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Abseilen in der Gymnasiumsturnhalle: Einem Spender verdanken es die Schüler, dass im Schulsport nun auch Klettern möglich ist. Der Mann, der dem Förderverein dafür 150 000 Euro überlassen hat, möchte jedoch unbekannt bleiben.

Noble Geste am Miesbacher Gymnasium

Vater spendiert Kletteranlage für Schulsport

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Miesbach - Der Wechsel des Kletterzentrums nach Weyarn war für Miesbach fatal.  Einem anonymen Spender ist es nun zu verdanken, dass es in der Turnhalle des Gymnasiums dennoch steil nach oben geht.

Es ist eine Anlage, auf die Rainer Dlugosch stolz ist. Viele verschiedene Routen bietet die neue Kletterwand in der Turnhalle des Gymnasiums, die seit Beginn dieses Schuljahrs im Einsatz ist. Auch Überhänge wurden unter der Decke installiert, um die Anlage möglichst vielseitig zu gestalten.

Doch das ist noch nicht alles. Der ehemalige Kraftraum wurde mittlerweile zur Boulderhöhle umgebaut. Dort wird ohne Seil geklettert. Die Wände sind voller Griffe und Tritte, und der Boden ist vollständig mit weicher Matte ausgelegt. „Für eine Schule“, sagt Dlugosch, „ist eine so tolle Ausstattung herausragend.“

Bemerkenswert sind aber nicht nur die beiden Anlagen, sondern auch, wie es dazu kam. Denn finanziert wurden sie nicht vom Landkreis als Sachaufwandsträger, sondern von einem privaten Gönner, der unbekannt bleiben will. Ein Helfer in einer verfahrenen Situation.

Wie berichtet, wollte der gemeinnützige Verein „Aufwärts in Miesbach“ sein Kletterzentrum im Gewerbegebiet Nord der Kreisstadt errichten. Vor zwei Jahren kam das Projekt in den Bauausschuss und den Stadtrat. Die Resonanz war dort zunächst recht positiv, doch es in der Folge gab es Schwierigkeiten mit dem Abstand zur benachbarten Staatsstraße sowie bei den Grundstücksverhandlungen. Die Konsequenz ist bekannt: Der Verein kehrte Miesbach den Rücken und siedelte sich in Weyarn an, wo am Samstag das neue Kletterzentrum eröffnet wurde.

Für Miesbachs Schulen, die das Kletterzentrum des Vereins mitbenutzen sollten, bedeutete diese Entwicklung einen massiven Rückschlag. Denn um nach Weyarn zu kommen, wären Busfahrten nötig gewesen. Und das hätte zu viel Zeit und Geld gekostet.

Der Wechsel nach Weyarn bedeutete eigentlich das Aus für die Kletter-Idee in Miesbach, doch Dlugosch wollte sich damit nicht abfinden. Er plante, am Gymnasium eine eigene Kletteranlage zu errichten – obwohl seitens des Landkreises kein Geld dafür zu erwarten war.

Erst die Idee, dann die Finanzierung – ein Weg, den Stadt- und Gemeinderäte selten gehen. Im Fall des Kletterprojekts funktionierte es aber. Auf den Bericht in unserer Zeitung meldete sich ein Gönner – selbst Vater –, der von der positiven Auswirkung des Kletterns auf Jugendliche überzeugt ist. Er stellte dafür 150 000 Euro zur Verfügung. Über den Förderverein der Schule wurde das Projekt auf den Weg gebracht.

„Für uns ein absoluter Glücksfall“, sagt Dlugosch. Die festgeschriebene Bedingung sei die Förderung der Schuljugend, was auch die Realschüler von nebenan nicht von einer Mitbenutzung ausschließt. Die Bereitschaft am Gymnasium, Klettern zu vermitteln, ist laut Dlugosch groß: „Einige unserer Sportlehrer haben sich freiwillig fürs Klettern qualifiziert.“

Dass sich das Klettern in der Schule etablieren wird, davon ist Dlugosch überzeugt: „Diese Sportart hat eine starke Szene.“ Wenn die sich an der Schule durchsetzt, sei sogar eine Außenanlage – ein Kletterturm gut integriert im Schulgarten – vorstellbar. Noch aber sei das Zukunftsmusik. „Wir wollen ja keine leeren Kapazitäten schaffen. Wenn die Nachfrage dafür aber vorhanden ist, wollen wir das seitens der Schule auch unterstützen.“

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