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Baukultur hat auch das Buch „Gut gebaut“ des Architekturforums Miesbacher Kreis zum Inhalt. Unter anderem beschreibt es diese Hofkapelle am Auerberg.

„Wo gebaut wird, gibt es Konfliktpotenzial“

Öffentlichkeit für Thema Bauen sensibilisieren: Baukultur-Strategie fürs Voralpenland

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Die Öffentlichkeit für das Thema Bauen zu sensibilisieren, das ist eines der Ziele des landkreisübergreifenden Leader-Projekts „Baukultur Voralpenland“. Im Kreisausschuss kam das Konzept an. 

Landkreis – „Wo gebaut wird, gibt es Konfliktpotenzial“, sagte Michael Pelzer, Altbürgermeister der Gemeinde Weyarn und Vorsitzender des Vereins Kreisentwicklung Miesbacher Land, im Kreisausschuss. Konflikte lassen sich freilich nur reduzieren, wenn die Beteiligten miteinander reden und Verständnis füreinander entwickeln. Helfen soll dabei eine Art Baukultur-Strategie, die nach dreieinhalb Jahren am Ende des Projekts „Baukultur Voralpenland“ steht. Mit an Bord sind neben Miesbach auch die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Rosenheim.

Dass sich drei Landkreise an einem derartigen Projekt beteiligen, ist laut Pelzer neu. „So was wurde noch nie auf die Füße gestellt“, berichtete er. Ursprünglich wollte auch Garmisch-Partenkirchen mit dabei sein, doch dort sind die Leader-Zuschüsse ausgereizt. Aus dem europäischen Fördertopf kommen immerhin 60 Prozent der Mittel für das 800 000 Euro teure Vorhaben.

„Das Projekt soll kein Tummelplatz für studierte Fachleute  werden“, stellte Pelzer klar. Vielmehr soll sich jeder Einzelne einbringen können und auch für jeden ein Mehrwert entstehen, ob für Bürger, Politik oder Verwaltung, ergänzte Simon Kortus, seit Kurzem Leader-Manager im Landkreis. Projektstart ist Anfang 2020. Bis Mitte 2023 will man sich in drei Landkreisen und acht ausgewählten Gemeinden mit Themen wie Ortsmittebelebung, Sozialstruktur, bezahlbares Wohnen, regionaltypische Bauweise, Flächensparen, Erschließungs- und Folgekosten, Energieverbrauch oder Nachverdichtung befassen.

Aus dem Landkreis Rosenheim machen fünf Kommunen mit, aus dem Tölzer Nachbarlandkreis nur die Gemeinde Dietramszell. Für den Landkreis Miesbach wären drei Gemeinden vorgesehen gewesen, doch Schliersee hat bereits abgewunken (wir berichteten). „Der Beschluss hat mich etwas überrascht“, gestand Pelzer. Nachfragen hätten ergeben, dass sich die dortigen Gemeinderäte zu wenig informiert und zu wenig überzeugt vom Nutzen des Projekts gezeigt hätten. „Möglicherweise gibt es zu dem Thema noch mal eine neue Sitzung“, sagte Pelzer. Die Gemeinderäte von Gmund und Holzkirchen beraten kommende Woche.

Auch ohne Schliersee sei das Projekt nicht gefährdet, betonte der Weyarner Altbürgermeister. Der Landkreis Miesbach zumindest ist laut einstimmigem Beschluss des Kreisausschusses bereit, verteilt auf vier Jahre rund 95 000 Euro beizusteuern und auch die Projektträgerschaft zu übernehmen. Über die genaue Kostenaufteilung zwischen Kommunen und Landkreisen werde der Lenkungskreis im September noch mal beraten, versprach Pelzer. Nach dem derzeitigen Schlüssel entfallen auf die Tölzer nur 20 000 Euro, wie Paul Fertl (SPD) feststellte.

Ebenso wie sein Fraktionskollege Martin Walch bedauerte Fertl, dass Miesbach derzeit keinen Kreisbaumeister habe. Gerade bei einem Projekt wie diesem sei solch ein Ansprechpartner wichtig. „Das ist definitiv ein Manko“, sagte er. Auch Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) bedauerte die vor einigen Monaten vom Kreisausschuss mehrheitlich getroffene Entscheidung (wir berichteten). „In meinen Augen waren geeignete Kandidaten vorhanden“, stellte er klar. „Jetzt müssen wir auf längere Zeit mit dieser Entscheidung leben.“ Möglicherweise gleiche das Projekt die fehlende Stelle ein wenig aus.

Ganz auf die Expertise des früheren Kreisbaumeisters möchten die Leader-Verantwortlichen ohnehin nicht verzichten. Pelzer: „Wir haben Werner Pawlovsky gebeten, das Projekt zusammen mit dem Architekturforum Miesbacher Kreis zu begleiten.“

sh

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