Viel Platz, aber nicht genug für alles: Die Riviera soll neu gestaltet werden. Hier im Vordergrund ist ein Streetball-Platz geplant, doch die Anwohner fürchten den Lärm. Sie wünschen sich dagegen mehr Bäume – so wie früher.
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Viel Platz, aber nicht genug für alles: Die Riviera soll neu gestaltet werden. Hier im Vordergrund ist ein Streetball-Platz geplant, doch die Anwohner fürchten den Lärm. Sie wünschen sich dagegen mehr Bäume – so wie früher.

Online-Diskussion der Freien Wähler

Neue Riviera: Anwohner befürchten zu viel Lärm durch Streetball-Anlage

  • Dieter Dorby
    VonDieter Dorby
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Miesbach – Die Riviera, die nach den Fällungen im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer einem Kahlschlag unterzogen worden war, soll neu gestaltet werden. Eine erste Planung liegt vor – Anlass für die Stadtratsfraktion der Freien Wähler, am Donnerstagabend eine Online-Diskussion mit Bürgern abzuhalten.

Vor allem Anwohner und Jugendliche nahmen am Meinungsaustausch teil. Stadträtin Aline Brunner fungierte als Moderatorin.

Die Anwohner

Die Riviera wird im Norden und Süden von Wohnbebauung begrenzt. Vor allem auf der Nordseite wird befürchtet, dass die geplante Streetball-Anlage zu dauerhaften Konflikten führen könnte. Grund ist der Lärm. Dagegen ist der Wunsch groß, wieder die alte Riviera zu bekommen – eine grüne, ruhige Oase mit viel Natur, Lebewesen und Bäumen, die wie früher den Schall schlucken sollen. Schön wäre auch eine moderate Beleuchtung, um abends etwas zu sehen, die aber nicht in Schlafzimmerfenster blendet. Mehrfach wurde appelliert, das Areal nicht zu überfrachten. Ganz wichtig sind für viele dagegen Sitzbänke – gerade mit Blick auf die Senioren des benachbarten Vitanas-Heims.

Die Jugendlichen

Spielplätze gibt es viele in der Kreisstadt, aber für Jugendliche fehlt ein offenes Angebot im Freien – ein großes Thema, wie sich gezeigt hat. „Miesbach ist langweilig“, stellte etwa ein 16-Jähriger fest. „Wir können hier nichts machen.“ Der Streetball-Platz sei eine gute Idee. Davon würden auch kleine Kinder profitieren, betonte er, „denn die werden auch mal größer“. Zustimmung bekam er von einem 56-jährigen Miesbacher, der feststellte: „Da hat sich in 40 Jahren nichts getan.“ Eine 17-Jährige fand es „schade und traurig, dass Miesbach für Jugendliche nie erste Option ist, hier etwas zu machen“. Sie verstehe die Anwohner und deren Ruhebedürfnis, aber „ich sehe Jugendliche nur am Bahnhof rumhängen“. Vielleicht müsse man einfach in Kauf nehmen, dass diese laut seien.

Lesen Sie auch den Kommentar zum Bericht: „Im größeren Radius nach Lösungen suchen“

Dass die junge Generation Ablehnung spüre, hat eine 16-jährige Teilnehmerin festgestellt: „Jugendliche sind nicht gern gesehen.“ Mit FuKK und Haindlkeller gebe es zwei Keller, aber eben nichts im Freien, um sich mal zusammensetzen. Auch sollte so ein Angebot nicht am Stadtrand sein, weil Jugendliche kein Auto haben. Street- und Basketball seien jedenfalls sehr beliebt. Ex-Stadtrat Walter Fraunhofer und Ex-Trachtler-Vorsitzender Stefan Baumgartner regten an, den Waitzinger Park für den Streetball-Platz zu prüfen. Dort wird die Wiese laut Baumgartner eh nur gemäht.

Die weiteren Ideen

Bei der schriftlichen Ideensammlung durch die Stadt wurde laut Stadtrat Markus Seemüller ein direkter Zugang der südlichen Siedlung zur Riviera ins Spiel gebracht – ohne den Umweg über die Bayrischzeller Straße. Weitere Anregungen sind unter anderem eine Fitness-Anlage, überdachte Tische und eine Verbindung zum Waitzinger Park. In der Online-Diskussion kamen eine Fläche für Outdoor-Fitness, ein Kräutergarten, Baumpatenschaften und auch die Notwendigkeit von Radlständern zur Sprache. Der Spielplatz sollte sich in Holz-Machart und Kreativität an dem im Schlierseer Kurpark orientieren.

Die Online-Diskussion

Die Freien Wähler haben auf der Online-Plattform Zoom diese neue Form der Bürgerbeteiligung ausprobiert, um trotz Corona einen direkten Meinungsaustausch zu ermöglichen – mit Erfolg. Bis zu 44 Teilnehmer verfolgten die 100-minütigen Veranstaltung. Die Diskussion verlief sachlich und mit viel Verständnis für andere Interessen und Standpunkte.

Das weitere Vorgehen

Wie Bürgermeister Gerhard Braunmiller auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte, wird die Riviera im März oder April im Stadtrat behandelt. Die Ergebnisse der Online-Diskussion der Freien Wähler sollen berücksichtigt werden.

ddy

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