Bereits am 18. Dezember ist der letzte Schultag. In schwierigen Fällen soll es eine Notbetreuung geben. Foto: dpa
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Die Notbetreuung wird im Landkreis Miesbach unterschiedlich genutzt. Schulamtsleiter Jürgen Heiß ist zufrieden. Symbolbild.

Corona-Lockdown im Landkreis Miesbach

Notbetreuung an Schulen: So wird das Angebot genutzt - kein Beförderungsanspruch für Schüler

  • Jonas Napiletzki
    vonJonas Napiletzki
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Anspruch auf Notbetreuung ihrer Kinder haben Eltern, die keinen Urlaub mehr bekommen, in systemrelevanten oder selbstständigen Berufen arbeiten oder alleinerziehend sind.

Landkreis – Seit gestern sind alle Schulen geschlossen – eine Notbetreuung gibt es nur für Erst- bis Sechstklässler, die nicht anderweitig betreut werden können. Schulamtsleiter Jürgen Heiß ist zuständig für alle Grund- und Mittelschulen im Landkreis. Sein Fazit nach dem ersten Schultag im harten Lockdown: „Die Notbetreuung wird sehr unterschiedlich genutzt.“

Unterschiedliche Resonanz im Landkreis

Spitzenreiter seien die Grundschulen in Otterfing und Miesbach mit je rund 20 Kindern. „Bei vielen anderen Schulen kam überhaupt niemand“, sagt Heiß. In der Mittelschule Hausham gebe es vier Schüler, die die Notbetreuung nutzen, in Fischbachau nur ein einziges Kind. Eine flächendeckende Abfrage organisiert der Schulamtsleiter aber nicht. „Das regeln die Schulen selbst.“ So unterschiedlich wie die Resonanz auf das Angebot ist, so unterschiedlich ist auch die Art der Durchführung: „Manche Schulen bieten pro Klasse eine eigene Betreuung an, um die Klassen nicht zu durchmischen“, erklärt Heiß. Bei geringer Nachfrage sei aber auch die Betreuung in einem gemeinsamen großen Raum möglich – solange Abstände gewahrt bleiben.

Jürgen Heiß, Leiter des Schulamts Miesbach

Dass im Schnitt wenige Schüler in die Notbetreuung kommen, begrüßt der Schulamtsleiter: „Wir wollen Kontakte reduzieren. Es sinnvoll, wenn die Kinder möglichst zu Hause betreut werden.“

Schüler haben keinen Beförderungsanspruch

Einen Anspruch auf Schülerbeförderung zur Notbetreuung und zurück gibt es Heiß zufolge nicht. „Das wäre ja auch kontraproduktiv, die Kinder in einen Bus zu setzen.“ Eltern müssten ihre Kinder also selbst zur Schule bringen und wieder abholen. Auch eine Anmeldepflicht gibt es für die Betreuung laut dem Schulamtsleiter nicht. „Manche Schulen bieten aber Anmeldeformen an, um besser planen zu können.“  nap

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