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Dem Freistaat treu verbunden: Christine Eixenberger hat Bayern noch nie länger den Rücken zugekehrt. Jetzt testet sie für das Bayerische Fernsehen die Bayerntauglichkeit nicht-bayerischer Prominenter.

TV-Sendung für Christine Eixenberger

„Offen sein für das, was Bayern ausmacht“

Miesbach/München - Bayern polarisiert. Die einen lieben den Freistaat und seine Menschen, die anderen machen sich über darüber lustig. Eines haben beide Gruppen aber gemeinsam: Leben wollen offenbar alle am Rand der Berge. Ein spannendes Thema, das Christine Eixenberger aus Schliersee nun im TV beleuchtet.

-Frau Eixenberger, erst Schliersee, jetzt Miesbach. Sie sind Ihrer oberbayerischen Heimat eng verbunden. Was zeichnet also einen echten Bayern aus?

Ich denke, dass wir, also zumindest die Leute, die ich so kennengelernt habe, schon ein bisserl stolz darauf sind, hier groß geworden und verwurzelt zu sein. Und auf den Dialekt und unsere Gemütlichkeit. Ein Bayer lässt sich nicht stressen und kann auch selbstironisch sein, auch wenn das vielleicht nicht immer so wahrgenommen wird. In einem Bayern steckt viel mehr, als sich nur eine Maß nach der anderen reinzuziehen und in Dirndl oder Lederhosen rumzulaufen.

-Da sind wir ja schon bei den Klischees. Welches von Bayern nervt Sie besonders?

Dass der Bayer an sich oft als etwas stumpfsinnig dargestellt wird, der nicht sonderlich gebildet und ein bisserl plump ist. Außerdem hockt er in seinem Mikrokosmos und schaut nicht über den Weißwurstäquator hinaus. Aber so ist das eben mit den Klischees. Sie geben uns vermeintliche Sicherheit, andere Menschen besser einschätzen zu können. Auch wenn natürlich nicht jeder Nicht-Bayer sich solcher Klischees bedient, das ist klar.

-Und welches Klischee stimmt?

Wir Bayern sind gradheraus und griabig.

-Was schätzen Sie an Ihrer Heimat?

Ich wollte mal für eine längere Zeit nach Berlin gehen, weil es mich aufgeregt hat, dass es bei uns schon teilweise ein wengerl kleinkariert zugeht und ich jeden auf der Straße kenne. Dann habe ich meinen Freund kennengelernt, der noch nie hier gewohnt hat und neugierig auf die Gegend war. Mit ihm habe ich die Umgebung neu entdeckt. Das was sie eigentlich ausmacht: die Berge, das schöne Wetter, der blaue Himmel, die Leid. Ich habe einen anderen Blick auf das alles bekommen. Dafür musste ich nicht weggehen.

-Was raten Sie einem, der nach Bayern ziehen möchte?

Er sollte offen für das sein, was uns in Bayern ausmacht. Gerade auch für unseren Dialekt. Mein Freund ist gebürtiger Schwabe, aber mittlerweile hat er ein paar bairische Wörter in sein Repertoire aufgenommen. Das finde ich total liab. Man sollte über den Dialekt nicht die Nase rümpfen und sich auch nicht von Klischees lenken lassen. Das gilt natürlich andersrum genauso.

-Haben Sie denn ein Lieblingswort im Dialekt?

Grantler finde ich sehr schee. Auch weil viele Bayern auf den ersten Blick a bisserl grantig wirken, wenn man dann aber dahinterschaut, sind es oft liebe Menschen.

- Und jetzt noch eine Frage zu Ihrer neuen Sendung: Welchen Gast würden Sie gerne mal auf seine Bayerntauglichkeit testen?

Es sind ja nicht-bayerische Deutsche, die zu uns kommen. Ich bin aber ein großer Fan von Josef Hader (österreichischer Kabarettist, Anm. d. Red.). Mit diesem Menschen würde ich gerne mal ein Weißbier zischen und ratschen.

Das Gespräch führte Daniela Dinstbier.

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