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Royaler Anblick: Bei Nacht ist die aufwendig gebaute Schneeburg am Stadtrand von Miesbach stimmungsvoll beleuchtet.

Sie hat sogar einen Eiskanal

Nur mit der Schaufel: Miesbacher hat gigantische Schneeburg gebaut

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Von wegen Schneechaos: Für Georg Schöpf aus Miesbach ist die weiße Pracht das perfekte Baumaterial. Sein Werk: eine gigantische Burg. Im Interview verrät er seine Technik.

Miesbach – Pappschnee in Hülle in Fülle, gefolgt von frostigen Temperaturen: Was den Winterdiensten im Landkreis in den vergangenen Wochen schlaflose Nächte bereitet hat, war für Georg Schöpf (36) aus Miesbach das perfekte Baumaterial. Zwischen 30 und 40 Arbeitsstunden hat der Miesbacher in seine gigantische Schneeburg mit Eiskanal und eigener Bar gesteckt. Helfer hatte er beim Bau keine. Wir haben den Schlossherrn gefragt, wie er auf seine eisige Idee gekommen ist und wie er diese gegen das drohende Tauwetter verteidigt.

Herr Schöpf, anderen reicht das Schneeschaufeln vor der Haustür, Sie graben mal eben ein halbes Feld um und bauen eine Burg. War Ihnen ein Iglu nicht genug?

Schneesurfer: Burgherr Georg Schöpf im Eiskanal.

Georg Schöpf: Tatsächlich war erst nur ein Iglu geplant. Denn eigentlich wollte ich mich auf den Eiskanal für mein Surfbrett konzentrieren. Dann ist halt alles ein bisserl größer geworden.

Ein bisserl ist gut. Wir sprechen hier immerhin von einer Fläche von 20 auf 20 Meter...

Georg Schöpf: (lacht) Ja, das kommt schon hin. Aber der Schnee war einfach ideal dafür. Wann hat man schon mal 80 bis 100 Zentimeter Pappschnee vor dem Haus.

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Also haben Sie zur Schaufel gegriffen.

Georg Schöpf: Genau. Zuerst habe ich das Gefälle für den 25 Meter langen Eiskanal geformt – alles nur mit einer normalen Schneeschaufel. Der Start liegt jetzt gut 2,50 Meter über dem Boden, direkt vor dem begehbaren Burgturm mit Schneebar. Einen Aussichtsbalkon gibt es auch.

Und alles ist nur aus Schnee und Eis?

Georg Schöpf: Selbstverständlich. Nur in die Decke im Turm hab ich aus Sicherheitsgründen ein Holzbrett eingezogen. Die Mauern und Zinnen sind aber komplett aus Schnee. Dazu habe ich mit dem Fuchsschwanz Blöcke aus hart gefrorenen Schichten gesägt und die dann mit Wasser aus der Gießkanne befeuchtet, dass sie fest aneinanderfrieren. Das war mein Mörtel.

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Dann ging’s an den Innenausbau.

Georg Schöpf: Da konnte ich als Raumausstatter natürlich nicht widerstehen. Ein Großteil der Deko stammt noch von Weihnachten, zum Beispiel der Christbaum. Mit kleinen Laternen und einer LED-Lichterkette ist die Burg abends ein echter Hingucker. Einen Lagerfeuerplatz hat sie übrigens auch.

Klingt nach einem perfekten Platz zum Feiern.

Georg Schöpf: Stimmt. Premiere war das Richtfest, zwischenzeitlich hat aber auch meine Vermieterin ihren Geburtstag in der Burg gefeiert. Das ist richtig gut angekommen bei den Gästen.

Haben Sie schon an eine professionelle Vermarktung gedacht?

Georg Schöpf: (lacht) Nein, noch nicht. Aber lange im Voraus planen kann man bei so einem vergänglichen Bauwerk auch nicht.

Wie verteidigen Sie Ihre Burg denn gegen „Feinde“?

Georg Schöpf: Eigentlich nur Schaufel und Gießkanne. Menschliche Feinde gibt es nicht, alle wollen nur neugierig reinschauen und freuen sich. Wenn aber mal das große Tauwetter kommt, geht’s dahin. Dagegen hat selbst die stabilste Schneeburg keine Chance.

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