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Weitere Baustellen könnten folgen: Derzeit wird das ehemalige Gemeindehaus Wies umgebaut und renoviert – staatlich gefördert. Anerkannte Asylbewerber sollen hier einziehen.

Neues Konzept geplant

Miesbach will Energie und Geld sparen

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Die Stadt Miesbach prüft den Einstieg ins Energiemanagement. Im Idealfall lassen sich so die Unterhaltskosten für ihre Gebäude merklich reduzieren. Doch damit das funktioniert, muss die Stadt zunächst investieren. Wie viel, das soll nun schrittweise ermittelt werden.

Wer wie die Stadt Miesbach 27 Gebäude sein Eigen nennt, gibt pro Jahr eine beträchtliche Summe für Energiekosten aus. Diplom-Ingenieur Gerhard Braunmiller (CSU), der im Stadtrat als Gebäudereferent fungiert, sieht darin großes Sparpotenzial. Deshalb hat er nun beantragt, dass die Stadt ins Energiemanagement einsteigen und ein Energiesparkonzept aufstellen soll.

„Wir reden hier von Millionenwerten“, betonte Braunmiller bei seinem Vortrag im Stadtrat. „Mit mehreren 100 000 Euro Betriebskosten pro Jahr.“ Hierin liege großes Sparpotenzial, ergänzte der Fachmann und verwies auf die Landeshauptstadt München. Die habe – wie viele andere größere kommunen – ein solches Management eingeführt „und sparen damit zehn bis 15 Prozent“.

Als Vorgehensweise schlug Braunmiller drei Schritte vor: Zuerst gehe es darum, eine Übersicht über die Gebäude zu erstellen. Auf dieser Grundlage sucht sich die Stadt im Anschluss einen speziellen Berater. Dieser schaut sich in einem zweiten Schritt alle 27 Gebäude an und erstellt einen Kurzbericht. In Schritt drei folgt die Feinanalyse. Braunmiller: „Dann haben wir eine sehr gute Basis, um auszuwählen, wo und in welcher Reihenfolge wir investieren sollten.“

Verlorenes Geld sei diese Ausgabe, denn die Verwaltung brauche langfristig betrachtet einen Energiebeauftragten. Die Kostenstellen sind laut Braunmiller übersichtlich: Zu den Beratungsleistungen kämen noch Schulungen sowie die nötigen Bauleistungen dazu.

Als Zeitplan schlug er vor, erst ein Budget für die Beraterleistungen zu ermitteln und Fördermöglichkeiten abzuklopfen. Der erste Schritt könnte Anfang 2018 erfolgen, die Umsetzung in der zweiten Jahreshälfte 2019.

Die Resonanz im Stadtrat fiel positiv aus. „Vieles von den Kosten amortisiert sich“, stellte Florian Ruml (FW) fest. „Zudem gibt es viele Fördermöglichkeiten.“ Teilweise werden die Beratungskosten sogar vollständig übernommen. Auch Erhard Pohl (CSU) zeigte sich für die Idee offen, mahnte aber zur Vernunft: „Nicht alles, was möglich ist, ist auch wirtschaftlich sinnvoll.“

Walter Fraunhofer (SPD) stellte jedoch fest, dass alles auf einmal zu kostspielig sei: „Vielleicht sollten wir im Kleinen anfangen und erst die schlimmsten Gurken rausziehen – Haus für Haus.“ Das dauere aber seine Zeit, weshalb sich eine Gesamtbetrachtung der Immobilien überholen würde. Braunmiller hingegen betonte, dass das ein schlüssiges Konzept die Grundlage dafür sei, um klären zu können, „was wir machen und was notwendig und wirtschaftlich ist“.

Der Stadtrat folgte Braunmillers Antrag letztlich einstimmig. Demnach befürworte der Stadtrat die Durchführung eines Energiesparkonzepts und den Aufbau eines Energiemanagements für die kommunalen Liegenschaften. Die Verwaltung soll den Kostenrahmen und die Fördermöglichkeiten für den ersten Schritt ermitteln. Das Ergebnis wird dem Stadtrat in einer der nächsten Sitzungen vorgelegt.

ddy

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