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Ein Plätzchen für den Lebensabend: Das Durchschnittsalter der Bevölkerung im Kreis Miebach wird bis 2036 um gut zwei Jahre auf 46,9 steigen. 

Bevölkerungsberechnung

Neue Zahlen: Ist der Landkreis ein einziger Altersruhesitz für Zuagroaste?

2036 wird es mehr Menschen im Kreis Miesbach geben, und sie werden im Schnitt älter sein. Ein Ersteres ist ein Ergebnis des Zuzugs, ohne den die Region immer bevölkerungsärmer werden würde. 

Landkreis – Wollte man das Ergebnis dieser Studie auf Teufel komm’ raus überspitzen, könnte man sagen: Der Kreis Miesbach wird im Großraum München immer mehr zum Altersruhesitz für Zuagroaste. Denn: Das Bayerische Landesamt für Statistik geht in seiner Bevölkerungsvorausberechnung davon aus, dass die Einwohnerzahl im Landreis wächst – auf 105 800 bis 2036 – und der Altersdurchschnitt auf den höchsten Wert rund um München steigt. Gleichzeitig ist die sogenannte natürliche Bevölkerungsbewegung die negativste in der Region. Ohne Zuzug würde die Einwohnerzahl in den kommenden 20 Jahren um 7,5 Prozent sinken.

L andkreis-Bevölkerung wächst: Knacken wir heuer die 100.000er-Marke?

Glaubt man den Prognosen des Landesamts für Statistik, überschreitet die Landkreisbevölkerung mehr oder minder in diesen Wochen oder Monaten die 100 000er-Grenze. Mit 100 800 rechnen die Statistiker bis Jahresende. Miesbach ist und bleibt damit nach Einwohnerzahl der drittkleinste Landkreis in Oberbayern. Nur Neuburg Schrobenhausen (95 800) und Garmisch-Partenkirchen (87 900) sind bevölkerungsärmer.

Wie überall in Bayern wird die Bevölkerung auch im Kreis Miesbach im Schnitt älter. Von 44,8 Jahren wird der Mittelwert bis 2036 wohl auf 46,9 steigen, der höchste Wert aller Landkreise rund um München. Wird Miesbach also zum Altersheim der Region? Nur, wenn man den Großraum München betrachtet. Sieht man sich die Zahlen etwa in Garmisch oder Berchtesgaden an, sind sie noch höher, ganz zu schweigen von anderen Regierungsbezirken. In Kronach in der Oberpfalz, die mit Bevölkerungsrückgang zu kämpfen hat, etwa wird das Durchschnittsalter im Jahr 2036 bei 51 Jahren liegen. Auf 100 Menschen im Alter zwischen 20 und 64 kommen dann mehr als 70 Über-65-Jährige. Im Kreis Miesbach wird dieser sogenannte Altenquotient bei 51,9 liegen. Auch hier gilt: Höher ist diese Zahl in Oberbayern nur in Landkreisen, die weiter von München entfernt liegen – Traunstein und Altötting zum Beispiel.

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Neben dem Alten- hat das Landesamt auch den Jugendquotient prognostiziert, der das Verhältnis von Unter-20-Jährigen zur Altersgruppe 20 bis 64 abbildet. Im oberbayerischen Vergleich weist der Kreis Miesbach hier einen recht geringen Wert auf (aktuell 31,9). Je höher er ist, desto höher fallen für die potenziell erwerbstätige Bevölkerung die Pro-Kopf-Kosten für Erziehung und Ausbildung der nachwachsenden Generation aus. Weil bis 2036 die Baby-Boomer in Rente gegangen sind, steigt das Verhältnis von Kindern und Jugendlichen zur Erwerbsbevölkerung im Kreis Miesbach auf 34,5:100.

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Insgesamt fällt der Kreis Miesbach etwas aus dem Rahmen. Für die anderen Landkreise rund um München – besonders im Norden – wird ein teils erheblich höheres Bevölkerungswachstum prognostiziert, und dies liegt vor allem an der höheren Geburtenrate dort.

Im Ergebnis werden in 20 Jahren deutlich mehr und merklich ältere Menschen im Landkreis leben – vor allem Zugezogene. Das können Ruheständler oder Migranten aus In- und Ausland sein, allerdings auch Personen sein, die hier aufgewachsen sind und nach Ausbildung und Familiengründung wieder in die alte Heimat zurückziehen.

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