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Ingrid Pongratz blickte beim Neujahrsempfang auf 17 Jahre als Bürgermeisterin von Miesbach zurück.

Neujahrsempfang 2020 in Miesbach

Bürgermeisterin Ingrid Pongratz blickt zurück: „Ich möchte keinen Tag missen“

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Der Neujahrsempfang der Stadt Miesbach stand gestern ganz im Zeichen des Abschieds. Nach 17 Jahren endet am 30. April die Amtszeit von Bürgermeisterin Ingrid Pongratz. Sie zeigte in einem einstündigen Rückblick, wie sich die Kreisstadt in dieser Ära verändert hat und wurde vom Publikum mit viel Applaus belohnt.

Was für Musikstars gilt, trifft auch auf Bürgermeister zu: Beim letzten großen Auftritt sind die Ränge voll. Das stellte auch Miesbachs Stadtoberhaupt Ingrid Pongratz gestern beim Neujahrsempfang der Stadt im Saal des Waitzinger Kellers mit Blick auf die rund 350 Gäste fest: „So viele wie heute waren noch nie da.“

Bürgermeisterin Pongratz im Rückblick: „Viel Spaß trotz Höhen und Tiefen“

Bei ihrem letzten Neujahrsempfang präsentierte sich die Bürgermeisterin gut gestylt im dezent glitzernden Kleid und gut gelaunt. Mit einer gewissen Lässigkeit ging sie zum Pult und gönnte sich in ihrer Rede immer wieder kleine Pausen für ein bewusstes Wahrnehmen der Atmosphäre im vollen Haus. „Ich werde mit einem lachenden und einem weinenden Auge mein Ausscheiden aus dem Amt am 30. April begehen“, versicherte sie dem Publikum. „Es hat mir trotz vieler Höhen und Tiefen immer viel Spaß gemacht, meine Heimatstadt zu entwickeln.“

Für den weiteren Verlauf der Veranstaltung hatte das Ensemble „Swing It Up“ den passenden Song im Repertoire: „As time goes by“ von Herman Hupfeld aus dem Film „Casablanca“. Wie die Zeit vergangen ist, zeigte Pongratz anhand zahlreicher Fotos, und dabei dürfte so manchem erst bewusst geworden sein, wie viele Ereignisse mit ihr in Zusammenhang stehen. Die Besuche von Bundeskanzlerin Angela Merkel im September 2013 und von Bundespräsident Joachim Gauck im Mai 2014 seien eine große Ehre gewesen. „Wer kann von sich schon behaupten, dass in seiner Amtszeit so hochrangige Politiker in seinen Ort kommen? Diese Besuche haben mich schon stolz gemacht.“

Viele Projekte angepackt

In den vergangenen 17 Jahren galt es laut Pongratz nicht nur, viele Herausforderungen zu meistern wie etwa die Hochwasser-Situationen, die Flüchtlingswelle und den K-Fall im vergangenen schneereichen Winter. Es war auch ein steter Umbau der Stadt, die ihr Gesicht an manchen Stellen deutlich verändert hat – sei es durch Neubauten oder Umgestaltung, wie Pongratz mit Fotos von Ladebahnhof/Oberlandcenter, Kaufhaus Sundheimer/C&A, Rathaus, Grund- und Mittelschule, Realschule/Gymnasium, Johannisbrücke, Gewerbe, Zuchtverbandshalle, Supermärkte, Kreisverkehr und Wohnbebauung belegte. Nicht zu vergessen der Bau des Hochbehälters, der durch den dann erhöhten Druck die städtischen Wasserleitungen auf eine harte Probe stellte und Miesbach „zur Stadt der 1000 Quellen“ gemacht habe.

Asiatischer Laubholzbockkäfer als schwere Hypothek

In ihren 17 Amtsjahren sei das Jahr 2019 nicht unbedingt „ein Highlight“ gewesen. Angefangen mit dem K-Fall ist es vor allem der Asiatische Laubholzbockkäfer, der die Stadt für die nächsten vier Jahre fordern wird. Gut 2,5 Millionen Euro wird Miesbach die Beseitigung des Schädlings kosten – „wie hoch der Zuschuss dazu ausfällt, kann man heute noch nicht sagen“. Die Fällung der rund 1860 Bäume soll im Februar begonnen werden.

Auch eine Bilanz in Zahlen legte Pongratz vor, bei der nicht nur die etwa 710 Sitzungen beeindruckten, die sie bislang geleitet hat. Ende 2003 lag der Schuldenstand der Stadt bei 26,3 Millionen, heute beträgt er 23,2 Millionen Euro. Bei der Stadthalle wurden die Schulden von sechs auf 1,13 Millionen reduziert. Parallel wurde eine Vielzahl von Projekten finanziert und umgesetzt. Gleichzeitig entwickelte sich das Haushaltsvolumen von 23 Millionen (2003) auf 41 Millionen Euro (2019).

Dank vor allem an Stadträte und Rathausmitarbeiter

Mit Blick auf diese Jahre dankte Pongratz allen, die ihren Beitrag dazu geleistet hatten – nicht zuletzt den Mitgliedern des Stadtrats und der Verwaltung. Auch räumte sie ein, Fehler gemacht zu haben. „Doch allen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.“ Die verbleibenden vier Monate wolle sie weiterhin mit voller Kraft angehen. Noch mal rückblickend stellte sie fest: „Ich möchte keinen Tag missen.“

Zum Schluss erhoben sich die Gäste und würdigten Pongratz’ Leistung mit langem Applaus, der die Bürgermeisterin sichtlich rührte. Dann ging es zur Brotzeit runter ins Gewölbe, wo traditionell bei Weißwürsten der Metzgerei Holnburger und Getränken der Brauereien Hacker-Pschorr und Hopf weitere Male in privater Runde zurückgeblickt wurde.

ddy

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