Security findet 21-Jährige im Gebüsch​​ an der Wiesn - Polizei geht vom Schlimmsten aus

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Will auch weiterhin selbst ausrücken: Michaela Götschl ist die neue Rettungsdienstleiterin des BRK-Kreisverbands Miesbach. Vorher war sie selbst für die Bereitschaft Holzkirchen im Sanitätseinsatz. 

„Wir fahren nicht nur mit Blaulicht“

Neue Rettungsdienstleiterin erklärt, was die Sanitäter in Zukunft erwartet

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Mit gerade einmal 28 Jahren hat Michaela Götschl die Leitung des BRK-Rettungsdienstes im Landkreis übernommen. Im Interview verrät sie, wo die größten Herausforderungen liegen.

Landkreis – Auf dem Büroplan im Eingangsbereich taucht noch der Name Rudi Scheibenzuber auf. Am Schreibtisch des Rettungsdienstleiters des BRK-Kreisverbands Miesbach sitzt allerdings eine junge Frau. Die 28-jährige Michaela Götschl hat Anfang März die verantwortungsvolle Aufgabe übernommen (wir berichteten). Die Holzkirchnerin, die seit sechs Jahren hauptamtlich beim Roten Kreuz arbeitet, kümmert sich ab sofort um 80 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter im Rettungsdienst, organisiert die Dienstpläne und überwacht den Fahrzeugbestand. Schon ihr fester Händedruck und ihr gewinnendes Lächeln deuten darauf hin: Die junge Frau will etwas bewegen. Was sie genau vorhat und wo die größten Herausforderungen im Rettungsdienst liegen, erklärt Götschl im Interview.

-Frau Götschl, der Erste-Hilfe-Kurs vor dem Führerschein ist für viele junge Leute der erste Berührungspunkt mit dem Roten Kreuz. Wie war das bei Ihnen?

Michaela Götschl: Bei mir war es eigentlich mehr die persönliche Betroffenheit. Über die Krankheit meines Vaters habe ich festgestellt, wie wichtig ein gut funktionierender Rettungsdienst ist. Da habe ich den Wunsch verspürt, auch selbst einen Beitrag dazu zu leisten. Über einen Bekannten bin ich dann 2008 zur BRK-Bereitschaft Holzkirchen gekommen. Und da habe ich tatsächlich auch erst mal meinen Erste-Hilfe-Kurs gemacht.

-Dabei ist es nicht geblieben. War Notfallsanitäterin schon immer ihr Traumberuf?

Michaela Götschl: Um ehrlich zu sein, wollte ich eigentlich Medizin studieren. Das ist aber bei vielen Neueinsteigern im Rettungsdienst so. Manche nutzen das als Überbrückung, bis sie einen Studienplatz bekommen, manche bleiben aber auch dauerhaft dabei. Letzteres ist für uns natürlich optimal. Gerade, weil wir uns immer mehr um den Nachwuchs im Haupt- und Ehrenamt bemühen müssen.

-Ist das Berufsbild nicht mehr attraktiv?

Michaela Götschl: Ich denke, dass viele nicht genau wissen, was sie erwartet. Manche meinen, dass man im Rettungsdienst ständig mit Blaulicht zu Unfällen unterwegs ist. Die Sorge, der großen Verantwortung nicht gerecht zu werden, schreckt viele ab. Dabei fahren wir zum Beispiel auch ganz normale Krankentransporte. Ich denke, hier braucht es noch einiges an Aufklärungsarbeit.

-Haben Sie da schon Ideen?

Michaela Götschl: Auf jeden Fall. Wir arbeiten gerade ein neues Tutorenkonzept aus. Dabei sollen erfahrene Einsatzkräfte unsere Praktikanten an die Hand nehmen und ihnen einen sanften Einstieg ermöglichen. Auch ich durfte anfangs einfach im Rettungswagen mitfahren und zuschauen. Das ist ein toller Weg, die jungen Leute langsam an die Verantwortung heranzuführen. Und so lernen sie auch das, was sie neben Fachwissen mit am dringendsten brauchen: Empathie im Umgang mit den Patienten.

-Bleibt dafür bei so viel Einsätzen überhaupt Zeit?

Michaela Götschl: Es stimmt, dass die Zahlen immer weiter steigen. 2017 sind wir rund 15 000 Mal ausgerückt. Doch trotz fester Ablaufschemen gleicht kein Einsatz dem anderen, weil ja auch jeder Patient anders ist. Die soziale Kompetenz ist daher fast genauso wichtig wie die medizinische.

-Mit dem neuen Berufsbild Notfallsanitäter wird aber gerade letzteres weiter ausgebaut.

Michaela Götschl: Das ist richtig. Im Grunde handelt es sich um eine Novellierung der Ausbildung zum Rettungsassistenten. Ziel ist es, dass die Sanitäter mehr Maßnahmen am Patienten durchführen. Damit verlängert sich die Ausbildungsdauer von zwei auf drei Jahre. Durch eine bessere Verknüpfung der Zeiten in Schule, Rettungswache und Klinik steigt aber auch die Qualität. Deshalb gibt es dafür auch einen Bewerbertag, bei dem die Azubis ausgewählt werden.

-Aber erhöht das nicht wiederum die Hürde für Neueinsteiger?

Michaela Götschl: Ich sehe das eher als Aufwertung des Berufsbilds. Generell empfehlen wir ohnehin jedem Interessenten, erst mal ein Praktikum zu machen. Dann merken beide Seiten, ob es passt. Im Rettungsdienst muss man wirklich mit ganzem Herzen dabei sein.

-Sie selbst sitzen ja jetzt mehr im Büro als im Einsatzfahrzeug. Bereuen Sie den Wechsel?

Michaela Götschl: Auf keinen Fall. Ich versuche schon, noch möglichst oft selbst mit rauszufahren. Da bekommt man auch am besten mit, wo es hakt und was man verbessern muss.

-Wo hakt es bei Ihnen ganz persönlich noch im neuen Job?

Michaela Götschl: Die größte Herausforderung ist sicher die Personalführung, noch dazu als Frau und in meinem Alter. Ein Vorteil ist, dass ich seit zehn Jahren im Kreisverband bin. Da kennen mich die Leute schon. Mir ist aber auch klar, dass ich noch vieles lernen muss. Deshalb nehme ich aktuell jedes Weiterbildungsangebot war. Auch die Kontakte zur Landesgeschäftsstelle muss ich mir noch aufbauen. Das ist immer dann wichtig, wenn es zum Beispiel um die Beschaffung neuer Fahrzeuge oder Materialien geht. Man muss sich aber auch klar werden, dass man nicht alle Wünsche erfüllen kann.

-Und das dann auch den eigenen Mitarbeitern vermitteln...

Michaela Götschl: Stimmt. Da ist aber schon ein großes Verständnis da. Auch bei der Dienstvergabe melden sich immer viele. Die Einstellung unserer Mitarbeiter ist wirklich toll. Ich gebe mir auch die größte Mühe, für alle ein offenes Ohr zu haben. Und damit das gleiche Einfühlungsvermögen an den Tag zu legen wie bei den Patienten.

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