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Wird auch ohne Bemalung autofrei: Der Bereich zwischen Brunnen und Eisdiele am Miesbacher Marktplatz. 

Der Bürgermeisterin war‘s zu bunt

Neuer Marktplatz: Autofreie Flächen werden doch nicht bemalt

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Die Arbeitsgruppe geht einen Schritt zurück. Die autofreien Bereiche auf dem Miesbacher Marktplatz werden vorerst nicht bemalt. Eine Reaktion auf eine wohl emotionale Diskussion. 

Miesbach – Es gilt als erwiesen, dass Farben die Gemütslage beeinflussen können. Dass dies auch schon möglich ist, bevor der erste Pinselstrich erfolgt ist, hat die fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe (AG) für die Umgestaltung des Miesbacher Marktplatzes erfahren. „Das ist offenbar eine sehr emotionale Geschichte“, sagte AG-Mitglied Markus Seemüller (FWG) nun im Stadtrat – auch mit vielsagendem Blick in Richtung Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU). Die hatte zuvor bekannt, dass sie beim Gedanken an einen grünen und roten Untergrund auf den verkehrsberuhigten Bereichen ein gewisses „Störgefühl“ empfinde.

Wie berichtet, sollten die beiden künftig für Autos gesperrten Flächen zwischen Märchenbrunnen und Eisdiele in Terrakotta-Rot sowie vor dem Wäschegeschäft Grabmaier in sanftem Grün bemalt werden. Keineswegs eine willkürliche Wahl, wie AG-Mitglied Dirk Thelemann (CSU) betonte. Der Terrakotta-Ton passe zum Bräuwirt, das Grün zum Grabmaier-Haus. Ziel der Farben sei es, die Bereiche optisch vom Teer der Straße abzugrenzen – und damit die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. „Wir wollen einen Platz der Begegnung schaffen und mehr Menschen auf den Marktplatz locken“, erklärte Thelemann.

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Das muss vorerst ohne die Bemalung gelingen. Als „Zeichen der Offenheit“, wie es Seemüller formulierte, werde man den Plan zurückstellen. Dies kommt auch den Kosten zugute, ergänzte Architekt Thomas Schneider. Die Farben müssten in einem Zwei-Komponenten-Verfahren eigens angemischt werden und seien deshalb dementsprechend teuer. Also habe man sich entschieden, vorerst nur die Markierung mit Linien in Auftrag zu geben. Die Farben-Lösung werde aber mittelfristig weiterverfolgt, kündigte Schneider an. „Da ist die Hemmschwelle für Autofahrer noch höher.“

Die sollen aber auch durch andere Hürden vom möglichen Wildparken in den Ruheoasen abgehalten werden. Die hochwertigen Sitzbänke in einer Holz-Stahl-Kombination für das Halbrund am Märchenbrunnen seien bereits bestellt, so Schneider. Ohne Lehne geliefert und nur einseitig am Boden fixiert werden die Bänke beim Grabmaier. Damit können sie beim Wochenmarkt „aufgeschwenkt“ werden, um den Fieranten die An- und Abfahrt zu ermöglichen. Seemüller bat die Stadtverwaltung darum, auch weiterhin im Gespräch mit den Standbetreibern zu bleiben. „Da ist noch viel Verunsicherung da.“ Pongratz versprach, dem nachzukommen. „Wir haben immer gesagt, dass nichts in Stein gemeißelt ist.“

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Einen festen Stand beim Märchenbrunnen sollen dafür der begehbare Bücherschrank in Form einer ausrangierten und bemalten Telefonzelle, die Kuh- und Kalb-Statue (selbstverständlich in typischer Fleckviehbemalung), das Podest für eine großzügigere Freischankfläche vor dem Marktcafé und die E-Bike-Ladestation bekommen. Letztere ist ein Metallschrank mit mehreren, per Münzeinwurf abschließbaren Fächern für Akku, Helm und weitere Utensilien. Laut Schneider ist auch der Aufdruck des Stadtwappens möglich. Verena Assum (CSU) bat, die Fläche nicht zu „überladen“, um den Blick auf Brunnen und Maibaum freizuhalten.

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Dies ist wegen der Lieferfrist der bestellten Gegenstände ohnehin noch bis Ende Juni der Fall. In etwa zum selben Zeitpunkt werde auch die Markierung erfolgen, kündigte Schneider an. Voraussichtlich Anfang Juli sei der erste Schritt im Prozess der Umgestaltung des Marktplatzes abgeschlossen. Ursprünglich war die Rede von einem Start im Mai gewesen. Die Bürgermeisterin konnte sich einen kleinen Seitenhieb in Richtung der beteiligten Stadträte nicht verkneifen. „Jetzt erfahren Sie am eigenen Leib, dass das alles nicht immer so leicht ist“, sagte sie. In jedem Fall brauche es nach Abschluss der Arbeiten eine Evaluation, um das „Echo der Bürger“ einzuholen.

Dass gerade die Bürgermeisterin bei manchen Bestellungen „zittrige Hände“ bekommen habe, ließ Thelemann in seinen Dankesworten für die Unterstützung aus dem Rathaus durchblicken. Pongratz feixte zurück: „Gezittert habe ich nicht, sondern nur den Kopf geschüttelt.“

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