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Regional und zu jeder Zeit: Im neuen Käse-Automat zwischen dem Miesbacher Radhaus und der TV Turnhalle können die Produkte tags und nachts gezogen werden.

Zwischen Radhaus und Turnhalle

An diesem Automaten in Miesbach gibt‘s Käse und Wurst rund um die Uhr

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Neben Eiern und Milch gibt es in Miesbach jetzt auch Käse und Wurst aus dem Automaten. Die Kunden nehmen das Angebot gut an – insbesondere zu durchaus ungewöhnlichen Zeiten.

Miesbach – Die Eier für das Omelette oder den Pfannkuchen fehlen, manchmal ist die Milch für den Kaffee oder das Müsli leer, und die Supermärkte haben schon geschlossen. Viele Menschen wollen auch einfach nur frische Ware direkt vom Bauern kaufen. Etabliert haben sich dafür schon seit Längerem die Milch- und Eier-Automaten im Landkreis. Seit Neuestem gibt es in Miesbach zudem sogar einen Käse-Automaten.

Seit Anfang März steht der Jüngste unter den Frischwaren-Automaten zwischen dem Miesbacher Radhaus und der TV Turnhalle. Betrieben wird er von Südkäse Moser. Auf die Idee haben Michael Moser Lieferanten gebracht. Bisher sei er „sehr zufrieden“, wie der Käse-Automat von den Kunden angenommen wird. „Die starken Tage sind Freitag, Samstag und Sonntag“, sagt er. „Und die besten Zeiten nachts, so zwischen 22 und vier Uhr.“ Dann also, wenn Edeka, Aldi und Co. zu haben.

Bestückt sind die Regale überwiegend mit regionalen Produkten. Etwa Käse aus Irschenberg und Tegernsee, aber auch Wurst aus Holzkirchen und Salami aus Neuhaus befinden sich hinter der Glasscheibe, erzählt Moser. Daneben gibt es allerlei Käsesorten aus dem Tiroler Land und Vorarlberg.

Hinter dem Gehäuse versteckt sich ein ausgeklügeltes System. Der nach Norden ausgerichtete Kasten heizt bis Minus 25 Grad Außentemperatur auf und kühlt bis Plus 40 Grad Außentemperatur runter. Überschreitet er acht Grad Plus im Gehäuse – eine Temperatur, die für den Käse laut Moser gut zu ertragen ist – schaltet er selbst in einen Standby-Modus und gibt keine Ware mehr aus. Dies bestätigt auch Armin Sittner, am Landratsamt zuständig für die Lebensmittelüberwachung im Bereich Tegernsee, Rottach-Egern und Kreuth: „Die Automaten haben eine Eigendymanik“, erklärt er. „Wenn die Temperatur nicht stimmt, verkaufen sie nicht mehr.“

Schon in den vergangenen Jahren hat der Trend zur Frischware aus dem Automaten, beziehungsweise direkt vom Bauernhof, zugenommen. Im Landkreis gibt es insgesamt vier Eier- und vier Milch-Automaten, die in den Gemeindebereichen Holzkichen, Gmund, Miesbach, Hausham und Fischbachau verteilt sind, sowie nun auch den Käse-Automaten an der Bayrischzeller Straße.

Um überhaupt einen solchen Automaten aufstellen zu dürfen, muss sich der Betreiber als „Lebensmittelunternehmer“ registrieren lassen, wie Landratsamt-Sprecher Birger Nemitz erläutert. Dies erfolge beim Fachbereich 22 Veterinärmedizin und Verbraucherschutz. Wenn die Automaten dann im Betrieb sind, „werden sie regelmäßig nach Risikoklasse durch unsere Veterinärmediziner kontrolliert“, so Nemitz.

Nach den anfänglichen „Kinderkrankheiten“, dass eingeklemmte Produkte nicht den Weg bis in die Luke gefunden haben, läuft der Betrieb des neuen Käse-Automaten nun „fast reibungslos“, erzählt Moser. Um die Kunden lange bei der Stange zu halten, hat er sich auch etwas Besonderes einfallen lassen: Auf jedem Etikett befindet sich ein Bonuspunkt, den die Kunden auf eine Postkarte, die direkt am Automaten erhältlich ist, aufkleben können. „Die kann man uns zuschicken“, sagt Moser. „Und bekommt dann ein Stück Käse geschenkt.“ Zehn Treuepunkte benötigt ein Kunde, um sich das Schmankerl zu sichern. Auch eine neue Idee für den Sommer hat Moser bereits: „Ich möchte ein bis zwei Fächer mit Grillfleisch und Würstl füllen.“

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