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Öko-Modellregion

München als Markt für heimische Produkte gewinnen

Miesbach - Auf ihrer Tour durch die Stadt- und Gemeinderäte haben Marika Kinshofer und Stefan Gabler nun Station in Miesbach gemacht. Dort wehrten sie sich gegen vorangegangene Kritik und warben für die Projekte der Öko-Modellregion.

Nein, mit dem Presse-Echo der vergangenen Woche sei er nicht zufrieden, stellte Stefan Gabler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen in Miesbach fest. Zusammen mit Marika Kinshofer, Managerin der Öko-Modellregion, warb er nun auch bei der Sitzung des Stadtrats für das Projekt. In Miesbach war die Situation dagegen entspannt. Während in anderen Gemeinderäten Landwirte das Projekt kritisiert hatten (wir berichteten), gab es in der Kreisstadt großen Zuspruch.

So betonte Landwirt Markus Seemüller (FW), wie wichtig dieses Engagement sei: „Die schützende Hand des Staates gibt es nicht mehr. Dafür gibt es den Trend zur Regionalität, und dabei ist eine gute Vernetzung wahnsinnig wichtig. Wir sollten diesen Weg weitergehen.“

Dabei nahm er auch die Stadt in die Pflicht, die „mit gutem Beispiel“ vorangehen sollte. Das Catering im Kulturzentrum Waitzinger Keller könne hier seinen Beitrag mit der Verwendung regionaler Produkte leisten, und auch über „Kaffeesahne aus Niedersachsen“, wie es sie zu den Sitzungen des Stadtrats gibt, könne man nachdenken.

Zuvor hatte Stadler die Probleme der Landwirtschaft zusammengefasst und die Möglichkeiten der Öko-Modellregion skizziert. So liege die Eigenversorgung bei der Milch bei 170 Prozent und beim Käse gar bei 330 Prozent. Export sei unverzichtbar, jedoch könnten neue Vermarktungsfelder wie Bio-Produktion helfen, Nischen aufzubauen. „Wir brauchen Ideen, damit die Betriebe eine Wertschöpfung haben.“

Dabei gehe es nicht nur um die Produktion, sondern auch um die Landschaftspflege. Die sei nicht mehr gewährleistet, wenn Betriebe schließen. „Die meisten Bauern sind im Nebenerwerb tätig“, stellte er fest. „Wenn der Preisdruck immer größer wird, ist es verständlich, wenn ein Landwirt aufgibt.“

Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) pflichtete Gabler bei, dass bei den Verbrauchern Bewusstsein für die Situation geweckt werden müsse. Die Landeshauptstadt München stelle einen großen Markt dar, den es zu nutzen gelte. Fertl: „Wir müssen es ihnen vermitteln, dass sie mit unseren Produkten auch ihren Freizeitwert in unserer Landschaft erhalten.“ Denn ohne Landwirtschaft, hatte Gabler zuvor erläutert, würden Wiesen in kurzer Zeit verbuschen. 

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