sein, doch Pongratz gibt sich zurückhaltend: „Die Vorschriften haben sich für Kommunen mittlerweile stark geändert“, sagt sie mit Blick auf die „komplizierten Ausschreibungsvorschriften“ der EU. „Was vor fünf oder zehn Jahren noch gut zu machen war, ist mittlerweile kaum mehr zu bewältigen.“

Die Vorschriften würden immer strenger. So müsste die Stadt bei einem Verkauf dieser Flächen extrem sorgfältig den Wert von Grundstücken festlegen, um sich nicht dem strafrechtlichen Vorwurf auszusetzen, ein Gelände unter Wert zu veräußern. Hier stoße das Rathaus an Grenzen. „Es gibt bei dieser Größenordnung viele Fragen, auf die wir keine Antwort kennen.“ Und Amtshilfe aus Holzkirchen, das eine eigene Abteilung für europaweite Ausschreibungen aufgebaut hat, ist laut Pongratz nicht zu erwarten: „Die haben mit eigenen Projekten genug zu tun.“

Dass eine Bebauung des Bereichs Habererplatz interessant ist für Investoren, versteht die Bürgermeisterin: „Die Zinsen sind niedrig – man investiert in Betongold.“ Deshalb will sie nicht ausschließen, dass die Anfrage konkret werden könnte. „Man muss abwarten und schauen, wie sich das entwickelt. Es ist ein Samenkorn, das aufgehen könnte, wenn man es in die Erde legt.“ Für den Stadtrat sei es jedoch zu früh. „Es bringt ja nichts, nur darüber zu reden. Mir geht es um Ergebnisse.“

Konkreter ist da schon die Option Münchner Straße. Der Stadt gehören dort die Hausnummern 18 und 20. Die Idee ist, beide Gebäude aufzustocken, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Dafür sollen im Haushalt 2019 und 2020 jeweils 500 000 Euro eingestellt werden.

„Wir müssen zunächst die Voraussetzungen dafür abklären“, sagt Pongratz. Dazu ist eine Planung auf Basis der Bauvorschriften nötig. „Wenn diese vorliegt, können wir entscheiden, ob wir aufstocken oder nicht.“ Wie auch beim Habererplatz will die Bürgermeisterin vorab dem Thema nicht zu viel Raum geben: „Ich mag keine Schnellschüsse – auch weil sich die Leute sonst Hoffnungen machen, die wir am Ende vielleicht doch nicht erfüllen können.“

ddy

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