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Die Gruppe Jan-Bit untermalte die kleine Feierstunde, bei der Vereinsgründerin Sadija Klepo (im Dirndl r.) mit Koordinatorin Irene Gifthaler den Gästen den Ausbau des Angebots erläuterten.

Miesbach

Neues Büro für die Asylsozialberatung

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Miesbach - Die Flüchtlinge in Miesbach haben eine neue Anlaufstelle. Seit Juni berät der Verein „Hilfe von Mensch zu Mensch“ in der Wallenburger Straße. Ein Zeichen, dass die Aufgabe Integration nicht kleiner wird.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, könnte man sagen. Seit Juni steht der Münchner Verein „Hilfe von Mensch zu Mensch“ in seinem neuen Büro an der Wallenburger Straße 16 in Miesbach Flüchtlingen zur Seite. Das Büro in der Gemeinschaftsunterkunft am Dirnbergerweg war zu klein geworden. Aber erst gestern wurde die Asylsozialberatung – so der Name der Anlaufstelle – offiziell mit einem kleinen Büffet eröffnet.

Es ist ein logischer Schritt, den der Verein damit macht. „Wir müssen die Arbeit fortsetzen“, stellte Sadija Klepo bei ihrer Ansprache vor Migranten und Helfern fest. Erst sei es darum gegangen, eine Vielzahl von Asylbewerbern unterzubringen, nun gelte es, sie zu integrieren, ihnen Wohnraum und Arbeit zu verschaffen.

Die Gründerin und Geschäftsführerin des Vereins „Hilfe von Mensch zu Mensch“ weiß, wovon sie spricht. Sie selbst stammt aus Sarajewo, kam im Zuge des Jugoslawien-Kriegs nach Deutschland. Auch für die damaligen Flüchtlinge sei es anfangs eine schwere Zeit gewesen: haltlos in einem fremden Land, angewiesen auf Hilfe. Damals habe es diese Hilfe nicht gegeben. „Deshalb habe ich beschlossen, einen Verein zu gründen.“ Das war vor 25 Jahren. Heute sind dort laut Klepo über 300 Mitarbeiter aus über 50 Nationen beschäftigt.

In der Arbeit mit den Flüchtlingen leistet der Verein in den Kommunen wertvolle Hilfe. Im Landkreis ist er seit 2010 aktiv – war also von Anfang dabei und in die Betreuung der Asylbewerber miteingebunden.

„Ich bin stolz auf diese Menschen, die mitgeholfen haben“, lobte die Vereins-Chefin. „Wir haben die Arbeit gut gelöst.“ Aktuell änderten sich jedoch die Anforderungen. Während der Zustrom neuer Asylbewerber zurückging, entscheidet sich bei den bereits vorhandenen Flüchtlingen, ob sie anerkannt werden oder das Land wieder verlassen müssen. Auf die, die bleiben dürfen, warten neue Aufgaben und Pflichten. Durch das neue, im August in Kraft getretene Integrationsgesetz ist beispielsweise der Besuch von Deutsch- und Integrationskursen verpflichtend. Viel Neuland für Flüchtlinge.

Dies bestätigt Irene Gifthaler, die als Koordinatorin im Verein fungiert. „Das große Thema ist nach wie vor das Asylverfahren“, berichtet sie. „Vor allem das zweite Interview, mit dem sich die Anerkennung entscheidet.“ Aber auch Fragen, wer welche Behandlungskosten trägt, und sozialpädagogische Themen kommen hier zur Sprache.

Sechs Vollzeitstellen unterhält der Verein im Landkreis, den er komplett abdeckt. „Im Schnitt übernimmt eine Vollzeitstelle etwa 1800 Beratungen pro Jahr“, sagt Gifthaler. In den neuen Räumen habe man dazu bessere Möglichkeiten. Zwei Büros statt nur ein kleines in der Gemeinschaftsunterkunft, Warteraum für unangemeldete Besucher und die zentrale Lage stellen deutliche Verbesserungen dar – auch in Sachen Diskretion.

Vor Ort ist Christine Lieser im Einsatz. Die Beraterin ist zuständig für Miesbach, Weyarn und Irschenberg. Das zweite Büro gehört ihrer Kollegin Selene Scussel, die Hausham, Kreuth und Gmund betreut – allerdings schwerpunktmäßig vor Ort angesichts der Entfernungen. Auch Lieser macht weiterhin Hausbesuche in den Unterkünften, wenn sie nicht in Miesbach ist. Denn der Kontakt zu den Flüchtlingen soll durch das Büro nicht leiden.

Die Öffnungszeiten:

Die Asylsozialberatung hat zu folgenden Zeiten offen: montags, donnerstags und freitags von 9 bis 13 Uhr sowie dienstags und mittwochs von 13 bis 17 Uhr.

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