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Reichlich Obst: Die ausgesprochen gute Ernte hat sich zuletzt auch bei den Tafeln im Landkreis bemerkbar gemacht, wie hier bei Petrika Kolodziezyk von der Tafel in Gmund.

Aufnahmestopp

Obst in Hülle und Fülle: Tafeln mussten teilweise Spenden ablehnen

Das kommt nur selten vor: Wegen der reichen Ernte mussten die Ausgabestellen der Tafel im Landkreis zeitweise die Annahme von Obst ablehnen. 

Landkreis – Mancher war durchaus irritiert. Zuletzt kam es vor, dass die Tafeln im Landkreis bei der Annahme von Obst von privaten Personen zurückhaltend waren. Tatsächlich herrschte vereinzelt eine Art Aufnahmestopp. Doch das ist nun wieder vorbei.

Die Obsternte nicht nur im Landkreis fällt dieses Jahr besonders üppig aus. Viele Gartenbesitzer wussten zeitweise gar nicht mehr, wohin mit der Früchtepracht. Mancher stellte das Obst kurzerhand an den Straßenrand, andere wollten Gutes tun und fragten bei einer der Tafeln im Landkreis nach – und ernteten eine Absage. So stieß man auch bei der Tafel in Gmund eher auf Ablehnung, wenn es um das eigene Obst ging. Prinzipiell freue man sich natürlich über Früchte aus dem eigenen Garten, sagt Petrika Kolodziezyk von der Tafel Gmund. „Aufgrund der riesigen Anzahl an Spenden sind wir mit Äpfeln, Birnen, Zwetschgen und Marmeladen aber mehr als versorgt.“

Ähnlich zeigte sich das Bild bei der Tafel in Holzkirchen, wie die Zweite Vorsitzende Christine Schmaderer berichtet. Der Verein habe weit mehr angeboten bekommen, als zeitnah an Bedürftige ausgegeben werden konnte. Daher musste man abwinken. Schließlich wolle man die Lebensmittel ja nicht entsorgen. Mittlerweile habe sich die Lage aber wieder etwas entspannt, sagt Schmaderer, sodass Spenden aus privater Ernte wieder willkommen seien.

Keine Überversorgung gab es hingegen bei der Tafel im Schlierach-Leitzachtal, wie Isolde Besel, beim Roten Kreuz zuständig für die Tafeln in Miesbach und Hausham, mitteilt. Sie erklärt aber auch, dass für andere Produkte als Obst bestimmte Regeln gelten, wenn sie von Privatleuten abgegeben werden. Fleisch und Fisch dürfen die Tafeln gar nicht entgegennehmen, weil nicht gewährleistet ist, ob die Kühlkette eingehalten wurde und die Produkte ohne Bedenken verzehrt werden können. Gleiches gilt für Tiefkühlkost. Gänzlich unproblematisch ist laut Besel die Spende von Grundnahrungsmitteln wie Mehl, Zucker oder Nudeln. Diese Produkte würden stets benötigt und können auch gelagert werden. Doch auch hier gilt: nach Möglichkeit in ungeöffneten Verpackungen.

Julia Haringer

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