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Taxis am Bahnhof Miesbach.

Preiserhöhung hat seinen Grund

Neue Taxipreise im Landkreis: Mit Zuschlag durch die Nacht

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Die neuen Taxigebühren kommen: Vom 1. Juni an steigen die Preise um rund 6,5 Prozent. Bestandteil der neuen Taxi-Tarif-Ordnung ist der Nachtzuschlag. Der hat auch seinen Grund.

Landkreis Mit den neuen Tarifen bleibt der Landkreis, der für die Genehmigung zuständig ist, unter den Forderungen der Taxi-Unternehmer. Dass eine moderate Erhöhung angemessen ist, darüber herrschte im Kreistag Einvernehmen. Gerade der Nachtzuschlag sei aber in seinen Reihen im Vorfeld kontrovers diskutiert worden, berichtete CSU-Fraktionssprecher Josef Bierschneider.

„Ausgerechnet diejenigen, die ein Taxi gerne in Anspruch nehmen würden, werden dadurch vielleicht abgeschreckt“, gab Bierschneider zu bedenken. Anton Riblinger, der später ebenso wie CSU-Fraktionskollege Michael Röhrl gegen die Änderung der Taxi-Tarif-Ordnung stimmte, untermauerte das: „Wir sind von vielen Jungen angesprochen worden, die fordern, dass dieser Zuschlag nicht kommt. Es ist nicht richtig, dass hier ausgerechnet der Landkreis Miesbach Vorreiter ist.

Kreiskämmerer Gerhard de Biasio verwies darauf, dass auch der Landesverband bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmer einen Nachtzuschlag empfiehlt. In der Region sei Miesbach zwar der erste Landkreis, schon in Kürze werde aber wohl Berchtesgaden folgen. „Wir hatten Phasen, da gab’s bei uns nachts überhaupt kein Taxi“, erinnerte er. „Es soll auch ein Zeichen sein, dass nachts Taxis bereitstehen.“

Genau das forderte Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner (CSU) auch im Namen seines Gemeinderats. Man könne einen Aufschlag von zehn Cent pro Kilometer zwischen 22 und 6 Uhr akzeptieren, erwarte im Gegenzug aber, dass die Taxifahrten tatsächlich auch durchgeführt werden. „Bislang fahren viele entweder nachts gar nicht oder nur dann, wenn für sie die Entfernung attraktiv genug ist“, sagte Lechner. Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) rief in diesem Fall dazu auf, die Angelegenheit zu melden. „Wenn Taxiunternehmer aus diesen Gründen eine Fahrt ablehnen, ist das eine Ordnungswidrigkeit“, stellte er klar.

Ansonsten riet der Landrat dazu, die Relationen im Auge zu behalten. „Wenn junge Leute nachts ein Taxi vom Spinnradl nach Otterfing nehmen, sind das drei Euro mehr“, rechnete er vor. „Am Zehnerl wird’s sicher nicht liegen, dass jemand nicht Taxi fährt.“ Auch die SPD hielt einen Nachtzuschlag für angemessen. „Wir sollten damit auch ein Zeichen setzen, dass nächtliche Fahrten kein Zuckerschlecken sind“, sagte Fraktionssprecher Martin Walch. In anderen Branchen seien Nachtzuschläge durchaus üblich, ergänzte Christine Negele.

Franz Zehendmaier (FWG) kritisierte, dass die Taxi-Unternehmer jetzt zwar mehr Geld fordern, im Tegernseer Tal aber nicht bereit seien, sich am Anruf-Sammel-Taxi zu beteiligen. Auch Behindertenfahrten erscheinen vielen zu unattraktiv. „Es ist schade, dass sich keiner fürs Anruf-Sammel-Taxi beworben hat, aber da ist leider kein Junktim möglich“, bedauerte der Landrat. „Wir können keinen zwingen, daran teilzunehmen.“

sh

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