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Umstrittene Hemmschwelle: Aus Sicht vieler Stadträte hält die Schranke viele Autofahrer ab, das Parkdeck zu nutzen.

Oberlandcenter lockert Parkdeck-Beschränkung

Gratis parken ohne Einkaufszwang

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Gute Nachricht für alle, die in der Miesbacher Innenstadt einen Parkplatz suchen: Das Oberlandcenter öffnet sein Parkdeck - und das immerhin für ganze 90 Minuten...

90 Minuten lang kann dort demnächst gratis geparkt werden, ohne sich – wie es bislang Voraussetzung ist – den Einkauf in einem Geschäft des Oberlandcenters bestätigen lassen zu müssen. Diese Neuerung stellte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) am Dienstagabend im Bauausschuss vor.

Vorausgegangen war eine Anfrage der Immobilienverwaltung, die die Stadt nutzte, um auch ihr seit langem drückendes Parkplatz-Problem anzusprechen. Nachdem das Fitness-Studio im ersten Obergeschoß ausgezogen ist, soll nun eine kieferorthopädische Praxis mit fünf Behandlungsräumen folgen. Zudem richtet die Anthojo-Gruppe, eine Pflege- und Eingliederungseinrichtung aus Traunstein, dort eine Begegnungsstätte ein. Und der Hausmeister des Oberlandcenters bekommt auch ein Büro.

Kritisch sind laut Bauamtsleiter Lutz Breitwieser lediglich die Stellplätze. Normalerweise müsste eine Arztpraxis pro 20 Quadratmeter Behandlungsfläche einen Stellplatz nachweisen. Weil hier aber eine Bestellpraxis einzieht, könne auf den lockeren 30-Quadratmeter-Schlüssel zurückgegriffen werden. Dies sei mit dem Landratsamt als Entscheidungsbehörde bereits so abgestimmt.

Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) lobte die Lockerung bei der öffentlichen Nutzung des Parkdecks als gute Verbesserung. Allerdings bedauerte er es, dass „die Schranke als Barriere bleibt“. Wie berichtet, hatte die Immobilienverwaltung des Oberlandcenters die Schranke im Oktober 2013 installiert, nachdem zuvor Pendler das bis dahin kostenlos nutzbare Parkdeck zunehmend ganztägig belegt hatten. Seitdem sind dort viele Stellplätze ungenutzt, weil die meisten Kunden den ebenerdigen Parkplatz an der Wallenburger Straße bevorzugen. Deshalb war zuletzt im Stadtentwicklungsausschuss die Forderung laut geworden, diese privaten Flächen für die Öffentlichkeit zu öffnen, um den Parkdruck in der Innenstadt zu entlasten.

Dritter Bürgermeister Michael Lechner (FW) begrüßte ebenfalls die neue Regelung: „Ich denke, dass so wertvoller Parkraum besser genutzt wird.“ Auch Bürgermeisterin Pongratz wertete dies als Fortschritt. Wie sich das in der Praxis entwickelt, müsse man abwarten. In eineinhalb Jahren soll das Thema im Bauausschuss erneut geprüft werden. Das gemeindliche Einvernehmen für die beantragte Nutzungsänderung im Ex- Fitness-Studio erteilte das Gremium einstimmig.

ddy

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