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Das ehemalige Landwirtschaftsamt wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Während der Landkreis dazu ein Parkdeck bauen will, fordert die Stadt eine Tiefgarage.  

Neubau in Miesbach

Landratsamt-Pläne: Stadtrat fordert Tiefgarage statt Parkdeck

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Wenn der Landkreis in Miesbach baut, geht es für die Stadt um städtebauliche Qualität. Dabei erteilte der Stadtrat den Plänen,  ein Parkdeck zu errichten, eine klare Absage.

Während der Neubau des Landratsamts für die Kreisbehörde die Raumnot beheben soll, stehen für die Stadt Miesbach städtebauliche Aspekte im Vordergrund. Dabei erteilte der Stadtrat den Plänen, dazu ein Parkdeck zu errichten, eine klare Absage. Nur eine Tiefgarage sei eine nachhaltige Lösung.

Die Stadt Miesbach macht es dem Landkreis nicht leicht. „Wir wollen an dieser Einflugschneise architektonisch und städtebaulich Qualität“, stellte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) gleich zu Beginn der Diskussion im Stadtrat am Donnerstagabend klar. Adressaten der Vize-Landrätin waren Alfons Besel, Leiter der Abteilung Verwaltungsmanagement am Landratsamt, und Teamleiter Siegfried Lichtenauer von der Finanz- und Liegenschaftsverwaltung. Das Thema: der Neubau eines neuen Verwaltungsgebäudes, den der Landkreis anstelle des maroden ehemaligen Landwirtschaftsamts an der Münchner Straße plant (wir berichteten).

Womit sich die Stadträte nicht anfreunden wollen, ist das geplante Parkdeck, das nördlich der Riezlerstraße entstehen soll – für den Stellplatzbedarf des Landkreises, eventuell aber auch mit weiteren Stellplätzen für die Stadt. Sinnvoller sei aus Sicht der Stadt eine Tiefgarage. Doch diese Auffassung teilt der Landkreis nicht. Eine Tiefgarage sei zu teuer, ließ man bereits wissen – nicht nur im Bau, sondern auch später im Unterhalt.

Dass die CSU nicht bereit ist, auf eine Tiefgarage zu verzichten, machte deren Sprecher Franz Mayer deutlich: „Der Boden ist zu teuer. Man verbaut sich sonst die Zukunft.“ Eine Tiefgarage bewahre Erweiterungsflächen für später und biete Chancen für den Wohnungsbau.

Ähnlich sah es neben drittem Bürgermeister Michael Lechner (FW) und Claus Fahrer (FDP) auch Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD): „Wir sprechen von drei bis vier Millionen euro Mehrkosten, aber es geht auch um Nachhaltigkeit.“ Immerhin habe man zuletzt 25 Millionen Euro Kreisschulden abgebaut – da sei das zu schultern. Wie berichtet, soll der Neubau rund 15 Millionen Euro kosten. Eine neuverschuldung ist nicht nötig. Fertl regte zudem an, Parkplätze an umliegende Anwohner zu vermieten. Was Erhard Pohl (CSU) unterstützte: „Heute führt kein Weg mehr an einer Tiefgarage vorbei. Der Landkreis soll bitte umschwenken, um die Entwicklungsmöglichkeiten oben nicht zu verbauen.“

Die weiteren Aspekte spielten eine untergeordnete Rolle. So wurde die Überlegung, die Riezlerstraße von der Süd- an die Nordseite der zu bebauenden Fläche zu verlegen, durchgehend unterstützt. Auch die geplante Holzständerbauweise wurde nicht abgelehnt, solange sich die Fassade der Optik des umliegenden Ensembles anpasst und verputzt wird. Die dreigeschossige Höhe des Gebäudes sei in Ordnung, wenn sie nicht zu wuchtig wirkt.

Großen Zuspruch gab es für das Vorhaben, dass sich die Stadt mit einem Ideenwettbewerb beteiligt, der den Umgriff entlang der Münchner Straße umfasst – vom Einmündungsbereich der Rosenheimer Straße bis zum Beginn des Sportplatzes der Mittelschule einschließlich der Vorflächen von Schule und Kloster. 5000 Euro koste die Durchführung, sagte Pongratz. Plus 25 000 Euro Preisgeld. Der Vorteil: „Wir müssen den Siegerentwurf nicht umsetzen.“ Er müsse nur verwirklicht werden, wenn generell etwas gebaut wird. Miesbachs Stadtplaner Otto Kurz gab hier mit auf den Weg, nicht zu viele Vorgaben zu machen – das blockiere sonst die Ideenfindung.

Der Stadtrat segnete seine Empfehlungen zum Neubau mit großer Mehrheit ab – lediglich Burger folgte der Forderung nach der Tiefgarage nicht. Nun ist das Landratsamt am Zug, das auf die Miesbacher Forderungen eingehen muss. Besel versprach, der Landkreis gehe ergebnisoffen in den Wettbewerb: „Wir wollen eine kreative Lösung suchen.“

ddy

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