Blick in die Partnerstadt: Marseillans Polizei tauschte sich per Videoschaltung mit ihren Miesbacher Kollegen auf dem Bildschirm aus. Auch die französische Zeitung Midi Libre berichtete über den Kennenlerntermin. Screenshot: MM
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Blick in die Partnerstadt: Marseillans Polizei tauschte sich per Videoschaltung mit ihren Miesbacher Kollegen auf dem Bildschirm aus. Auch die französische Zeitung Midi Libre berichtete über den Kennenlerntermin. Screenshot: MM

VIDEOSCHALTUNG

Oh lala! Polizei macht ersten Kennenlern-Schritt bei der Partnerschaft zwischen Miesbach und Marseillan

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Seit dem Vertragsschluss im Oktober liegt die Städtepartnerschaft zwischen Miesbach und Marseillan in Frankreich coronabedingt auf Eis. Der Austausch kommt nicht in Fahrt. Dennoch gab es nun eine kleine Annäherung: Die Polizeistationen lernten sich etwas besser kennen – per Videoschaltung.

Miesbach – Eine Städtepartnerschaft bedeutet Austausch, Kontakt und gegenseitige Besuche. Also alles, was die Corona-Pandemie derzeit nicht zulässt – weder in Deutschland noch in Frankreich. Damit ist die noch junge Städtepartnerschaft zwischen Miesbach und Marseillan über den Vertragsschluss im Oktober 2020 nicht hinaus gekommen. Doch nun hat sich eine Initiative ergeben, die von vornherein nicht absehbar war: Die beiden Polizeistationen haben sich ausgetauscht.

„Wir wollten im Rahmen dieser Partnerschaft unsere Kollegen in Frankreich einmal kennenlernen und uns auf diese Weise an der Partnerschaft beteiligen“, erklärt Christian Redl, der stellvertretende Leiter der Miesbacher Inspektion. „Uns hat interessiert, wie die Kollegen dort arbeiten und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es gibt.“

Austausch bei den Polizeistationen von Miesbach und Marseillan

Beide Seiten stellten dabei ihre Arbeitsweisen vor. Die Polizei von Marseillan ließ im Beisein von Bürgermeister Yves Michel und Conny Knoben, der die Partnerschaft initiiert hatte, auch einen Film über den Ort an der Mittelmeerküste laufen. „Es war sehr interessant“, sagt Redl. „Eine Kollegin hat übersetzt, den Rest hat Google übernommen.“ Und auch Knoben habe seinen Teil zur Verständigung beigetragen. Ein persönliches Treffen sei sicherlich auch mal ein Thema, sagt Redl, „aber das geht erst nach Corona“.

Lesen Sie auch das Interview mit Marseillan-Patin Ingrid Pongratz: „Die Partnerschaft wird sicher nicht einschlafen“

Im Zusammenspiel der beiden Kommunen herrscht dagegen derzeit Stillstand, wie Miesbachs Bürgermeister Gerhard Braunmiller feststellt: „Gemeinsame Aktionen sind wegen der Corona-Beschränkungen leider nicht möglich. Deshalb ist bis auf Weiteres auch nichts geplant.“ Vielmehr habe man sich auf kleine Schritte vor Ort beschränkt. So wurden Schlüssel und Plakette, die im Rahmen der Vertragsunterzeichnung ausgetauscht wurden, mittlerweile im Miesbacher Rathaus aufgehängt.

Schilder am Ortseingang sollen bald kommen

Zudem sollen in Kürze die Schilder, die die Partnerschaft mit Marseillan dokumentieren, am Ortseingang aufgestellt werden. Kein so leichter Akt, wie Braunmiller feststellt: „Das Staatliche Bauamt in Rosenheim muss prüfen, ob eine Sichtbeeinträchtigung dadurch entsteht, und die Schilder genehmigen.“ Zudem plane man, ein Memory-Spiel herauszubringen, das die junge Verbindung spielerisch den Menschen näher bringen soll. „Die Idee ist, beide Orte mit Motiven aus Miesbach und Marseillan bekannter zu machen.“

Ohne die Öffentlichkeit keine Partnerschaft

In Sachen Partnerschaftsverein ruhen die Aktivitäten ebenfalls, wie Marseillan-Patin Ingrid Pongratz berichtet (llesen Sie dazu auch das Interview). Dafür wird am Gymnasium an einem Projekt zum besseren Kennenlernen trotz Corona gearbeitet. „Es wird alles noch einige Monate dauern“, stellt Braunmiller fest, „aber diese Partnerschaft funktioniert nur zusammen mit der Öffentlichkeit.“ Immerhin verschafft ihm die Pandemie etwas Zeit, an seinem eigenen Französisch zu feilen.

ddy

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