Auto ohne Anschluss: Ein E-Mobil auf dem Parkplatz an der Kreissparkasse, der früher zum Aufladen diente. Doch die Säule wurde abgebaut.
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Auto ohne Anschluss: Ein E-Mobil auf dem Parkplatz an der Kreissparkasse, der früher zum Aufladen diente. Doch die Säule wurde abgebaut.

Auf dem Parkplatz

Oberlandcenter Miesbach: Ladesäule weg – Ersatz kommt im Januar

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Eine bei E-Autofahrern beliebte Anlaufstelle ist verschwunden: Die Kreissparkasse Miesbach hat ihre Ladesäule in die firmeneigene Tiefgarage umgezogen. Gratis tanken geht dort auch, allerdings exklusiv für Kunden und Besucher. An der Oberfläche hingegen gibt es bald Ersatz: die Firma Mader installiert eine neue Station. Die allerdings kostet.

Miesbach – E-Mobilisten sind gut vernetzt. Und ihre strombetriebenen Fahrzeuge sowieso. Wenn der Akkustand sinkt, lässt sich in vielen Modellen spielend leicht die nächstgelegene Lademöglichkeit ausfindig machen. Meist zeigen Navis oder Apps sogar noch die geschätzten Kosten des Tankens an der Steckdose an. Entsprechend schnell hat sich so die Ladestation der Kreissparkasse Miesbach auf dem Parkplatz des Oberlandcenters herumgesprochen. Kostenloses Aufladen und während des Stromzapfens sogar gratis Parken – in unmittelbarer Nähe zu Bäckerei mit Café und zahlreichen Geschäften. Die Folge: Die beiden Stellplätze waren fast immer belegt.

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Oberlandcenter Miesbach: Ladesäule weg – Ersatz kommt im Januar

Seit Kurzem herrscht hingegen gähnende Leere. Immer wieder surrt ein Elektroautofahrer heran – um gleich verwundert wieder abzudrehen. Was die meisten Navis noch nicht wissen, zeigt sich erst vor Ort: Die Ladesäule ist verschwunden.

Für Aufklärung sorgt die Kreissparkasse auf Nachfrage unserer Zeitung. Das Kreditinstitut hat die Station mit ihren vier Steckplätzen in die firmeneigene Tiefgarage umgezogen, teilt Pressesprecherin Barbara Oberwallner mit. Hier stehe sie dann exklusiv Kunden und Besuchern der Sparkasse zur Verfügung. Hintergrund der Aktion ist Flottenwechsel bei den Dienstwagen, erklärt Oberwallner. Hier stelle die Sparkasse 2021 auf Elektro- oder Hybridautos um. „So kommen wir auch in diesem Bereich dem Thema Nachhaltigkeit nach.“

Weil aber auch die Sparkassen-Autos Strom brauchen, sei ein Parallelbetrieb für die Öffentlichkeit nicht mehr möglich, sagt Peter Empl, Organisationsmitarbeiter der Kreissparkasse. „Für zwei Standorte war die Kapazität nicht ausreichend.“ Circa 53 000 Kilowattstunden Strom haben E-Auto-Fahrer in mehr als neun Jahren an der Ladesäule der Sparkasse gezapft, berichtet Oberwallner. Die dafür anfallenden Kosten von 11 000 Euro habe das Kreditinstitut übernommen.

Nur für Mitarbeiter und Kunden: Die Lademöglichkeiten in der Tiefgarage der Kreissparkasse. Im Hintergrund die Säule, die früher am Oberlandcenter stand.

Auf eine zentrumsnahe Lademöglichkeit müssen jedoch auch Nicht-Sparkassenkunden künftig nicht verzichten. Wie Oberwallner verrät, plant die benachbarte Firma Elektro Mader neben ihrem Gebäude eine neue Station. Den Grund stelle die Kreissparkasse kostenlos zur Verfügung. „Wir haben die Ladesäule bereits im Keller liegen“, berichtet Georg Weindl, Geschäftsführer bei Elektro Mader. Bis Ende Januar solle sie in Betrieb gehen.

Wie schon bei der Sparkasse sollen wieder zwei Parkplätze für E-Autos zur Verfügung stehen. Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied: Das Stromzapfen wird kostenpflichtig. Laut Weindl soll die Säule mit allen gängigen Abrechnungsplattformen und Smartphone-Apps zurechtkommen. Über eine Schnellladefunktion werde sie aber nicht verfügen. Die maximale Leistung sei auf 22 kW bei einem sowie je 11 kW bei zwei ladenden Fahrzeugen beschränkt. Die Zielgruppe der neuen Station sieht Weindl vor allem in Durchreisenden, die die Lademöglichkeit in ihren Apps oder Auto-Navis angezeigt bekommen und dann einen Stopp am Oberlandcenter einlegen – und den idealerweise mit einem Einkauf oder einer Kaffeepause verbinden. „Wir wollen mit der Ladesäule das Oberlandcenter weiter aufwerten“, macht Weindl deutlich.

Die Kreissparkasse hat indes die Einfahrt zu ihrer Tiefgarage, die hinter dem Parkdeck des Oberlandcenters von der Wallenburger Straße abzweigt, noch besser ausgeschildert. „Viele Kunden wussten gar nicht, dass sie bei uns kostenlos parken können“, sagt Oberwallner. Und neuerdings auch exklusiv gratis Strom tanken.

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