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Hat viel vor im FuKK: Sebastian Poll freut sich auf seine Arbeit im Miesbacher Jugendzentrum.

Freizeit- und Kulturkeller erhält Unterstützung

Neuer Sozialarbeiter will Jugendliche für Natur begeistern

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Raus aus dem Keller, rein in die Natur: In etwa so könnte man den Leitspruch von Sebastian Poll formulieren. Das hat der neue Sozialarbeiter im Freizeit- und Kulturkeller vor.

Miesbach – Anfang September ist der studierte Sozialarbeiter und angehende Erlebnispädagoge zum Team des Kreisjugendring (KJR) Miesbach gestoßen. Zusammen mit Gisela Staudinger kümmert sich der 33-Jährige künftig in Vollzeit um den Freizeit- und Kulturkeller (FuKK) in der Kreisstadt. „Mir ist es wichtig, jungen Menschen einen verantwortungsvollen, nachhaltigen Umgang mit der Natur zu vermitteln“, sagt Poll über seine Ziele.

Mit der offenen Jugendarbeit im ländlichen Raum ist er gut vertraut. Elf Jahre lang war er in verschiedenen Einrichtungen in seinem Heimatlandkreis Rosenheim tätig. Aktuell lässt sich Poll beim Deutschen Alpenverein (DAV) zum Erlebnispädagogen ausbilden. Der 33-Jährige sieht sich nicht nur als Betreuer, sondern auch als Initiator von Projekten. „Junge Menschen sind stets begeisterungsfähig“, schwärmt Poll. „Das ist das Schöne an der Arbeit mit ihnen.“

Das dabei auch etwas Produktives entstehen kann, hat der Sozialarbeiter gleich mehrfach bewiesen. So bastelte er mit seinen jungen Helfern an einem emissionsfreien Elektro-Kettcar, experimentierte mit 3D-Druck oder ließ einen Heliumballon samt Kamera und GPS-Tracker in die Stratosphäre steigen. „Die Kids brauchen oft nur einen kleinen Anstupser und ein wenig Unterstützung bei der Organisation, um die tollsten Ideen umzusetzen“, sagt Poll.

In Miesbach will er dazu regelmäßig den FuKK verlassen und die Jugendlichen für einen Ausflug in die Berge begeistern. Und dabei auch mal ausgetretene Pfade verlassen. Zum Beispiel für eine Abenteuerwanderung an einem Fluss oder einen Waldspaziergang, bei der sich die Teilnehmer abwechselnd die Augen verbinden. „Da lernt man, alle seine Sinne zu nutzen“, erklärt Poll. Bei der örtlichen DAV-Sektion will er sich ferner nach Hüttenaufenthalten mit den Jugendlichen erkundigen.

Doch auch im FuKK selbst können die jungen Besucher – laut Poll im Schnitt 25 bis 30 am Tag – einige Neuerungen erkunden. So wartet der Treff nach der Sommerpause unter anderem mit einem vergrößerten Internet-Café und neuen Spielangeboten auf. Zum Mitmachen gezwungen wird aber niemand, meint Poll. „Bei uns darf man einfach auch mal nur abhängen.“ Genau das sei ja Sinn und Zweck eines offenen Treffs. Und eine unkomplizierte Brücke, um das Vertrauen der Jugendlichen zu gewinnen. Dies geschehe meist ganz automatisch, zum Beispiel beim Kickern oder Tischtennis. Umso größer sei dann die Chance, dass sich die Kids danach auch bei Problemen wie Liebeskummer oder Konflikten im Freundeskreis an die Betreuer wenden, erklärt Poll. „Gewissermaßen eine Vorstufe der Beratung.“

Um auch jüngere Gäste für den FuKK zu gewinnen, gibt es ab sofort jeden Mittwochnachmittag einen „Kids-Day“. Jeweils von 15 bis 18 Uhr ist der Keller dabei Kindern im Alter von zehn bis 15 Jahren vorbehalten, die mal in die Freizeitwelt der „Großen“ hineinschnuppern wollen. Auch ihrem Bewegungsdrang dürfen die Treff-Besucher ab sofort noch mehr nachgeben – oder ihn vielleicht auch ganz neu entdecken. Zwei Mal wöchentlich können sie in Begleitung der FuKK-Pädagogen in der Sporthalle der benachbarten Grund- und Mittelschule verschiedene Sportarten ausprobieren. In den Sommermonaten lockt zudem der Fußballplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite, den die Stadt mittlerweile zu bestimmten Zeiten als Bolzplatz der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Sehr zur Freude von Poll: Frische Luft ist schließlich auch Natur.

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