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Abschied auf Zeit: Ulrike und Jens Birkelbach geben ihr Miesbacher Sporthaus vorerst auf.

Online-Konkurrenz und warme Winter

Darum sperrt das Miesbacher Sporthaus zu

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Miesbach - Nach mehr als 14 Jahren geben Jens und Ulrike Birkelbach ihr Miesbacher Sporthaus auf. Schuld ist die Konkurrenz im Internet – und der vierte warme Winter in Folge.

Jens Birkelbach (49) wirbelt dieser Tage förmlich durch seinen Laden. Von der Kasse ins Büro, dann wieder zum Skiregal, wo die Kunden auf Beratung warten. Der Alltag eines Sportfachhändlers, möchte man meinen. Und der Grund, warum der begeisterte Skifahrer und seine Frau Ulrike (39), Leichtathletin, 2001 ihr Miesbacher Sporthaus auf drei Etagen im Gewerbegebiet Nord eröffnet haben. Doch der volle Parkplatz vor dem Laden hat einen traurigen Grund. Die Birkelbachs hören auf. „Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe“ steht auf den Plakaten an der Außenwand, die Schaufenster sind mit Zeitungspapier abgeklebt. Es ist das Ende einer kleinen Miesbacher Einzelhandels-Institution.

Für die Kunden mag es überraschend sein, für die Birkelbachs war es absehbar. Die Konkurrenz im Internet und der vierte wirtschaftlich schlechte Winter in Folge hätten sie zu diesem Schritt gezwungen, erklärt Jens Birkelbach. „Wir haben wie alle Sportgeschäfte südlich von München vom Winter gelebt“, sagt er. Gerade im Skiservice könne ein traditioneller Laden noch gegen den Onlinehandel punkten. Nicht aber, wenn das Wetter an Weihnachten eher an Spätsommer erinnert. In der heutigen Zeit sei damit ein Rundumsortiment in entsprechender Größe einfach nicht mehr machbar, ergänzt Ulrike Birkelbach. „Wir haben echt gekämpft, aber wenn man nicht mehr ruhig schlafen kann, muss man eine Entscheidung treffen“, sagt sie und schluckt.

Doch die Birkelbachs bleiben der Sportbranche treu. Im Herbst wollen sie im Erdgeschoss des Hauses, das Birkelbachs Vater Bernhard gehört, ein neues Sportgeschäft eröffnen. „Mit einem kleineren, aber feinen Sortiment für Laufen, Wandern und Skifahren“, sagt Ulrike Birkelbach. Und einem Markenshop für den italienischen Hersteller CMP. Auf jeden Fall wollen sie den Kunden ein „Wohlfühl-Einkaufserlebnis“ bieten – und damit einen guten Grund, ihren Laden dem Internet vorzuziehen. Auch den momentan zwei festangestellten Mitarbeitern möchten die Birkelbachs eine Perspektive schaffen. Damit das klappt, müssen sie einen Mieter für das Obergeschoss finden. Ulrike Birkelbach ist optimistisch: „Mit ein bisschen Umbau passen da auch Büros oder eine Praxis rein.“

Bis längstens 31. März gilt ihr Augenmerk aber dem Räumungsverkauf. Erst dann wird die GmbH liquidiert. Auch wenn ihnen noch anstrengende Monate bevorstehen: Die Birkelbachs werden die vielen Kunden in ihrem Laden sicher genießen.

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