Leo Apartments, Miesbach
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Viel Holz und viel Natur: die beiden Gebäude des neuen Boardinghouse Leo des Bayerischen Hofs in Miesbach als Animation.

Hoher Digitalisierungsgrad als Vorteil

Kontaktloses Apartmenthaus: Bayerischer Hof in Miesbach trotzt Corona-Krise

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Die Corona-Pandemie hat die Tourismus-Branche auf den Kopf gestellt. Trotz der Umbrüche wird der Bayerische Hof in Miesbach im September sein neues Boardinghouse Leo eröffnen. 

Miesbach – Kontaktlos vom Check-In bis zur Abreise, das Smartphone als Zimmerschlüssel: Digitalisierung wird im neuen Boardinghouse des Bayerischen Hofs in Miesbach großgeschrieben. Wenn die „Leo Apartments Miesbach“ im Gewerbegebiet Nord im September eröffnen, muss das Hotel-Team keine großen Mühen mehr unternehmen, um die Hygiene-Vorschriften wegen der Corona-Pandemie zu erfüllen. „Wir sind durch die moderne Technik im Haus gut vorbereitet“, sagt Geschäftsführer Uwe Schulze-Clewing.

Beim Spatenstich für das „Leo“ im Mai 2019 (wir berichteten) war das Coronavirus noch kein Thema. Dennoch setzten die Eigentümer Alois Apfelböck und Christian Epp auf einen hohen Digitalisierungsgrad im neuen Boardinghouse. Eine Entscheidung, die sich in Zeiten der Abstandsregeln und strenger Auflagen für die Hotellerie nun auszahlt.

6,5 Millionen Euro haben Apfelböck und Epp in das Haus mit 32 Wohneinheiten von 22 bis 41 Quadratmeter und Tiefgarage investiert. Sie verteilen sich in zwei Gebäuden mit je zwei Etagen und verfügen alle über eine voll ausgestattete Kochnische sowie Balkon oder Terrasse. Als Baustoff kommt fast ausschließlich Holz aus regionalen Wäldern zum Einsatz. Beheizt werden die Niedrigenergiehäuser im „alpenländischen Stil“ über einen Hochleistungs-Pellets-Ofen, den Strom liefert eine Solaranlage. „Nachhaltigkeit und umweltfreundliche Materialien sind uns sehr wichtig“, betont Schulze-Clewing.

Da das Leo organisatorisch an den benachbarten Bayerischen Hof angebunden ist, können die Gäste gegen Aufpreis die Hotelleistungen individuell hinzubuchen. Die Nutzung des Sportparks ist inklusive. Apropos Gäste: Die Apartments richten sich vor allem an Langzeit-Touristen und Mitarbeiter von Firmen, die für längere Zeit in Miesbach und Umgebung eingesetzt werden. Obwohl durch die Corona-Krise der Trend zum Homeoffice geht, ist Schulze-Clewing guter Dinge, dass sich genug Mieter für das Leo finden werden.

Lesen Sie auch: Bayerischer Hof: Mitarbeiterhaus und Boardinghouse nehmen nächste Hürde

Mehr Sorgen macht ihm der radikale Klimawechsel auf dem Arbeitsmarkt. Mussten Unternehmen bis vor Kurzem noch um Mitarbeiter werben (beispielsweise mit Wohnungen am Einsatzort), gebe es aktuell in einigen Branchen eher ein Überangebot an Arbeitssuchenden. „Die Dynamik ist aktuell sehr hoch“, sagt der Geschäftsführer. Mittel- bis langfristig werde das Boardinghouse aber den Nerv der Kunden treffen. Ein-Tages-Geschäftsreisen würden zurückgehen, dafür seien längere Seminar- oder Arbeitseinsätze im Kommen. „Für einen Tag reist künftig keiner mehr von Hamburg an“, erklärt Schulze-Clewing. Genau hier spiele das Boardinghouse seine Stärken als „Zuhause auf Zeit“ aus.

Doch auch im von Tagungen abhängigen Bayerischen Hof fährt der Betrieb langsam aber sicher wieder hoch. Die aktuelle Auslastung betrage rund 40 Prozent der sonst üblichen Belegung um diese Zeit. „Immerhin“, sagt der Geschäftsführer. Vor allem die Stammkunden würden sich bereits wieder einbuchen. Beispielsweise die Bundeswehr, die seit zehn Jahren die Nachbearbeitung ihrer Auslandseinsätze in Afghanistan und Mali im Bayerischen Hof abhält.

Die soziale Komponente soll trotz aller Kontaktlosigkeit auch im Leo nicht zu kurz kommen. Der gemütliche Innenhof biete genügend Raum für Begegnungen, heißt es auf der Internetseite des neuen Boardinghouse. Und selbstverständlich auch ausreichend Platz für die Einhaltung der Corona-Abstandsregeln.

sg

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