Polizeikontrolle eskaliert: Mann liefert sich Verfolgungsjagd mit Beamten

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Daumen hoch für die zweite Halbzeit: (v.l.) ATS-Vorstand Harald Gmeiner, Öko-Modellregions-Koordinatorin Marika Kinshofer, Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner und Warngaus Bürgermeister Klaus Thurnhuber freuen sich über die Verlängerung des Förderprojekts bis 2020.

Jury von Fortschritten überzeugt

Öko-Modellregion: Förderprojekt wird verlängert

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Marika Kinshofer darf weitermachen. Das Landwirtschaftsministerium hat die Förderung der Stelle der Öko-Modellregions-Koordinatorin bis 2020 verlängert. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Landkreis – Selbstbewusstsein und gute Argumente braucht, wer eine Jury überzeugen will. Beides hatten Öko-Modellregions-Koordinatorin Marika Kinshofer, Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner als Vertreter der Steuerungsgruppe und Alexander Schmid, Geschäftsführer der Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) Landkreis Miesbach, bei ihrem Auftritt in der Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising im Gepäck. Bewaffnet mit ihrer Präsentation überzeugten sie die zehn Fachleute, Kinshofers Stelle und damit das Projekt Öko-Modellregion (ÖMR) Miesbacher Oberland mit einem Jahres-Budget von 100 000 Euro bis 2020 mit 75 Prozent zu fördern. „Wir haben sie von den Sitzen gerissen“, schwärmt Lechner.

Was ist passiert?

Große Erwartungen hat Kinshofer bei ihrer Auftakt-Tour durch die Gemeinderäte im Landkreis geweckt. Abgeschlossen ist keines der zwölf Einzelprojekte. „Wir wussten, dass das in zwei Jahren nicht zu schaffen ist“, sagt Lechner. Als ihr „Vorzeigeprojekt“ nennt Kinshofer die Kräuterregion Leitzachtal, die sich als Hollertal touristisch positionieren will. Einen Mehrwert für alle Gemeinden sollen die Blühwiesen bieten. Warngaus Bürgermeister Klaus Thurnhuber hat in seiner Kommune die ersten ausgewiesen. Ziel ist es, dass diese künftig als Ausgleichsflächen für Bauvorhaben anerkannt werden.

Gut angekommen sind ferner die Workshops für den Einsatz von regional erzeugten Lebensmitteln in Schulen und Kantinen. Neben der Frischeküche in Holzkirchen ist angedacht, auch das Krankenhaus Agatharied und das Seniorenzentrum Schwaighof zu beliefern. Fortschritte macht auch das Projekt Miesbacher Weiderind. Hier ist es Kinshofer gelungen, ein Netzwerk aus Landwirten, Metzgern und Gastronomen aufzubauen. „Meine Stelle wird als solche wahrgenommen, die Leute rufen an“, berichtet die ÖMR-Koordinatorin.

Woran hakt es noch?

Die meisten „Kämpfe“ der ÖMR finden außerhalb des Landkreises statt. So hätte die Steuerungsgruppe gerne einen gemeinsamen Auftritt aller ÖMRs auf der Grünen Woche in Berlin hingelegt – doch die anderen Regionen wollten nicht. Jetzt ist ein Messestand mit dem Kommunalunternehmen Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS) und den Werteproduzenten geplant. Den Slogan hat Lechner schon im Kopf: „Die Region mit allen Sinnen genießen.“

Dicke Bretter bohren muss das ÖMR-Team hingegen noch bei der Idee, engagierte Betriebe und Privatpersonen mit einem Schild als „Partner der Öko-Modellregion Miesbacher Oberland“ auszuzeichnen. Das Landwirtschaftsministerium sträube sich dagegen, weil der Begriff „Öko“ geschützt sei. Lechner kann das nicht nachvollziehen. „Wir kleben das Siegel ja nicht auf Lebensmittel“, meint er. „Ich werde da auch nicht lockerlassen.“

Wie geht es weiter?

Die Marschroute der ÖMR ist klar: Bis 2020 sollen die ersten Projekte abgeschlossen werden. „Daran werden wir gemessen“, sagt Lechner. Bei langfristigen Prozessen müsse man sich auf Zwischenziele fokussieren. So werde man in drei Jahren zwar keinen neuen Schlachthof bauen können, sich aber parallel für eine Genehmigung des sogenannten Weideschusses einsetzen. Dabei wird den Rindern die für sie schwer belastende Fahrt zum Schlachthaus erspart. „Tiertransporte gehen gar nicht“, sagt Thurnhuber, der selbst Landwirt ist.

Mindestens genauso wichtig wie die Projekte ist der Steuerungsgruppe die Beteiligung der Bürger. Dies soll in erster Linie mit den besagten Partnerschaften und Supermarktregalen gelingen. ATS-Vorstand Harald Gmeiner übernimmt den touristischen Part. „Die Gäste kommen ja gerade wegen unserer durch die Landwirtschaft geprägten Natur“, betont Gmeiner. So, sind alle Beteiligten überzeugt, könnte die ÖMR ein Stück weit zu einem Selbstläufer werden. Arbeitslos wird Kinshofer deshalb nicht. Im Gegenteil: Geht es nach der Steuerungsgruppe, soll sie ihr Büro auch nach Auslaufen der Förderperiode – 2020 ist definitiv Schluss – behalten können. Lechner: „Sie ist ein Glücksgriff für uns.“

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