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Platz für neue Wohnungen: Das Grundstück zwischen der Münchner Straße und dem Windfeld in Miesbach, auf dem sich momentan das Autohaus Kathan befindet, soll in ein „Urbanes Gebiet“ umgenutzt werden.

Möglich macht es eine Einstufung als „Urbanes Gebiet“

Neue Nutzung: 22 bis 26 Wohnungen sollen Autohaus beerben

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Im zweiten Anlauf hat es nun geklappt: Der Miesbacher Bauausschuss hat die Pläne für ein Wohn- und Geschäftshaus auf dem jetzigen Areal des Autohauses Kathan einstimmig befürwortet. 

Miesbach – Möglichst viel Wohnungen, möglichst wenig Gewerbe – und bitte kein geschlossener Bauriegel. Eine lange Wunschliste hatte der Miesbacher Bauausschuss Architekt Joachim Staudinger für die Überplanung des Grundstücks zwischen der Münchner Straße und dem Windfeld mit auf den Weg gegeben. Ein knappes halbes Jahr nach der Ablehnung der ursprünglichen Version stellte Staudinger nun eine Alternative vor. Und diesmal gab es ein einstimmiges Ja.

Wie berichtet, wird die seit 15 Jahren auf dem Areal beheimatete Niederlassung des Autohauses Kathan bis 2018 ins Weyarner Gewerbegebiet am Weiglfeld umziehen. Das jetzige Gebäude mit Ausstellungshalle und Werkstatt soll dann einem Wohn- und Geschäftshaus weichen. 1700 des insgesamt gut 3500 Quadratmeter großen Grundstücks sollen laut Staudinger bebaut werden. Das seien zwar 300 Quadratmeter mehr als aktuell, allerdings werde sich durch Grünanlagen die versiegelte Fläche reduzieren.

Reduktion ist auch das Stichwort für den Baukörper. Der soll nun durch einen mit nur zwei Vollgeschossen niedrigeren und ein Stück nach hinten gerückten Zwischenbau die vom Ausschuss gewünschte „Zäsur“ erhalten. Den westlichen Gebäudeteil hat Staudinger dem Gelände angepasst mit drei Geschossen versehen, im Osten bleibt es bei vier. Je nach Größe sollen insgesamt 22 bis 26 Wohnungen mit Dachterrassen und kleinen Gärten entstehen, die 57 Stellplätze finden in einer Tiefgarage Platz. Im Erdgeschoss auf der Ostseite des Gebäudes (Richtung Münchner Straße) sind 300 Quadratmeter Gewerbefläche mit 23 oberirdischen Stellplätzen ausgewiesen.

„Damit überwiegt die Wohnnutzung deutlich“, erklärte Bauamtsleiter Lutz Breitwieser. „Das war ja auch der politische Wunsch.“ Möglich macht dies eine Umwandlung der Nutzungsform vom Gewerbe- in ein „Urbanes Gebiet“. Im Gegensatz zum ursprünglich angedachten Mischgebiet könne hier die Wohnnutzung klar dominieren. Damit lasse sich der „planungsrechtliche Knoten“ auf dem genau an der Grenze zwischen einem Wohngebiet im Süden und dem Gewerbegebiet Nord befindlichen Grundstück lösen. Die Kategorie Urbanes Gebiet sei erst vor ein paar Monaten eingeführt worden, sagte Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD). Ein Gespräch mit dem Landratsamt habe aber ergeben, dass es grundsätzlich für das Areal in Frage komme. Alles Weitere werde sich im Verfahren zeigen.

Auch sonst zeigte sich Fertl angetan von Staudingers neuem Entwurf. „Unsere Punkte wurden aufgenommen“, sagte er. „Das geht jetzt absolut in die richtige Richtung.“ Der Tenor im Bauausschuss war ganz ähnlich. Einzig die beiden Türme für Aufzug und Treppenhaus kamen noch nicht so gut an – vor allem der an der Münchner Straße. „Darüber werden wir noch am meisten diskutieren“, sagte Franz Mayer (CSU). Er regte an, das Zeltdach des Hauses über den Turm zu ziehen. Dritter Bürgermeister Michael Lechner (FWG) schlug vor, diesen ins Gebäude zu integrieren. Eine Gestaltung mit Glas brachte Fertl ins Gespräch. „Das würde das optische Volumen nehmen.“

Staudinger soll nun mehrere Varianten zeichnen und dem Gremium vorlegen. Die Stoßrichtung passt, wie Fertl bemerkte. „Damit bekommen wir das, was wir in Miesbach am dringendsten brauchen: Erstens Wohnungen, zweitens Wohnungen, drittens Wohnungen.“

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