Andrea Brenner vom Holzkirchner Laden machtSINN zeigt einen Einkaufskorb neben einem Laptop.
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Schwört voll auf Regionalität: Andrea Brenner vom Holzkirchner Laden machtSINN. Mit der OberlandCard sollen lokale Anbieter besser unterstützt werden

Bonusprogramm für Wertschöpfung in der Region

„OberlandCard“: Warum die regionale Karte für Miesbach mehr können soll als Payback & Co.

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Die regionale Wirtschaft unterstützen und dabei selbst belohnt werden: Das ist das Ziel der OberlandCard, an der die Standortmarketing-Gesellschaft arbeitet.

Miesbach – Ob Payback oder Deutschlandcard: Nahezu jede größere Einzelhandelskette bietet ihren Kunden ein Bonusprogramm. Das Prinzip ist immer das gleiche: Einkaufen, Punkte sammeln und dafür mit Prämien belohnt werden. Die Unternehmen versprechen sich dadurch genauere Informationen über das Konsumverhalten und somit mehr Möglichkeiten, Nachfrage und den Umsatz weiter anzukurbeln. Aus regionaler Sicht gibt es dabei aber ein Problem: Die Wertschöpfung bleibt nicht vor Ort, sondern wandert in die Kassen der Mutterkonzerne. Damit künftig auch ortsansässige Läden oder Direktvermarkter mehr vom Kuchen abbekommen, arbeitet die Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) Landkreis Miesbach an einer eigenen Kundenkarte: die OberlandCard.

Ziel des Bonusprogramms ist es, den innerörtlichen Einzelhandel, regionale Direktvermarkter sowie Gastronomen, die im Landkreis erzeugte Lebensmittel verarbeiten, zu stärken, erklärt SMG-Geschäftsführer Alexander Schmid. Ein regionales Payback also? Schmid schüttelt den Kopf. „Wir wollen viel mehr bieten als nur Bonuspunkte.“ Clou der OberlandCard sei es, die Arbeitgeber im Landkreis in das Projekt einzubeziehen. Und statt Prämien, die es am Ende oft auch nur gegen eine Zuzahlung gibt, sollen die Nutzer der OberlandCard mit realem Guthaben in Euro und Cent zum Einkaufen oder Essen gehen in der Region bewegt werden. Die teilnehmenden Unternehmen würden nicht nur von mehr Nachfrage, sondern auch von einer gemeinsamen Marketingstrategie und einem gemeinsamen Internetauftritt profitieren.

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Wie genau das funktioniert, will Schmid noch nicht verraten. Bei einer Präsentation Ende Oktober im Landratsamt sollen aber alle Details und Projektpartner enthüllt werden. Dass die OberlandCard ein Erfolg wird, davon ist der SMG-Chef aber bereits jetzt fest überzeugt. Die ersten Rückmeldungen, die die SMG aus ihrem Netzwerk bekommen hat, würden dieser Einschätzung recht geben. So sollen auch möglichst viele Organisationen an der neuen Plattform mitarbeiten. Unternehmerverband und Öko-Modellregion seien wichtige Partner. „Die Zeit ist reif, Anreize für die regionale Wertschöpfung zu schaffen“, sagt Schmid.

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Das sieht auch das Bayerische Finanz- und Heimatministerium so. Einen Zuschuss von knapp 175 000 Euro hat Minister Albert Füracker den Initiatoren der OberlandCard zugesagt. Das Ministerium fördere im Rahmen der Heimatpolitik Projekte, die der „Stärkung und Inwertsetzung regionaler Identität“ dienen, erklärt Füracker. Dies werde durch die OberlandCard erfüllt. „Allen Nutzern soll ein Bewusstsein für ihre Region vermittelt werden“, heißt es in der Projektbeschreibung.

Mit Region ist übrigens nicht nur der Landkreis Miesbach gemeint, betont Schmid. Auch eine Ausweitung auf den Tölzer Raum sei geplant. „Das zeigt ja schon der Name OberlandCard.“

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